Frontansicht des TSK Cyber Hooligan, eines offenen Roadsters mit kantiger Edelstahl-Außenhaut, breiten Rädern und Frontsplitter, auf einer Hebebühne.
Der Cyber Hooligan von TSK trägt eine Außenhaut aus Edelstahlblech wie beim Cybertruck; Gewicht spart er laut Artikel eher durch gekürzte Überhänge. · Foto: autorini.de

TSK Cyber Hooligan: Tesla Model S Plaid als unlackierter Roadster aus Cybertruck-Edelstahl

Ein Tesla Model S Plaid ist eigentlich eine bequeme Reiselimousine mit vier Türen, die nebenbei schneller beschleunigt als die meisten Supersportwagen. Beim Cyber Hooligan ist davon kaum etwas übrig. Auf der SEMA Show 2026 in Las Vegas stand ein gekürzter, offener Roadster mit Überrollkäfig, Hosenträgergurten und einer Außenhaut aus blankem Edelstahl. Gebaut hat ihn TSK Collision Repair Center, ein Unfallreparaturbetrieb mit Schwerpunkt Elektroautos.

Vom Spenderauto bleiben nur Hilfsrahmen und ein Teil der Vorderachse

Frontansicht des TSK Cyber Hooligan auf einer Hebebühne, mit kantiger Edelstahl-Front, breiten Reifen und Frontsplitter.
Der TSK Cyber Hooligan trägt eine unlackierte Außenhaut aus Edelstahlblech, wie Tesla es beim Cybertruck verwendet. (Foto: autorini.de)

Wie radikal der Umbau ist, zeigt die Liste dessen, was geblieben ist. Unverändert vom Model S Plaid aus dem Baujahr 2023 sind nach Angaben von TSK nur der vordere Hilfsrahmen und ein Teil der Vorderradaufhängung. Die Vorderachse ist tiefergelegt, alles andere hat die Werkstatt selbst gebaut. Sämtliche Original-Karosserieteile sind entfernt, ebenso die Hälfte des Innenraums. Front und Heck sind gekürzt, damit der Wagen kompakter wird. Aus einem Auto, das als Limousine rund fünf Meter lang ist, wird so ein gedrungener Zweisitzer.

Dieser Ansatz unterscheidet den Cyber Hooligan von üblichen Tesla-Tunern, die meist mit Bodykits, Felgen und Fahrwerksfedern arbeiten. Hier dient der Plaid eher als Organspender für Antrieb und Batterie. Darum herum entsteht ein eigenes Fahrzeug.

Edelstahl wie beim Cybertruck, und kein Gramm Lack

Frontpartie des TSK Cyber Hooligan mit kantiger, blanker Edelstahlhaut, Folienmotiven aus Palmen und Hochhäusern und Rennreifen am Vorderrad.
Der Cyber Hooligan von TSK trägt eine unlackierte Außenhaut aus Edelstahlblech, wie es Tesla beim Cybertruck verwendet. (Foto: autorini.de)

Die neuen Außenteile bestehen aus Carbon und aus Edelstahlblech, wie es Tesla beim Cybertruck verwendet. TSK bewirbt dieses Blech als beschusshemmend. Lackiert ist am Äußeren nichts. Das passt zum Material: Tesla liefert auch den Cybertruck unlackiert aus, weil sich der harte Edelstahl kaum klassisch umformen und lackieren lässt. Die Kanten und ebenen Flächen, die dabei zwangsläufig entstehen, ergeben die Cyberpunk-Optik, auf die TSK den Wagen ausdrücklich angelegt hat.

Beim Ziel der Werkstatt ist allerdings Skepsis angebracht. TSK will den Plaid vor allem durch weniger Gewicht verbessern. Die Original-Karosserie des Model S besteht jedoch größtenteils aus Aluminium, und Edelstahl ist deutlich schwerer. Das Gewicht dürfte also vor allem durch die gekürzten Überhänge und den halb leeren Innenraum sinken, die Stahlhaut arbeitet eher dagegen. Ob der Roadster am Ende wirklich leichter ist als die Serienlimousine, die mit Akku deutlich über zwei Tonnen wiegt, müsste die Waage zeigen.

Luftfederbeine liegend in der Fahrzeugmitte

Vorderrad des TSK Cyber Hooligan mit Toyo-Proxes-R888R-Reifen, grauen Speichen, roten Bremssätteln und Edelstahlblech der Karosserie daneben.
Der Cyber Hooligan fährt auf Toyo Proxes R888R in 285/35 ZR20, einem straßenzugelassenen Semi-Slick, den man von Trackdays kennt. (Foto: autorini.de)

Technisch am spannendsten ist die Hinterachse. Die Luftfederbeine sitzen nicht mehr wie üblich neben dem Rad. TSK hat sie nach innen in die Fahrzeugmitte verlegt und dort waagerecht angeordnet. Das erinnert an Rennwagen, bei denen die Federelemente innen liegen und über Umlenkungen angesteuert werden. Der Vorteil dort: weniger ungefederte Masse an den Rädern und mehr Freiheit beim Abstimmen. Wie gut das im Cyber Hooligan funktioniert, müsste eine Probefahrt zeigen. Die Bauweise zeigt aber, dass TSK nicht nur optisch umgebaut hat.

