7:22,755 Minuten auf der Nordschleife mit Track Package. Das ist der Wert, der beim Xiaomi YU7 GT sofort hängen bleibt. Zusammen mit dem Standard erweitert Xiaomi die Baureihe um zwei Varianten, die das Spektrum ordentlich spreizen. Vorgestellt wurden sie am 21. Mai 2026 in Peking. Die Baureihe bleibt luxuriöses, leistungsstarkes Familien-SUV, doch der GT schiebt den Charakter deutlich in Richtung Rennstrecke – breiter, härter, schneller, mit Technik, die eher nach heißen Runden als nach Kita-Fahrten klingt.
Ein SUV zwischen Alltag und Angriffslust

Der Xiaomi YU7 ist kein kleines Auto. Lange Haube, tiefer Stand, stark modellierte Karosserie – er will Präsenz zeigen, ohne ins reine Showcar abzugleiten. Neu im Farbprogramm sind Crimson Red, Radiant Purple und Volcanic Gray. Crimson Red passt besonders gut zur sportlichen Ausrichtung: sattes Weinrot mit goldenem Perleffekt, das je nach Licht mal ruhig, mal metallisch aggressiv wirkt.
Auch bei den Rädern hat Xiaomi nachgelegt. Plum-Blossom-Felgen und farblich abgestimmte Mi-Shaped-Felgen lassen sich mit Dawn Pink und Pearl White kombinieren. Bei einem großen Elektro-SUV entscheidet genau das: Proportion, Radstand, Felgendesign und Lichtkanten bestimmen, ob das Auto steht oder nur parkt.
Der GT zeigt die breite Schulter
Beim Xiaomi YU7 GT wird der optische Abstand zur restlichen Familie klar. Widebody-Optik, 295 Millimeter breite Hinterreifen, Frontsplitter, aktiver Heckdiffusor, Carbon-Spiegelgehäuse und 24K-Gold-Carbon-Badges. Die kreuzförmigen Scheinwerfer und Halo-Rückleuchten bleiben, die gesamte Haltung wirkt aber deutlich entschlossener. Optional gibt es 21-Zoll große geschmiedete Zweiteiler-Räder.
Der faszinierende Punkt: 7:22,755 Minuten

Die Nordschleifenzeit ist das stärkste Argument des Xiaomi YU7 GT. Mit Track Package fuhr Vincent Radermecker am 2. April 2026 die 20,8 Kilometer in 7:22,755 Minuten – 14 Sekunden schneller als der bisherige SUV-Bestwert.
Für Leute, die schnelle Autos wirklich bewegen, ist das mehr als eine Zahl. Die Nordschleife bestraft jedes Gramm zu viel, schwache Bremsen, unruhige Dämpfer und überforderte Reifen gnadenlos. Ein SUV hat dort mit Höhe, Masse und hohem Schwerpunkt besonders schlechte Karten. Dass der YU7 GT in der Klasse der elektrischen SUVs, Geländewagen, Vans und Pick-ups so weit vorne liegt, zeigt, dass Xiaomi die Fahrwerksabstimmung ernst genommen hat.
In München feinabgestimmt
Der GT ist das erste Serienfahrzeug, bei dem das europäische Xiaomi-EV-Entwicklungszentrum in München zwei Jahre lang tief in die Abstimmung eingebunden war. Das ist kein schönes Marketingdetail. Ein Auto mit dieser Leistung braucht mehr als starke Motoren. Es braucht gutes Lenkgefühl, stabile Bremsen, saubere Feder-Dämpfer-Abstimmung und eine Elektronik, die die Leistung nicht nur freigibt, sondern auch nutzbar macht.
1.003 PS und ein Fahrwerk mit Anspruch

Der Xiaomi YU7 GT kommt mit Dual-Motoren vorne und hinten auf 1.003 PS beziehungsweise 738 kW. 0 auf 100 km/h in 2,92 Sekunden, Spitze 300 km/h. Herzstück ist die HyperEngine V8s EVO, die bis 28.000 U/min dreht, 450 kW Spitzenleistung und 540 Nm Drehmoment liefert. Das eigene Siliziumkarbid-Leistungsmodul bringt 800 Ampere, der Motorwirkungsgrad liegt bei 98,35 Prozent.
Mindestens genauso interessant ist das Xiaomi Smart Chassis 2.0 Master Edition. Dual-Valve-CDC-Dämpfer, Zweikammer-Luftfederung mit 75 Millimetern Federweg und ein elektronisches Sperrdifferenzial an der Hinterachse. Das eLSD verteilt das Drehmoment in Millisekunden zwischen linkem und rechtem Hinterrad. In schnellen Kurven bleibt so mehr Antriebskraft am Boden, die Spurtreue stimmt und das Herausbeschleunigen wird sauberer.
Bremsen, die zur Leistung passen müssen
Bei 1.003 PS entscheidet die Bremse, ob das Auto glaubwürdig bleibt. Der YU7 GT nutzt die Carbon-Keramik-Anlage aus dem SU7 Ultra. Vorne Sechskolben-Festsättel von Akebono, hinten Vierkolben-Sättel. Bremsweg von 100 km/h auf null: 32,9 Meter. Die Carbon-Keramik-Scheiben des Track Package sind für über 1.300 Grad Celsius ausgelegt.
Die Standfestigkeit liest sich ordentlich: zehn aufeinanderfolgende Bremsungen von 180 auf 0 km/h ohne Fading, dazu zwei Vollverzögerungen von 300 auf 0. Dazu kommt Rekuperation mit bis zu 0,6 g und über 400 kW Spitzenleistung. Bei einem schweren, schnellen Elektro-SUV muss genau diese Kombination aus mechanischer Bremse und Rekuperation sauber zusammenarbeiten.
Der Standard bleibt nicht zahm
Auch der Xiaomi YU7 Standard ist kein reiner Familien-Van. 5,88 Sekunden von 0 auf 100, 240 km/h Spitze. Die 96,3-kWh-Lithium-Eisenphosphat-Batterie sitzt auf einer 800-Volt-Siliziumkarbid-Plattform. CLTC-Reichweite 835 Kilometer, nach 15 Minuten Laden sollen 620 Kilometer drin sein.
Innenraum: leise, digital und familiennah

