Mercedes G als nobler Minicamper
Der ORC-Umbau macht den Mercedes G zum noblen Minicamper: Vielseitig ausgerüstet, komfortabel und bereit für Abenteuer – die perfekte Kombination aus Luxus und Geländetauglichkeit.

Mercedes G als nobler Minicamper: ORC macht den Klassiker reisetauglich

Ein Mercedes G als nobler Minicamper? Bei ORC in Holzgerlingen lautet die Antwort ganz klar: ja. Der Umbau zeigt, wie sich der Kult-Geländewagen mit durchdachten Details zum komfortablen Reise-Offroader entwickelt – ohne seinen kernigen Charakter zu verlieren.

Ein Geländewagen wird zum Minicamper

Schon auf den ersten Blick wirkt der G wie aus dem Ei gepellt: tiefschwarz, geschemt, bereit für den Fototermin vor der ORC-Werkstatt. Der Lack glänzt in der Sonne, innen ist alles sauber – fast zu schade, um den Klassiker gleich ins Gelände zu schicken. Andererseits: Ein G ist nun mal ein Geländewagen. Wer dauerhaft geschickt bleiben will, wäre eher als Limousine glücklich geworden.

Mercedes G als nobler Minicamper – Getränkehalter
Gut, dass Getränkehalter montiert sind – bei unserem Fototermin war es heiß. (Foto: autorini.de)

Draußen herrscht Hochsommer, die Temperatur klettert über die 30-Grad-Marke – da werden praktische Details plötzlich besonders wertvoll. Im Cockpit sitzen ORC-Getränkehalter, die an solchen Tagen mehr sind als nur Zubehör. Auch der nachgerüstete Tempomat passt ins Konzept: längere Strecken lassen sich entspannter abspulen. Und dank Sitzschienenverlängerung finden selbst großgewachsene Fahrer eine deutlich angenehmere Sitzposition.

Ein paar mehr PS und Platz fürs Gepäck müssen sein

Damit der Reise-G nicht nur gut aussieht, sondern auch auf der Langstrecke überzeugt, bekommt er technische und komfortorientierte Upgrades. Eine kräftige Leistungssteigerung auf 295 PS und 660 Newtonmeter trifft auf eine deaktivierte Geschwindigkeitsbegrenzung – damit wirken Autobahnetappen weniger zäh und das Ziel rückt schneller näher. Für die passende Unterhaltung sorgt eine Alpine-Multimedia-Station samt abgestimmtem Soundsystem mit Subwoofer, Hochtönern und Lautsprechern.

Mercedes G als nobler Minicamper
Dank der Leistungssteigerung auf 295 PS geht’s auch abseits der Straße flotter. (Foto: autorini.de)

Mindestens genauso wichtig wie Leistung ist Stauraum – und genau da legt ORC nach. Über den hinteren Radläufen sitzen zwei Staukästen, zwischen den Radläufen findet sich eine Schublade plus weiteres Staufach. Zusätzlich kommt unter dem Dach ein abschließbares Fach hinzu. So lassen sich Gepäck, Werkzeug und Reise-Equipment sauber und griffbereit unterbringen, ohne dass im Innenraum Chaos entsteht.

Mercedes G als nobler Minicamper – Staukästen und Schublade
In den seitlichen Staukästen und der Schublade können Gepäck und Ausrüstung verstaut werden. (Foto: autorini.de)

Wenn es im Gelände nicht weitergeht

Bergeausrüstung muss dabei nicht im Innenraum herumfliegen. Im Reserverad steckt ein zusätzliches, ebenfalls abschließbares Staufach – ideal für alles, was zur Winde gehört oder im Notfall schnell zur Hand sein soll.

Die Winde stammt von Warn und sitzt vorn in einer Le-Tech-Seilwindenstoßstange, die ORC im Programm hat. Dazu passt das Offroad-Paket: ein Vier-Zoll-Fahrwerk mit ORC-Federn und Bilstein-Dämpfern, AT-Reifen in 285/75 R16, komplett abschaltbares ESP und die drei serienmäßigen Sperren. Damit sollte der G nicht so leicht festfahren. Verlängerte Stahlflex-Bremsleitungen an der Vorderachse schaffen zudem mehr Bewegungsfreiheit, wenn es mal ordentlich ausfedern muss.

Mercedes G als nobler Minicamper – Unterfahrschutz
Damit im Gelände nichts kaputtgeht, montierten die ORC-Mechaniker Unterfahrschutzplatten. (Foto: autorini.de)

Für ruppigere Passagen schützt ORC die empfindlichen Bereiche: Unterfahrschutzplatten, seitliche Rockslider und zusätzliche Doppelrohr-Seitenschutzbügel sollen Schläge von unten und Kontakt an den Schwellern abfangen. Auch an die Beleuchtung wurde gedacht: Scheinwerfer, Blinker und Rückleuchten sitzen hinter Schutzgittern, damit kleinere Rempler mit Ästen oder Buschwerk nicht sofort teuer werden.

Mercedes G als nobler Minicamper

Oben drauf sitzt das Element, das den G endgültig zum Minicamper macht: Der Dachaufbau wirkt zunächst wie ein klassisches Klappdach, entpuppt sich aber als separates Dachzelt. Weil die Füße über die komplette Dachrinne geführt sind, entsteht optisch der Eindruck eines fest integrierten Aufklappdachs.

Mercedes G als nobler Minicamper – Dachzelt und Markise
Dachzelt und Markise sorgen dafür, dass man nahezu überall nächtigen kann. (Foto: autorini.de)

Das Oberteil ist komplett aus Metall gefertigt – was die Verwechslung mit einem Klappdach noch nachvollziehbarer macht. Hydraulikdämpfer unterstützen beim Öffnen, Seitenwände und Einstieg bestehen aus Zeltstoff. Integrierte LED-Fernscheinwerfer bringen zusätzliches Licht bei Nachtfahrten, und eine seitliche Markise schafft Schatten oder schützt vor einem spontanen Regenschauer.

Mercedes G als nobler Minicamper – Dachzelt
Das Dachzelt bietet Platz für zwei Personen. (Foto: autorini.de)

Unser Fazit zum G als Minicamper

So präsentiert sich der ORC-G als rundes Reise-Fahrzeug: komfortabler auf der Strecke, besser organisiert beim Gepäck und zugleich mit souveränen Offroad-Eigenschaften. Einzig die geplante „Schmutzprobe“ ließ sich beim Fototermin kaum erzwingen – zu trocken, keine Pfützen, kein Matsch weit und breit. Immerhin: Ein feiner Staubfilm stand dem tiefschwarzen G am Ende erstaunlich gut.