Seit 2025 steht der Avatr 06 beim Händler. Zweites Sedan-Modell der Marke, diesmal als reines BEV und als REEV mit Verbrenner als Generator. Genau diese Kombination macht ihn interessant. Elektrisch im Alltag, dazu der Puffer für die lange Tour. Zwei Ausstattungslinien – Max REEV und Max EV – decken alles ab, vom puristischen Hecktriebler bis zum topausgestatteten Modell.
Design: Kompakte Front und schwebendes Dach

Die Front steht unter Spannung, fast komprimiert. Darüber spannt sich ein falcon-artiges Wing-Motiv über Haube und Leuchten. Die „schwebende“ Dachlinie ohne sichtbare C-Säule streckt die Silhouette und betont die breiten Schultern. 4.855 mm lang, 1.960 mm breit, 1.450 mm hoch auf 2.940 mm Radstand. Das Format verspricht ruhige Autobahnlage. Vorn schwenken elektrische Türen auf, die digitalen Außenspiegel liefern Full-HD-Bilder. Über die gesamte Cockpitbreite zieht sich die interaktive HALO-Anzeige.
Farben mit Charakter
Sechs Lackierungen stehen zur Wahl – von Glossy Black und Grey über Misty Purple bis zu den Zweifarben-Kombinationen Glossy White/Black, Lavender/Black und Coral Red/Black. Je nach Geschmack dezent oder deutlich.
Innenraum: Zero-Gravity-Sitze und ehrliche Materialien
Der Innenraum soll vor allem eines: runterkommen. Vorne sitzen die Zero-Gravity-Sitze, die sich um etwa 120 Grad absenken lassen. 14-fach elektrisch einstellbar, belüftet, beheizt, mit Massage und Memory-Funktion. Zehnlagige Polsterung, Nappa-Leder und Dinamica-Mikrofaser-Decke nach OEKO-TEX Standard 100. Dazu europäische Hölzer, rund 80 Jahre gereift. Sieben Quadratmeter Soft-Touch-Flächen umgeben die Insassen. Die Raummaße sind praxistauglich: 990 mm Kopffreiheit vorn, 956 mm hinten, 118 mm Kniefreiheit vorn und 120 mm im Fond. Handfeste Materialien treffen auf digitale Inszenierung – das funktioniert hier gut.
Wellness trifft Technik
Luxus wird beim Avatr 06 auch über Luftqualität und spürbares Wohlbefinden definiert. Das geht deutlich über die üblichen Premium-Standards hinaus.
Klima als persönlicher Assistent
Das Klimasystem ist eines der stärksten Argumente. Hydro-Nano-Ionisierung, antimikrobielle und antivirale Filter, Pollenabscheidung, Geruchsbeseitigung auf Molekülebene – klingt nach Labor, fühlt sich aber im Alltag einfach angenehm an. Zwei Modi setzen einen eigenen Akzent: „Skin Hydration Boost“ bindet Feuchtigkeit in der Haut, „Hair Repair & Shine“ schont die Haare. Wer trockene Heizungsluft kennt, wird das nicht mehr missen wollen. Technisch arbeitet das Huawei TMS210 mit neungängigen Ventilen als doppelstöckiges Luftstromsystem. Wärme und Kälte lassen sich damit feiner dosieren, leiser führen und effizienter verteilen. Ein seltener Mix aus Komfort, Hygiene und Thermalmanagement.
Antriebe: BEV für Puristen, REEV für Vielfahrer
Bei den Antrieben kann man wählen. Im BEV sitzt der 72,88-kWh-CATL-Shenxing-Akku mit 800-Volt-SiC-Architektur und 5C-Ladefähigkeit. Der Heckantrieb liefert 252 kW und 365 Nm, sprintet in 6,1 Sekunden auf 100 km/h und soll nach CLTC rund 650 km schaffen.
