Auf der SEMA Motorshow 2026 in Las Vegas stehen die großen Werksprojekte neben Fahrzeugen, die Privatleute selbst aufgebaut haben. Der Ford Bronco Badlands von Walter und Cynthia Codesido gehört zur zweiten Sorte, und an ihm lässt sich gut zeigen, wie weit sich der Bronco heute mit Teilen aus dem Zubehörhandel umbauen lässt. Fast jede Baugruppe stammt von einem anderen Spezialisten, vom Stoßfänger bis zum Sitzbezug. Gezeigt wurde der Wagen bei Turn14 Distribution, einem der großen US-Großhändler für Aftermarket-Teile.
Ein Badlands als Basis, also schon ab Werk fürs Gelände

Die Wahl der Basis ist kein Zufall. Der Badlands ist unterhalb des Bronco Raptor die Ausstattungslinie, die Ford am konsequentesten aufs Gelände ausgelegt hat. Das zeigt auch das Wählrad für die G.O.A.T.-Fahrmodi in der Mittelkonsole mit den Stellungen 2H, 4H, 4A und 4L, also Hinterradantrieb, zugeschalteter Allradantrieb, automatischer Allrad und Geländeuntersetzung. Unter der Haube arbeitet ein EcoBoost-Turbomotor, und genau dort setzen die Leistungsteile an.
37 Zoll auf 17 Zoll: mehr Durchmesser und mehr Flanke

Am auffälligsten sind die Räder. Die Codesidos fahren 37-Zoll-Reifen vom Typ Shelby Python Trail X/T auf 17-Zoll-Felgen Raceline Omega. Ein 37-Zöller misst rund 94 Zentimeter im Durchmesser. Das ist eine Nummer größer als die 35-Zoll-Reifen, die Ford selbst mit dem Sasquatch-Paket anbietet. Die vergleichsweise kleine Felge lässt dabei viel Reifenflanke stehen. Im Gelände ist das ein Vorteil: Mit weniger Luftdruck legt sich der Reifen breiter auf Fels und Sand, und die Felge ist besser vor Steinen geschützt. An den Radläufen sitzen Kotflügelverbreiterungen von Bestop, vom selben Hersteller stammt auch das Verdeck, ein E-Top.
Dämpfer, die kurz vor dem Anschlag zupacken

Auch am Fahrwerk haben die Besitzer Hand angelegt. Die Dämpfer stammen aus Bilsteins Serie B8 8112, mit gelben Federn. Diese Zone-Control-Dämpfer arbeiten je nach Einfederweg unterschiedlich stark: Im normalen Hub sprechen sie weich an, kurz vor dem Anschlag werden sie deutlich straffer. Das hilft gerade bei schweren Rädern, die bei Sprüngen und Schlaglöchern viel Masse in Bewegung bringen. Querlenker und Panhardstäbe vorne und hinten kommen von MetalCloak. Der US-Hersteller hat sich mit Fahrwerksteilen für Jeep Wrangler und Bronco einen Namen gemacht. Solche Lenker dienen in der Regel dazu, die Achsgeometrie an geänderte Fahrzeughöhen und größere Räder anzupassen, und sind meist stabiler als die Serienteile.
Mehr Ladeluft, mehr Licht, mehr Zugkraft

Für den Motor haben die Besitzer einen Ladeluftkühler und Ladeluftrohre von PPE eingebaut, dazu einen ProCal-Tuner von Ford Performance. Mit diesem Handgerät spielt man die Kalibrierungen von Ford Performance auf. PPE stammt ebenfalls aus den USA und ist vor allem für Diesel- und Turbo-Teile bekannt. Vom selben Hersteller sind auch der Differenzialdeckel und die Getriebewanne. Beide Teile sitzen tief und bekommen auf Felsen gern Schläge ab. Die Bremsscheiben kommen von R1 Concepts.
Die Stoßfänger stammen aus der Spec Series von DV8 Off-Road. Dazu kommt eine Warrior-Seilwinde mit rund 3.630 kg (8.000 lb) Zugkraft. Diese Klasse ist bei mittelgroßen Geländewagen üblich, mit ihr kann man sich aus Schlamm oder Sand selbst herausziehen. Scheinwerfer und Rückleuchten stammen von Diode Dynamics, einem US-Spezialisten für LED-Beleuchtung, dazu kommen Zusatzscheinwerfer der Baureihen SS3 und SS5. Elektrische Trittbretter von Wolfbox fahren zum Einsteigen aus. Bei der Höhe, die 37-Zoll-Räder mitbringen, ist das mehr als ein Gag.
Salsa Red statt Schwarz: das Interieur

Innen hebt sich der Umbau mit Ledersitzen von Katzkin in Salsa Red von der Serie ab. Katzkin gehört in den USA zu den bekanntesten Anbietern für Lederbezüge, die nachträglich über die Serienpolster gezogen werden. Dazu kommen Lautsprecher von Diamond Audio und eine Lithium-Batterie von Antigravity. Eine solche Batterie wiegt deutlich weniger als ein Bleiakku. Für Lack und Grafik war Ryan Evans von Count’s Kustoms verantwortlich.
Unser Urteil: ein stimmiger Baukasten-Bronco

Dieser Bronco ist kein Konzeptfahrzeug, sondern zeigt, was der Zubehörmarkt für Fords Geländewagen inzwischen bietet. Uns überzeugt, dass die Teile zueinander passen. Große Räder verlangen in der Regel stabilere Lenker, Dämpfer, die mit der zusätzlichen Masse umgehen können, und robustere Teile am Unterboden, und all das ist hier eingebaut. Viele Showfahrzeuge setzen nur auf Optik, dieser Umbau hat im Gelände einen echten Nutzen. Kritisch sehen wir die Summe: Motorabstimmung, größere Reifen und viele Anbauteile treiben Gewicht und Verbrauch nach oben. Ob das Fahrwerk den Bronco auf der Straße noch so ruhig führt wie ab Werk, könnte nur eine Probefahrt zeigen. Für Bronco-Besitzer, die ihren Wagen ernsthaft fürs Gelände ausbauen wollen, ist der Wagen der Codesidos eine gute Vorlage.
Die Daten

- Basis: Ford Bronco Badlands, Baujahr 2023
- Räder: Raceline Omega, 17 Zoll, mit Shelby Python Trail X/T in 37 Zoll
- Fahrwerk: Bilstein B8 8112, MetalCloak-Lenker und Panhardstäbe vorne und hinten
- Motor: EcoBoost, PPE-Ladeluftkühler und -Ladeluftrohre, Ford Performance ProCal
- Seilwinde: Warrior, rund 3.630 kg (8.000 lb)
- Innenraum: Katzkin-Leder in Salsa Red
Quelle: eigene Recherche vor Ort, SEMA Motorshow 2026 Las Vegas, Turn14 Distribution




