Der Blank Slate trifft genau den Nerv, den viele längst vermissen. Weniger Show, mehr Substanz. Er kommt weder als rollender Bildschirm noch als Luxus-Lounge oder Prestige-Objekt. Stattdessen eine bewusst reduzierte Basis. Genau darin liegt sein Reiz. Das Auto liefert das Wesentliche. Den Rest gestaltet der Fahrer selbst.
Der Ansatz wirkt fast altmodisch. Gerade deshalb fühlt er sich frisch an. Keine Ausstattungspakete, die alles überfrachten. Stattdessen eine modulare Plattform von Beginn an. Wer sein Auto nicht nur bewegt, sondern versteht, umbaut und auf den eigenen Alltag zuschneidet, bekommt hier eine echte Ansage.
Ein Elektroauto mit bewusst einfacher Grundidee

Slate nennt das Fahrzeug sicher, einfach und personalisierbar. Der Blank Slate ist von Grund auf neu konstruiert und kommt mit deutlich weniger Bauteilen aus als die meisten anderen Elektroautos. Weniger Teile bedeuten nicht automatisch weniger Charakter. Im Gegenteil. Charakter entsteht hier gerade durch die Reduktion.
Technisch gibt es einen einzelnen E-Motor an der Hinterachse. 150 kW Leistung, 264 Nm Drehmoment. 0 auf 97 km/h in 8,0 Sekunden, Spitze bei 145 km/h. Keine Stammtischwerte, aber genau richtig für ein elektrisches Nutz- und Freizeitfahrzeug, das seinen Job machen soll statt zu blenden.
Hinterradantrieb statt Showeffekt
Der Hinterradantrieb passt zum Charakter. Er zeigt, dass ein kleines Nutzfahrzeug nicht kompliziert sein muss, um sympathisch zu wirken.
Vom Pickup zum SUV: Der Umbau ist die Pointe

Das Interessanteste am Blank Slate ist seine Wandelbarkeit. Als Pickup gedacht, lässt er sich ebenso als fünfsitziger SUV aufbauen. Genau hier wird aus dem schlichten Elektroauto eine Plattform für ganz unterschiedliche Lebenslagen.
Als Squareback-SUV bringt er eine Rückbank für drei, Überrollbügel, Airbags und ein kantiges, ladungsfreundliches Heck. Die Form wirkt klassisch und pragmatisch – bewusst gegen die aktuell weichen SUV-Linien gezeichnet. Der Fastback bleibt bei fünf Sitzen, Rückbank, Bügel und Airbags, wirkt aber gestreckter und sportlicher. Die Open-Air-Version liefert echtes Wind-im-Haar-Gefühl, das bei modernen Elektroautos fast verschwunden ist.
Dach mit Access Points

Die integrierten Slate Access Points im Dach sind besonders clever. Sie machen es einfach, später Stauraum- und Transportlösungen nachzurüsten. Für Outdoor-Fans, Handwerker, Pendler mit Equipment oder Familien mit vollem Wochenendplan ist das der praktische Schlüssel zur Alltagstauglichkeit.
Maße, Raum und Nutzwert für echte Aufgaben

Mit 4.435 mm Länge, 1.793 mm Breite ohne Spiegel und 2.766 mm Radstand bleibt der Blank Slate überschaubar. Das reicht für Alltag und enge Räume, ohne aus dem Nutzwert herauszufallen.
Auch die Lademaße sind praxisnah. Die Ladefläche misst 1.524 mm in der Länge, mit geöffneter Klappe 2.073 mm. Zwischen den Radkästen bleiben 1.090 mm, maximal 1.394 mm Breite. Das Ladebett fasst rund 991 Liter, dazu kommt ein Frunk mit rund 198 Litern.
Nicht riesig, aber praktisch gedacht

Maximale Zuladung liegt aktuell bei rund 703 kg. Die Anhängelast beträgt 907 kg. Kein Schwerlastprofi, aber ein ehrlicher Begleiter für Alltag, Hobby und leichte Arbeit.
Innenraum ohne Ablenkungsmanöver

Im Innenraum zählt Übersichtlichkeit. Die Kabine ist aufgeräumt, bequem und lässt sich blind bedienen. In einer Zeit, in der selbst Lüftungsdüsen oft nur noch über Menüs zu finden sind, fühlt sich das fast rebellisch an.

