Porsche 911 996 von Stone Cold Kustoms in grün-gelber Lackierung mit gelben Felgen und Toyo-Tires-Blendstreifen auf der SEMA in Las Vegas.
Der Porsche 911 996 mit Startnummer und Toyo-Blendstreifen zitiert den Motorsport, steht aber auf Ganzjahresreifen für die Straße. · Foto: autorini.de

Porsche 911 996 von Stone Cold Kustoms: Der unterschätzte Elfer als SEMA-Showcar

In der Tuning-Szene gelten die luftgekühlten Elfer als die begehrtere Basis. Wer einen Umbau im Retro- oder Renn-Look plant, greift meist zum 964 oder 993. Stone Cold Kustoms ist auf der SEMA in Las Vegas einen anderen Weg gegangen und hat einen Porsche 911 der Generation 996 zum Showcar aufgebaut. Also genau den Elfer, den Puristen jahrelang links liegen ließen.

Wer einen 996 nimmt, hat mehr Geld für den Umbau übrig

Offener Porsche 911 996 von Stone Cold Kustoms mit grün-gelber Gestaltung, Startnummer 256 und Toyo-Schriftzug an der hinteren Seitenpartie.
Der Porsche 911 996 von Stone Cold Kustoms zitiert den Motorsport: Startnummer 256 auf der Tür und Toyo-Schriftzüge an der hinteren Seitenpartie. (Foto: autorini.de)

Ende der Neunzigerjahre löste der 996 den 993 ab. Er brachte den ersten wassergekühlten Boxermotor in den 911 und neue Scheinwerfer, über deren Form anfangs heftig gestritten wurde. Lange war er deshalb der günstigste Weg zu einem Elfer. Für Tuner ist das ein handfester Vorteil: Die Basis kostet in der Regel deutlich weniger als ein luftgekühlter Vorgänger, und das Geld fehlt dann nicht beim Aufbau. Das gezeigte Auto ist ein Jahrgang 2006. Gebaut hat es Adam Stone mit seiner Werkstatt Stone Cold Kustoms, Besitzer ist Dilminder Pannu.

Lackiert mit dem Valor-System von Fujispray Auto

Heck des Porsche 911 996 mit grün-gelber Lackierung, Rücklicht, Toyo-Tires-Schriftzug an der Seitenpartie und gelbem Rad.
Am Heck des Porsche 911 996 stehen Toyo-Schriftzüge an der hinteren Seitenpartie, der Elfer rollt auf Toyo-Reifen. (Foto: autorini.de)

Den Lack liefert Fujispray Auto aus seiner Valor-Reihe: Als Basislack dient Valor H100 Base, darüber liegt der Klarlack Valor M100 Clear. Mit dem Elfer zeigt der Lackhersteller sein System an einem kompletten Auto. Auf der SEMA ist das üblich, denn viele Showcars entstehen zusammen mit Zulieferern, die ihre Produkte an einem Fahrzeug präsentieren wollen, vor dem die Besucher stehen bleiben.

Die Beklebung zitiert Clubsport- und Langstreckenautos

Gelb lackierte Felge mit Porsche-Wappen in der Nabe und Toyo-Proxes-Sport-A/S+-Reifen am Porsche 911 996, daneben grün-gelbe Folierung.
Der Porsche 911 996 steht auf Toyo Proxes Sport A/S+, einem sportlichen Ganzjahresreifen: Hier ist die Straße das Revier, nicht die Rennstrecke. (Foto: autorini.de)

Optisch orientiert sich der Wagen am Motorsport. Die Türen tragen die Startnummer 256, an der hinteren Seitenpartie stehen Toyo-Schriftzüge, und über die Windschutzscheibe läuft ein Blendstreifen von Toyo Tires. Das ist das Vokabular, das man von Clubsport- und Langstreckenautos kennt, bei denen Startnummer und Sponsorenlogos auf Tür und Scheibe seit Jahrzehnten zum Bild gehören. Beim 996 gab es mit dem GT3 Cup und den GT3-Rennversionen solche Autos auch ab Werk, die Optik ist bei dieser Generation also keine Erfindung der Tuner.

Ganzjahresreifen statt Semislicks: gemacht für die Straße

Blick in den Innenraum des Porsche 911 996 von Stone Cold Kustoms mit Lenkrad, Mittelkonsole, Wählhebel und schwarzen Ledersitzen.
Cockpit des Porsche 911 996 von Stone Cold Kustoms: Das Showcar bietet Motorsport-Optik für den Alltag, kein Tracktool. (Foto: autorini.de)

Der zweite Partner ist Toyo Tires. Der Elfer steht auf Toyo Proxes Sport A/S+. „A/S“ steht für All Season, es handelt sich also um einen sportlichen Ganzjahresreifen und nicht um einen Rennstreckenreifen. Für ein Auto im Renn-Look ist das eine bemerkenswerte Wahl. Sie spricht dafür, dass der 996 auch auf der Straße bewegt werden soll und nicht nur in der Messehalle steht. Ob die Reifen zum sportlichen Auftritt passen, müsste eine Ausfahrt auf trockener Landstraße zeigen. Mit Semislicks kann ein Ganzjahresreifen auf der Rennstrecke ohnehin nicht mithalten.

Unser Urteil: Motorsport-Optik für den Alltag, kein Tracktool

Dieser 996 ist vor allem ein Argument für eine unterschätzte 911-Generation: Der erste wassergekühlte Elfer trägt die klassische Langstrecken-Optik genauso selbstverständlich wie seine luftgekühlten Vorgänger, kostet als Basis aber weniger. Wer allerdings hinter der Rennoptik auch rennstreckentaugliche Hardware erwartet, sucht an der falschen Stelle, denn die Ganzjahresreifen machen klar, dass hier die Straße das Revier ist. Interessant ist das Projekt vor allem für alle, die mit einem 996 liebäugeln und sehen wollen, wie weit man ihn optisch in Richtung Motorsport treiben kann.

Quelle: eigene Recherche vor Ort, SEMA Motorshow 2026 Las Vegas, Stone Cold Kustoms, Fujispray Auto, Toyo Tires