Der Xiaomi YU7 ist als Performance-SUV im C-Segment gelistet, legt aber spürbar Wert auf Alltagstauglichkeit. Der Fond nimmt drei Personen auf, die Materialien sind kind- und haustiergeeignet sowie nach OEKO-TEX Class 1 zertifiziert. HEPA-Filter, sanfte Klimatisierung, magnetische Zubehörhalter, wärmedämmendes und UV-schützendes Glas sowie ein verstecktes Staufach im Heck sind serienmäßig.
Beim GT geht es stärker in Richtung Sport-Luxus. Alle Griffflächen sind weich gepolstert, 2,3 Quadratmeter Alcantara und bis zu 15 Carbon-Zierteile. Drei exklusive Farbwelten stehen zur Wahl: Racing Red & Blaze Black, Ash Gray & Iris Purple sowie reines Blaze Black. Der Fahrersitz ist 18-fach verstellbar und hat aktive Seitenwangen. Alle vier Sitze bieten Massage mit vierlagigem Airbag-System, drei Intensitäten, sechs Modi, Heizung und Belüftung. Mit umgelegten Rücksitzen entstehen 1.758 Liter Ladevolumen.
Technikgeschichte und Preis in China
Der Xiaomi YU7 wurde am 22. Mai 2025 als erstes SUV von Xiaomi EV vorgestellt. Der Name leitet sich von „御风而行“ ab – sinngemäß „mit dem Wind fahren“. Verkaufsstart war am 26. Juni 2025 mit den Varianten YU7 Standard, YU7 Pro und YU7 Max. Ein klassisches Facelift gibt es bisher nicht; die neuen Versionen Standard und GT erweitern schlicht die Familie.
Technisch setzt die Baureihe auf Xiaomi HyperVision, den aktualisierten XiaoAi-Sprachassistenten, AI-Pet-Companion und Fahrerassistenz auf Basis von NVIDIA DRIVE AGX Thor mit 700 TOPS. LiDAR, 4D-Millimeterwellenradar, Xiaomi HAD für Autobahn- und Stadtbetrieb sowie automatisches Parken gehören dazu. In China startet der Xiaomi YU7 Standard bei 253.500 RMB, der GT bei 329.900 RMB.
Bilder: Hersteller
FAQ
1. Für wen ist der Xiaomi YU7 GT eigentlich gedacht?
Der GT ist für Fahrer, die ein echtes Performance-SUV wollen, das trotzdem Familie und Alltag kann. Morgens Kindersitze und Einkäufe, nachmittags ernsthafte Runden auf der Nordschleife. Die Zeit, die Carbon-Keramik-Bremsen und das aktive Fahrwerk mit eLSD sind keine Show. Xiaomi hat hier tatsächlich am Fahrwerk und an der Gesamtabstimmung gearbeitet. Wer Komfort und echte Fahrdynamik in einem Auto braucht, bekommt genau das.
2. Ist der Xiaomi YU7 Standard die vernünftigere Wahl?
Für die meisten ja. Der Standard liefert mit 5,88 Sekunden und 240 km/h immer noch ordentlich Leistung, dazu brauchbare Ladezeiten und 835 Kilometer CLTC-Reichweite. Er bleibt angenehm im Alltag, ohne die extreme Auslegung des GT. Wer hauptsächlich Familie fährt und längere Strecken macht, ist mit dem Standard meist besser bedient. Der GT ist die emotionale, teure Speerspitze. Der Standard ist das Auto, mit dem man wirklich lebt.
3. Warum ist die Nürburgring-Zeit für ein Elektro-SUV überhaupt so wichtig?
Weil die Nordschleife nichts verzeiht. Gewicht, hoher Schwerpunkt, thermische Belastung – alles kommt sofort ans Licht. Eine gute Zeit zeigt, dass Kühlung, Bremsen, Feder-Dämpfer-Abstimmung und Software unter Dauerlast funktionieren. Beim YU7 GT ist die 7:22 keine Marketingzahl, sondern Beleg, dass die Münchner Abstimmung und das Smart Chassis 2.0 mehr können als nur Datenblätter füllen. Das Auto wurde für reale Grenzbereiche entwickelt, nicht nur für Prospekte.