Auch die Reifen sind auf Fahrdynamik ausgelegt. Montiert sind Toyo Proxes R888R in 285/35 ZR20. Das ist ein für die Straße zugelassener Semi-Slick, den man vor allem von Trackdays kennt. Tragfähigkeitsindex 104 heißt bis zu 900 Kilogramm pro Reifen, das Y steht für eine Freigabe bis 300 km/h.

1.020 hp und ein Cockpit mit Fahrwerkshebel

Seitenpartie des TSK Cyber Hooligan mit Edelstahl- und Carbonblechen, Semi-Slick-Reifen, Überrollkäfig und Sitzen mit roten Gurten im Hintergrund.
Die Außenhaut des TSK Cyber Hooligan besteht aus unlackiertem Edelstahlblech und Carbon, das Edelstahl ist allerdings schwerer als das Aluminium des Serien-Model-S. (Foto: autorini.de)

Der Antrieb stammt vom Plaid, mit 1.020 hp (rund 1.034 PS) aus drei Elektromotoren. TSK gibt die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h mit unter zwei Sekunden an. Das ist schneller als die Werksangabe für die Serienlimousine. Mit weniger Gewicht ist das durchaus denkbar, beweisen müsste es der Wagen aber erst. Außerdem setzt die Haftung der Reifen bei solchen Werten die eigentliche Grenze.

Innen bleibt das Tesla-Lenkrad. Rechts daneben sitzt eine Schalttafel im Stil eines Kleinflugzeugs, mit Kippschaltern für Avionik, Enteisung und Positionslichter, mit Funk- und Transponderbedienteil und mit einem Hebel für das Fahrwerk, beschriftet mit „Gear up“ und „Gear down“. Das ist ein Augenzwinkern und kein Flugzeugbau. Es passt aber zum Charakter des Autos, das sich selbst nicht allzu ernst nimmt. Ernst gemeint sind dagegen der Rohrrahmen mit Überrollkäfig und die Sitze mit Hosenträgergurten von Simpson, einem Hersteller, der seit Jahrzehnten Sicherheitsausrüstung für den Motorsport liefert.

Unser Urteil: ein Handwerksbeweis, kein Tuning-Vorbild

Blick ins Cockpit des TSK Cyber Hooligan mit Überrollkäfig, Tesla-Lenkrad, freiliegenden Kabelsträngen und Schalttafel mit Kippschaltern rechts.
Im TSK Cyber Hooligan bleibt das Tesla-Lenkrad, daneben sitzt eine Schalttafel im Stil eines Kleinflugzeugs mit Fahrwerkshebel „Gear up“ und „Gear down“. (Foto: autorini.de)

Der Cyber Hooligan ist kein Fahrzeug, das man nachbauen oder kaufen soll. Er ist ein Schaustück, das zeigt, was eine Karosseriewerkstatt kann. Dabei überzeugt vor allem die Konsequenz: neue Außenhaut, gekürzte Karosserie und eine neu konstruierte Hinterachse statt aufgeklebter Spoiler. Weniger überzeugt das Gewichtsargument, solange die Außenhaut ausgerechnet aus Edelstahl besteht. Als Beispiel dafür, wie weit man ein Serien-Elektroauto auseinandernehmen und neu aufbauen kann, gehört der Wagen zu den konsequentesten Tesla-Umbauten dieser SEMA. Ob er auch fährt, wie er aussieht, muss er erst noch zeigen.

Die Daten

Schalttafel im Flugzeugstil mit Kippschaltern, Funkbedienteil und Hebel „Gear up/Gear down“ im offenen Innenraum des TSK Cyber Hooligan.
Im TSK Cyber Hooligan sitzt neben dem Tesla-Lenkrad eine Schalttafel mit Kippschaltern und einem Fahrwerkshebel – ein Augenzwinkern, kein Flugzeugbau. (Foto: autorini.de)
  • Basis: Tesla Model S Plaid, Baujahr 2023
  • Leistung: 1.020 hp (rund 1.034 PS)
  • 0–100 km/h: unter 2 Sekunden (Herstellerangabe)
  • Karosserie: Edelstahl und Carbon, unlackiert
  • Fahrwerk hinten: Luftfederbeine innenliegend, waagerecht
  • Reifen: Toyo Proxes R888R, 285/35 ZR20

Quelle: eigene Recherche vor Ort, SEMA Motorshow 2026 Las Vegas, TSK Collision Repair Center