Ein Lieferwagen aus der Nachkriegszeit, der als Imbisswagen dient und mit einem modernen Sportwagen verheiratet wurde: Mit dem Vettro hat Lucs eines der schrägsten Fahrzeuge der SEMA Motorshow 2026 in Las Vegas gebaut. Lucs verbindet nach eigenen Angaben eine Corvette C8 aus dem Baujahr 2021 mit einem International Metro Van von 1952, der Name setzt sich aus beiden zusammen. Vermarktet wird das Ergebnis als „The World’s First Race Car Food Truck“, als erster Renn-Food-Truck der Welt.
Mittelmotor-Corvette und Lieferwagen von 1952

Die beiden Spender könnten kaum weiter auseinanderliegen. Die C8 ist die achte Generation der Corvette und die erste Serien-Corvette mit Mittelmotor. Chevrolet hat damit die Corvette von einem klassischen Frontmotor-Sportwagen zu einem Gegner europäischer Mittelmotorautos gemacht. Der International Metro dagegen gehört zu den typischen amerikanischen Kastenwagen, wie sie früher als Brot-, Milch- und Lieferwagen unterwegs waren: hoch, kantig und schon damals eher ein Arbeitsgerät als ein schnelles Auto.
Gerade deshalb passt die Bauform zum Konzept. Kastenwagen dieser Art sind seit Jahrzehnten die Grundlage vieler Food Trucks in den USA. Der Vettro behält die Optik des Metro mit dem Schriftzug im Kühlergrill und bringt sie mit einer Corvette der aktuellen Generation zusammen. Wie viel Sportwagen tatsächlich im Imbisswagen steckt, wird erst die geplante Rekordfahrt zeigen.
Hoosier-Reifen für die Rennstrecke

Dass Lucs den Begriff Race Car ernst meint, zeigen die Reifen: Der Vettro rollt auf Hoosier Track Attack Pro. Hoosier stammt aus Indiana und ist vor allem als Hersteller von Rennreifen bekannt, die Marke ist am Fahrzeug auch als Partner präsent. Der Track Attack Pro richtet sich an Fahrer, die mit ihrem Auto auf der Straße unterwegs sind und damit auch auf die Rennstrecke gehen. Für einen Food Truck ist das eine ungewöhnliche Wahl, denn normalerweise zählen bei solchen Fahrzeugen Tragfähigkeit und Laufleistung mehr als Haftung in der Kurve.
Eine Guinness-Kategorie nur für dieses Projekt

Der eigentliche Grund für den Auftritt in Las Vegas ist ein Rekordversuch. Lucs will ein offizielles Guinness-World-Records-Event organisieren, bei dem die „Fastest Speed Achieved by a Food Truck“ gemessen wird, also die höchste Geschwindigkeit, die ein Food Truck erreicht hat. Nach Angaben von Lucs hat Guinness diese Kategorie eigens für den Vettro eingerichtet.
Spannend ist dabei vor allem, welche Geschwindigkeit am Ende auf der Uhr steht. Ein hoher, kastenförmiger Aufbau aus den Fünfzigern ist aerodynamisch das Gegenteil einer flachen Corvette. Je schneller das Fahrzeug wird, desto stärker wirkt der Luftwiderstand der großen Stirnfläche, und genau daran wird sich zeigen, wie viel von der C8 im Vettro wirklich zum Tragen kommt.
Unser Urteil

Der Vettro ist ein Showfahrzeug im besten Sinn der SEMA. Die Idee überzeugt, weil sie zwei Welten zusammenbringt, die in der amerikanischen Autokultur jeweils fest verankert sind: den klassischen Kastenwagen als Imbiss auf Rädern und die Corvette als Sportwagen-Ikone. Mit echten Rennreifen und einer eigens eingerichteten Guinness-Kategorie bleibt es zudem nicht bei der Optik. Wer Custom-Projekte mit Augenzwinkern mag, findet hier eines der originellsten Fahrzeuge der Show. Als Rennwagen muss sich der Vettro allerdings erst beweisen. Solange die Rekordfahrt aussteht, bleibt der Titel „Race Car“ ein Versprechen, und ob die gemessene Geschwindigkeit den Anspruch einlöst, entscheidet sich erst auf der Strecke.
Quelle: eigene Recherche vor Ort, SEMA Motorshow 2026 Las Vegas, Lucs