Wer maximale Alltagssicherheit will, greift zum REEV. Der elektrische Heckantrieb leistet 231 kW und 367 Nm, gespeist aus 31,7 oder 45,06 kWh großen CATL-Freevoy-Akkus mit ebenfalls 5C-Ladefähigkeit. Der Verbrenner arbeitet nur als Generator – System „Kunlun“ hält auch bei niedrigem Ladezustand die elektrische Leistungsentfaltung nahezu konstant. Ergebnis: etwa 230 km rein elektrisch und bis zu 1.190 km Gesamtreichweite nach CLTC. Passt genau zu Vielfahrern, die unter der Woche elektrisch pendeln und am Wochenende große Strecken ohne Lade-Stress fahren wollen.
Laden ohne Warteschmerz
Die 5C-Fähigkeit steht für kurze Stopps. Besonders das 800-Volt-BEV profitiert davon. In der Praxis bedeutet das planbare Etappen statt stundenlangem Warten.
Fahrwerk und Assistenz: Präzision mit Voraussicht
Vorn Doppelquerlenker, hinten Mehrlenker – klassisches Rezept für sauberes Einlenken und gute Rückmeldung. Hydraulische Lager, optional Luftfederung und CDC-Adaptivdämpfer halten die Karosserie ruhig, ohne sie aufzuschaukeln. Die 2.120 bis 2.210 Kilogramm werden souverän kaschiert. Das MK C2 Brake-by-Wire liefert definierten Druckpunkt und kurze Reaktionswege. Bei der Assistenz setzt Avatr auf Huawei ADS 4 mit 192-Linien-LiDAR und Kameras. Die Daten fließen direkt in eine vorausschauende Chassisregelung. So bleibt die Limousine auch auf kurvigen Landstraßen langstreckentauglich.
Fazit und Preis
Der Avatr 06 zeigt, wie konkret und differenziert chinesische E-Limousinen mittlerweile werden. Gutes Design, ruhiger Innenraum, zwei sinnvolle Antriebskonzepte. Das Wellness-Klimasystem ist keine Spielerei – im Alltag oft relevanter als der nächste Zehntel beim Sprint. Wer eine sportlich abgestimmte, gleichzeitig komfortable Mittelklasse-Limousine mit hohem Technikanteil sucht, hat hier einen echten Kandidaten.
Preise in China laut offizieller Konfiguration: 239.900 RMB (Max REEV) bzw. 249.900 RMB (Max EV).
Bilder: Hersteller
FAQ
1) Was ist der wichtigste Unterschied zwischen BEV und REEV – und für wen lohnt sich welche Variante?
BEV ist das reine Elektroauto mit großem Akku. Es fährt nur elektrisch und wird nur an der Ladesäule geladen. Ideal, wenn man verlässlich zu Hause oder am Arbeitsplatz laden kann. Der REEV fährt ebenfalls primär elektrisch, nutzt den Verbrenner aber als Generator. Die Fahrdynamik bleibt erhalten, die Reichweitenangst sinkt deutlich. Für Vielfahrer auf Strecken mit dünner Ladeinfrastruktur meist der bessere Kompromiss.
2) Welche Komfort- und Wellness-Technik macht den Avatr 06 im Alltag wirklich besonders?
Die Zero-Gravity-Sitze lassen sich stark absenken, sind 14-fach verstellbar, belüftet, beheizt und mit Massage. Lange Strecken werden spürbar entspannter. Noch auffälliger ist das Klimasystem. Ionisierung, feine Filter und Geruchsentfernung bis auf Molekülebene sorgen für bessere Luft. Die Modi „Skin Hydration Boost“ und „Hair Repair & Shine“ sind keine Marketing-Gags – wer trockene Heizungsluft kennt, merkt den Unterschied sofort.
3) Wie ordnet sich der Avatr 06 bei Leistung, Reichweite und Laden ein – ohne sich in Zahlen zu verlieren?
Die Heckantriebsversionen bewegen sich schon ordentlich – 6,1 Sekunden auf 100 km/h (BEV) bzw. 6,6 Sekunden (REEV) sind realistisch. Beim BEV sorgt der große Akku plus 800-Volt-Architektur für kurze Ladezeiten und brauchbare Reichweite. Der REEV reduziert die Abhängigkeit von Ladesäulen deutlich, behält aber das direkte E-Fahrgefühl. Unterm Strich ist die Technik auf reale Langstreckentauglichkeit ausgelegt, nicht nur auf Prospektwerte.



