Manche Autos stehen nicht einfach nur da. Der 1970 Chevrolet Corvette Motion Performance Maco Shark Coupe überfällt einen optisch. Blau, hohe Front, stark verlängerte Nase, alles am Mako Shark II orientiert. Er basiert auf einer Corvette C3 von 1970. Motion Performance hat daraus einen von nur sechs gebauten Maco Sharks gemacht. Heute sind nur noch drei bekannt. Das ist kein üblicher Umbau, sondern die Umsetzung eines Konzepts in ein lautes, echtes Fahrzeug.
Ein Einzelgänger mit großer Corvette-Dramaturgie

Die Basis ist eine Corvette C3 aus dem Baujahr 1970. Diese Generation lief von 1968 bis 1982 und war selbst schon vom Mako-Shark-Design geprägt. Dieses Exemplar geht deutlich weiter. Es ist einer von nur sechs Maco Sharks aus der Motion-Produktion. Nur drei Exemplare sind heute noch nachweisbar. Damit steht er nicht nur für eine seltene Variante, sondern für eine fast ausgestorbene Vorstellung davon, wie weit man eine Corvette treiben darf.
Der erste Besitzer brachte seine 1970er Corvette zu Motion Performance, um daraus ein vollwertiges Show-Circuit-Auto zu machen. In den Aufbau flossen 17.039,75 US-Dollar. Der Wagen war 1974 fertig.
Form gewordenes Raubtier

Die Spur des Mako Shark II
Das Vorbild war der Mako Shark II Concept von Bill Mitchell. Genau das macht den Reiz aus. Hier wurde kein Serienauto poliert, sondern ein Konzept auf die Straße gebracht. Hohe Kotflügel, gestreckte Frontpartie und einteiliger klappbarer Vorderwagen sorgen schon im Stand für Präsenz.
Das Heck überzeugt mit eigenständigen Bubble-Rückleuchten, abgeschrägtem Heckfenster mit Louvers und Tankdeckel im Le-Mans-Stil. Solche Details stammen aus einer Zeit, in der Individualität noch aus Fiberglas, Lack, Metall und handwerklicher Arbeit entstand.
Der Lack als Kunstwerk auf Rädern

Das auffälligste Merkmal bleibt die Lackierung. Gary „The Local Brush“ Kupfer hat sie auf Long Island in New York aufgetragen – sowohl beim ersten Mal als auch bei der späteren Restaurierung. Das schafft Kontinuität und echte Authentizität über Jahrzehnte.
Der Custom-Fade-Down-Lack trägt airbrushartige Schuppen, um 1/16 Zoll versetzt, die exakt den Karosseriekonturen folgen. Dazu kommen eigens airbrushte Hai-Embleme. Der Name Maco Shark ist hier kein Werbespruch. Der Wagen sieht aus und fühlt sich an wie ein echter Räuber aus Glasfaser, Chrom und V8-Kraft.
343 kW für die große Show

LT1 Phase III mit Biss
Unter der langen Nase arbeitet ein von Motion getunter LT1 Phase III V8 mit 5,7 Litern Hubraum. Angegeben sind 460 HP, also rund 338 kW. Scharfe Nockenwelle, überarbeitete Zylinderköpfe und 12:1 Verdichtung passen zum Charakter. Das ist kein zurückhaltender Cruiser. Das ist ein Sportcoupé mit richtigem Muskelton.
Gekoppelt ist der Motor an ein M22-Viergang-Schaltgetriebe und eine modifizierte 3,73-Hinterachse. Servolenkung und 4-Rad-Scheibenbremsen sorgen dafür, dass die Optik nicht allein bleibt. Die Side-Exhaust-Anlage braucht man nicht zu erklären, sobald der Motor läuft.
Innenraum zwischen Showcar und Zeitkapsel

