5,02 Meter lang, 1,999 Meter breit, 1,45 Meter hoch, 3,02 Meter Radstand. Der Avatr 12 setzt sich genau in die Nische der großen elektrischen Gran Coupés, wo Langstreckenkomfort und optische Präsenz zählen. Dahinter steht das junge Bündnis aus Changan, Huawei und CATL, das seit 2018 im Premiumsegment mitmischt. Nach dem SUV Avatr 11 kommt jetzt das Modell für alle, die eine eigenständige Silhouette und ein Cockpit wollen, das eher wie ein vernetztes Ökosystem funktioniert. Weltpremiere war im September 2023 in München, die Produktion läuft seit Oktober 2023 in Chongqing. Ab 2024 sollte er auch nach Europa kommen.
Design: Fastback ohne Heckscheibe

Avatr nennt die Formensprache „Futuristic Aesthetics“. Diesmal passt der Begriff. Der 12 steht auf perfekten Proportionen, hat eine scheinbar schwebende Karosserie und ein durchgängiges Fastback-Heck ohne klassische Heckscheibe. Das ergibt ein Hatchback-Coupé, das elegant bleibt, ohne Muskeln aufzuspielen. Weil kein Glas das Heck unterbricht, wirken die Linien deutlich ruhiger und konsequenter. Serienmäßig trägt er 20-Zoll-Leichtmetallräder im Starlight-Sechsspeichen-Design, aerodynamisch ausgeformt und passend zur klaren Linie.
Fastback, neu gedacht
Der Verzicht auf die Heckscheibe ist kein Effekt. Er macht die Silhouette stimmig, schärft das Profil und betont den Coupé-Charakter. Wer auf bruchlose Designsprache steht, findet hier wenig auszusetzen.
Innenraum und Cockpit: Luxus trifft Smart-Ökosystem

Im Innenraum dominiert ruhige Wertigkeit. Nappa-Leder an Lenkrad und Sitzen, eine extrem weiche Dachverkleidung in Wildleder-Optik und eine Mittelkonsole aus europäischem Naturholz liefern die nötige Haptik. Serienmäßig kommt alles in Obsidian Black – dunkel, unaufgeregt, teuer wirkend.
Den Ton gibt Huaweis HarmonyOS 4 vor. Die Zero-Layer-Bedienung räumt alles Überflüssige weg, Apps lassen sich laufend erweitern und mit „Super Desktop“ verschmilzt das Auto mit dem Smartphone. Sprachbefehle sind direkt adressierbar, mehrstufige Kommandos werden schnell verstanden, Smart-Home-Geräte lassen sich nahtlos einbinden. Das Ergebnis ist ein digitales Ökosystem, das den Fahrer nicht mit Menüs zuschüttet.
HarmonyOS 4 im Autoalltag
Die Stärke liegt in den kurzen Wegen. Häufig genutzte Funktionen liegen auf einer Ebene. Wer viel pendelt oder lange Strecken fährt, merkt den Unterschied sofort.
Antrieb und Reichweite: 800-Volt-Power für die Langstrecke

Unter dem Blech arbeitet eine 800-Volt-Architektur mit Siliziumkarbid-Technik. Huawei steuert den DriveONE-Antrieb bei, CATL die 94,5 kWh ternäre Lithium-Batterie. Es gibt zwei Varianten: den Hecktriebler mit 231 kW (310 PS) und den Allradler mit 402 kW (539 PS). Der Allradler sprintet in 3,8 Sekunden auf 100 km/h, der Hecktriebler in 6,7 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt je nach Version bei 220 bzw. 190 km/h. Je nach Version werden bis zu 705 Kilometer nach CLTC angegeben – auf dem Papier also eine echte Langstreckenmaschine. Serienbereifung ist 265/45 R20, optional gibt es 265/40 R21.
800-Volt: Effizienz als Alltagstalent
Die hohe Systemspannung sorgt für kurze Ladefenster und stabile Leistungsabgabe. Genau das, was man braucht, wenn Pendeln und Wochenendtouren abwechselnd entspannt und zügig ablaufen sollen.
Fahrerassistenz: Dreifach-LiDAR für weite Sicht

Ab Werk verbaut Avatr drei LiDAR-Sensoren mit 300-Grad-Abdeckung. Die messen Distanzen im Zentimeterbereich und bilden die Basis für das, was Avatr „airline-level“ nennt. Kern ist Huaweis ADS 2.0 – ein Assistenzsystem, das strukturiert wahrnimmt, vorausschauend arbeitet und auf Autobahn, Landstraße und in der Stadt die Fahraufgabe deutlich entspannen soll. Bei einem großen Gran Coupé, das viel Kilometer sieht, ist das kein Marketing, sondern ein echtes Mittel gegen Ermüdung.
Dreifach-Blick nach vorn
Das Tri-LiDAR-Setup schließt typische tote Winkel und liefert präzise Tiefeninformationen, die Kamera und Radar sinnvoll ergänzen. In komplexen Verkehrslagen zahlt sich das aus.
Fond-Erlebnis und Ausstattung: Kino unter dem Canopy

