Orangefarbener EMPI Dan Gurney Tribute Car, ein Volkswagen Käfer von 1956, mit weißen Streifen und der Startnummer 9 auf einem Ausstellungsstand.
Der EMPI Dan Gurney Tribute Car trägt die Startnummer 9 von 1964 und den Schriftzug „1st in 63“ für Gurneys ersten Sieg. · Foto: autorini.de

EMPI Dan Gurney Tribute Car: Ein Käfer von 1956 erinnert an Gurneys Siege in Nassau

Ein Formel-1-Sieger in einem fast serienmäßigen Volkswagen Käfer: Mit dieser Geschichte begann der Rennsporterfolg von EMPI. Auf der SEMA Motorshow 2026 in Las Vegas erinnert der kalifornische VW-Spezialist mit dem Dan Gurney Tribute Car daran. Das Auto ist ein Volkswagen Beetle von 1956 und trägt die Startnummer 9, den Namen Gurney und die Schriftzüge des EMPI Racing Team.

Der Käfer gehört zum 70. Geburtstag von EMPI

Vorderer linker Kotflügel des orangefarbenen EMPI Dan Gurney Tribute Car mit Gitter vor dem Scheinwerfer, weißen Streifen und verchromter Stoßstange.
Der Käfer von 1956 erinnert als EMPI Dan Gurney Tribute Car an Gurneys Siege in Nassau und gehört zum 70. Geburtstag von EMPI. (Foto: autorini.de)

Der Zeitpunkt ist gut gewählt. EMPI, ausgeschrieben European Motor Products Inc., wurde 1956 von Joe Vittone in Kalifornien gegründet und feiert in diesem Jahr sein 70-jähriges Bestehen. Die Firma gehört zu den Pionieren des Zubehörmarkts für luftgekühlte Volkswagen. Wer in den USA einen Käfer, Bus oder Buggy schneller machen wollte, landete früher oder später bei EMPI. Dass das Jubiläumsauto ebenfalls aus dem Gründungsjahr 1956 stammt, passt. Gebaut hat den Tribute-Käfer Steve Wiedner, er gehört Russell Ritchie.

Grand Prix der Volkswagen: Zwei Siege auf den Bahamas

Vorderrad und vorderer Kotflügel des orangeroten EMPI Dan Gurney Tribute Car mit Startnummer 9 und dem Schriftzug „1st in 63“.
Die 9 auf der Tür stammt von 1964, der Schriftzug „1st in 63“ am Kotflügel erinnert am EMPI Dan Gurney Tribute Car an Gurneys ersten Sieg. (Foto: autorini.de)

Der Rennwagen, den das Tribute Car nachbildet, startete bei der Bahamas Speed Week in Nassau. Die jährliche Rennveranstaltung war in den 1950er- und 1960er-Jahren ein fester Termin für amerikanische und europäische Rennfahrer zum Saisonende. 1963 gewann Dan Gurney mit EMPIs Käfer von 1956 und der Startnummer 4 den Grand Prix of Volkswagens. 1964 trat EMPI zum zweiten Mal in Folge mit dem Auto an, um den Titel zu verteidigen, diesmal mit der Nummer 9. Die Regeln der Klasse ließen inzwischen einige Änderungen am Motor zu, trotzdem fuhr das Team nach eigener Darstellung im Grunde einen Serien-VW. Gurney saß wieder am Steuer und gewann erneut. Bei der technischen Abnahme nach dem Rennen ging es danach noch um eine angeblich unzulässige Unterlegscheibe an einer Ventilfeder.

Diese Episode zeigt, wie eng es in solchen Markenpokalen zuging. Wenn alle fast identische Autos fahren, entscheiden kleine Details an Motor und Abstimmung über den Sieg, und genau diese Details werden danach geprüft. Auch für EMPI als Teilehersteller war das wichtig: Ein Sieg mit einem kaum veränderten Käfer war eine gute Werbung für das Know-how der Firma.

Warum Dan Gurney der richtige Name auf der Tür ist

Seitentür des EMPI Dan Gurney Tribute Car mit dem Schriftzug „Dan Gurney“, durch die Scheibe sind Lenkrad und ein Simpson-Gurt zu sehen.
Gurneys Name steht beim EMPI Dan Gurney Tribute Car auf der Tür, im Innenraum stecken Gurte von Simpson. (Foto: autorini.de)

Dass ausgerechnet Gurney einen Volkswagen über einen Rundkurs auf den Bahamas fuhr, macht die Geschichte besonders. Der Amerikaner gehörte damals schon zur internationalen Spitze. Er gewann 1962 mit Porsche den Großen Preis von Frankreich, später siegte er mit seinem eigenen Eagle in der Formel 1 und 1967 zusammen mit A. J. Foyt in Le Mans. Wenn so ein Fahrer in einem Markenpokal für Käfer antritt und gewinnt, sagt das etwas über die Ernsthaftigkeit dieser Rennen und über das Selbstbewusstsein des kleinen Teams aus Kalifornien.

Eine Lackierung, die beide Jahre zusammenbringt

Heckansicht des EMPI Dan Gurney Tribute Car, eines orangen Käfers von 1956 mit weißen Streifen, Startnummer 9 und EMPI-Racing-Team-Schriftzug.
Die Startnummer 9 am EMPI Dan Gurney Tribute Car stammt von 1964, als Gurney den Grand Prix of Volkswagens auf den Bahamas erneut gewann. (Foto: autorini.de)

Das Tribute Car verbindet beide Siege. Die Startnummer 9 auf Türen und hinterem Kotflügel stammt aus dem Jahr 1964, auf dem vorderen Kotflügel erinnert der Schriftzug „1st in 63“ an den ersten Sieg. Gurneys Name steht auf Dach, Tür und Windschutzscheibe, EMPI Racing Team auf Tür und Kofferraumdeckel. Dazu kommt ein Aufkleber des Zündkerzenherstellers Champion am Seitenfenster, ein typischer Sponsor dieser Zeit. Im Innenraum stecken Gurte von Simpson, einem Klassiker bei Rennsport-Sicherheitsausrüstung.

Unser Urteil

Das Dan Gurney Tribute Car gehört einem privaten Besitzer und ist vor allem ein Stück Firmengeschichte zum Anschauen. Am meisten lohnt es sich für Fans luftgekühlter Volkswagen und für alle, die sich für die Rennszene Anfang der Sechzigerjahre interessieren, als ein Formel-1-Star noch an einem Markenpokal für Käfer teilnahm. Überzeugend ist, wie gut die Geschichte zum Jubiläum passt: Der Käfer stammt aus dem Gründungsjahr der Firma, und mit seinen Siegen von 1963 und 1964 begann EMPIs Erfolg im Rennsport. Wer auf der SEMA aber Technik von heute oder spektakuläre Umbauten sucht, ist hier falsch.

Quelle: eigene Recherche vor Ort, SEMA Motorshow 2026 Las Vegas, EMPI