Schwarzes Interieur, aber alles andere als nüchtern. Das individuell diamantgesteppte Polster passt zur extrovertierten Karosserie. Die werkseitige Klimaanlage zeigt, dass das Auto nicht nur für den Showstand gedacht war. Das AM/FM-Radio mit Columbia-8-Spur-Spieler verortet den Maco Shark eindeutig in den frühen Siebzigern. Genau diese Mischung aus roher Performance, Komfort und Popkultur macht solche amerikanischen Spezialbauten bis heute stark.
Die Custom-Permacast-Räder im Turbinenstil verstärken den Auftritt. Sie wirken technisch und für die damalige Zeit futuristisch. An der inneren Türfalz auf der Fahrerseite finden sich die Signaturen von Joel Rosen, Marty Schorr und Gary „The Brush“ Kupfer. Solche Spuren geben einem Fahrzeug echte Persönlichkeit.
Eine Geschichte, die weiterlebt

Zum Wagen gehören zwei originale Motion-Auftragsformulare und ein Echtheitsschreiben. 2001 kaufte Dan McMichael ihn direkt von Joel Rosen. Die Restaurierung übernahm Smallenbarger Auto Restoration in Troy, Ohio. 2011 wurde der Maco Shark auf der MCACN Show erstmals präsentiert. 2013 war er Teil des Motion Madness Showcase und wurde zusätzlich beim Concours d’Elegance of America gezeigt.
2025 folgte der Höhepunkt: Judge’s Choice Best of Show bei der MCACN. Dazu kommt ein Auftritt in einem Buch über Motion Performance und eine Folge von „My Classic Car“ mit Dennis Gage. Das alles zeigt, dass der Wagen nicht nur selten ist, sondern in der Szene wirklich anerkannt und gefeiert wurde.
Wenn ein Traum auf die Bühne rollt

Dass dieser Maco Shark bei der Kissimmee-Auktion 2027 am 15. Januar über die Bühne geht, passt zur Geschichte. Wer so ein Auto kauft, bekommt kein reines Sammlerstück. Er bekommt eine rollende Erinnerung an die Zeit, in der Tuner, Designer und Enthusiasten die Seriengrenzen mit Schraubenschlüssel und Mut verschoben haben.
Mit Fahrgestellnummer 194370S412763, blauem Exterieur, schwarzem Interieur und der lückenlosen Motion-Performance-Historie ist das keine Corvette, die man nur betrachtet. Man folgt den Linien, entdeckt die Details und hört im Kopf bereits den V8. Automobilgeschichte riecht manchmal nach Benzin, Lack und handfester Arbeit.
Bilder: Anbieter des Fahrzeuges
FAQ
Warum ist der Motion Performance Maco Shark so selten?
Er ist nicht einfach ein umgebauter Serienwagen. Es ist einer von nur sechs Maco Sharks, die Motion Performance gebaut hat. Heute sind nur drei Exemplare bekannt. Dazu kommt die komplette Dokumentation mit Auftragsformularen, Echtheitsschreiben, Restaurierungsunterlagen und Auftritten auf großen Shows. Seltenheit entsteht hier aus geringer Stückzahl plus lückenloser Herkunft und echtem Szene-Ruf.
Was macht das Design dieses Fahrzeugs so besonders?
Es setzt den Mako Shark II Concept konsequent in ein fahrbares Auto um. Hohe Kotflügel, verlängerte Front, einteiliger klappbarer Vorderwagen, Bubble-Rückleuchten, louveriertes Heckfenster und Le-Mans-Tankdeckel. Die Lackierung von Gary Kupfer mit versetzten Schuppen und Hai-Emblemen wirkt nicht aufgesetzt, sondern wie eine zweite Haut. Das Ergebnis ist ein Showcar, das man tatsächlich bewegen kann.
Ist der Maco Shark nur ein Showcar oder auch eine ernstzunehmende Performance-Corvette?
Beides. Unter der langen Front sitzt ein Motion-getunter LT1 Phase III 350 CI V8 mit 460 HP. Scharfe Nockenwelle, bearbeitete Köpfe, 12:1 Verdichtung, M22-Viergang-Getriebe und modifizierte 3,73-Hinterachse liefern echte Substanz. Sidepipes, diamantgesteppter Innenraum, Klimaanlage und 8-Track-Player sorgen gleichzeitig für maximale Showwirkung. Diese direkte Mischung aus Kraft und Charakter macht den Wagen bis heute besonders.