Optional erhältlich ist das 16-Zoll-Canopy-Display, das sich elektrisch um 100 Grad neigen lässt. Es läuft ebenfalls auf HarmonyOS 4, spielt Filme, Musik und Games und ist nahtlos mit dem vorderen Bildschirm und der Sprachsteuerung verbunden. Die zweite Reihe wird damit tatsächlich zur Lounge – praktisch für Familien und Business-Reisende. Serienmäßig sind die 20-Zoll-Räder und die Obsidian-Black-Ausstattung an Bord.
Die Aufpreisliste bleibt überschaubar: Sportpaket (+800 €), elektronische HD-Spiegel (+1.500 €), elektrisches Tür-Set mit Smart-Sensing (+1.800 €), Luxus-Kino-Paket (+1.500 €), EU-Straßenzulassung (+1.500 €) sowie ein 2-Jahres-Garantie- und Servicepaket (+3.500 €). Lieferzeit liegt bei sechs bis neun Monaten, Logistik kostet zusätzlich 2.800 €.
Markt, Bestellung und Fazit
Der Avatr 12 wurde 2023 als zweites Serienmodell vorgestellt und ab Q4 in China ausgeliefert. Die internationale Einführung inklusive Europa war ab 2024 geplant. Wer jetzt bestellt, hinterlegt eine nicht erstattungsfähige Anzahlung von 500 €. Alternativ gibt es Leasing über 60 Monate mit 10.000 € Anzahlung (netto) und einer Rate von 1.082,33 € netto – zuzüglich 19 Prozent Mehrwertsteuer und Zinsen. Der Barkaufpreis liegt bei 74.940 Euro netto zuzüglich 19 Prozent Mehrwertsteuer.
Der Avatr 12 ist ein charakterstarkes Elektro-Gran-Coupé mit echter 800-Volt-Technik, guter Sensorik und einer Bedienung, die tatsächlich anders ist. Wer mit chinesischen Marken warm wird und Wert auf Reichweite plus digitales Ökosystem legt, bekommt hier ein rundes Paket. Die etablierte Konkurrenz wird trotzdem genau hinschauen.
Bilder: Hersteller
FAQ
1) Was macht den Avatr 12 im Design so besonders – und ist der Verzicht auf eine Heckscheibe im Alltag sinnvoll?
Das auffälligste Merkmal bleibt das durchgängige Fastback ohne Heckscheibe. Die Silhouette wirkt dadurch extrem clean, die Linienführung wird nicht mehr unterbrochen. Statt überzeichnetem Sportcoupé steht hier ein elegantes, ruhiges Gran Coupé. Praktisch hängt alles davon ab, wie gut die Kamera-Spiegel-Lösung nach hinten funktioniert. Wer auf stimmige, futuristische Optik steht, bekommt ein konsequentes Auto. Punkt.
2) Für wen lohnt sich der Avatr 12 eher: Single-Motor (RWD) oder Dual-Motor (AWD)?
Der Hecktriebler mit 231 kW ist die vernünftigere Wahl für alle, die Effizienz, ruhigen Langstreckenkomfort und ein gut dosierbares Antriebsgefühl wollen. Der Allradler mit 402 kW und 3,8 Sekunden auf 100 km/h ist für diejenigen gemacht, die maximale Performance und Traktion brauchen – besonders bei Nässe oder wenn es dynamischer zur Sache geht. Der RWD sprintet in 6,7 Sekunden. Beide profitieren von der 800-Volt-Architektur und kurzen Ladestopps. RWD für entspannt-effizient, AWD für souverän und kraftvoll.
3) Welche Rolle spielen HarmonyOS 4 und die LiDAR-Sensorik – sind das echte Vorteile oder nur „Tech-Show“?
Beides ist echt. HarmonyOS 4 mit Zero-Layer-Logik und Super Desktop macht häufige Funktionen ohne Menü-Tiefen sofort erreichbar. Zusammen mit der Sprachsteuerung wird das Auto tatsächlich zum digitalen Knotenpunkt. Die dreifache LiDAR-Sensorik mit 300-Grad-Abdeckung liefert die nötige Tiefeninformation für Huawei ADS 2.0. Auf langen Autobahnfahrten und im dichten Stadtverkehr reduziert das spürbar Stress. Keine Show – sondern Werkzeug.