Das Innenraumvolumen beträgt rund 1.642 Liter beim Pickup und rund 2.280 Liter beim SUV. Alles passt zum Kern: nutzbar statt überladen.
Reichweite, Laden und Sicherheitsanspruch

Der Blank Slate nutzt aktuell eine Batterie mit 205 Meilen beziehungsweise rund 330 km projizierter Reichweite. Geladen wird über NACS, der Onboard-Lader schafft 11 kW. Mit 11 kW Level 2 ist eine Vollladung in etwa fünf bis acht Stunden möglich. Per 120 kW DC sollen 20 bis 80 Prozent in rund 30 Minuten gehen.
Bei der Sicherheit zielt Slate auf eine 5-Sterne-Bewertung. Serienmäßig gibt es Rückfahrkamera, Traktionskontrolle, Stabilitätsprogramm und eine Karosserie aus ultrahochfestem Stahl. Sechs Airbags beim Pickup, acht beim SUV. Wieder dieselbe Linie: solide Basis statt Effekthascherei.
Ein Preis, der die Geschichte abrundet
Der Blank Slate ist nichts für Opulenz-Jäger. Er ist der Gegenentwurf – elektrisch, kompakt, wandelbar und ohne Verstellung. Über 200 Zubehörteile lassen sich à la carte nachrüsten, genau dann, wenn sie gebraucht werden. Das ist der eigentliche Reiz. Kein fertiges Statement, sondern eine offene Einladung.
Der Preis passt zur Philosophie. Die Basis startet bei 24.950 US-Dollar, die SUV-Varianten beginnen bei 29.950 US-Dollar.
Bilder: Hersteller
FAQ
Für wen ist der Blank Slate eigentlich gedacht?
Für alle, die ein Auto als Werkzeug und flexible Lösung brauchen statt als Statussymbol. Handwerker, Outdoor-Fans, junge Familien oder Pendler mit praktischem Anspruch finden hier die passende Basis. Wer keine Lust auf überbordende Ausstattung hat und lieber selbst entscheidet, was ans Auto kommt, liegt richtig. Die Stärke liegt nicht im Luxus, sondern in der ehrlichen, anpassbaren Plattform für ganz unterschiedliche Lebenssituationen.
Was macht den Blank Slate im Vergleich zu anderen Elektroautos besonders?
Die radikale Konzentration auf das Wesentliche. Während die meisten Elektroautos mit riesigen Displays und digitalem Overkill antreten, bleibt der Blank Slate nüchtern. Er will funktionieren, nicht beeindrucken. Dazu kommt die Wandlungsfähigkeit vom Pickup zum SUV, die ihm fast plattformartigen Charakter gibt. Einfache Konstruktion, nachrüstbare Access Points und übersichtlicher Innenraum – das Ganze erinnert mehr an ein anpassbares Werkzeug als an ein klassisches Serienauto. Auf dem heutigen Markt ist das selten und erfrischend direkt.
Reicht die Technik des Blank Slate im Alltag wirklich aus?
Bei realistischen Erwartungen reicht sie vollkommen. 150 kW, Hinterradantrieb und 145 km/h Spitze machen keinen Sportwagen daraus, dafür aber ein faires Alltagsauto. Reichweite, Laderaum, Zuladung und Ladezeiten sind auf echte Einsätze ausgelegt – Pendeln, Transport, Freizeit, leichte Arbeit. Grenzen zeigen sich bei schweren Anhängern, langen Autobahnetappen oder höchsten Komfortansprüchen. Als günstiges, variables und ehrliches E-Nutzfahrzeug ist der Blank Slate jedoch rund und schlüssig.



