Ein großes Cabrio muss mehr können, als nur das Verdeck zu öffnen. Es braucht vier brauchbare Plätze, echten Klang, hohes Tempo und die Gelassenheit, die ein Grand Tourer mitbringen muss. Der Maserati GranCabrio Trofeo trifft diesen Spagat ziemlich gut. Vier Sitze, Stoffverdeck, ein V6, der nicht nur Kulisse sein will. Kein reines Zweier-Posemobil, sondern ein offener Viersitzer für Menschen, die lange Strecken mit offenem Dach wirklich erleben wollen. 550 PS, Allrad und 316 km/h Spitze sind dabei kein Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck.
Ein Cabrio für vier statt nur für die Galerie

Der eigentliche Reiz liegt nicht in den reinen Datenblättern. Entscheidend ist, wie selbstverständlich dieses Auto großen Auftritt mit echter Nutzbarkeit verbindet. Drei Mitfahrer steigen ein, ohne dass der Gran-Tourer-Charakter leidet. Das Cockpit ist auf handwerklichen Komfort ausgelegt, nicht auf sterile Bedienlogik.
Mit 4966 mm Länge hat der Trofeo die Präsenz eines klassischen Reisewagens. Gleichzeitig bleibt er ein offenes Auto, das nicht nur auf Boulevards glänzen soll. Bei geschlossenem Verdeck bleiben 172 Liter Kofferraum. Kein Kombi-Wert, aber für ein luxuriöses Performance-Cabrio mit Stoffverdeck ein klares Zeichen, dass man auch an reale Reisen und Wochenenden gedacht hat.
Die Tradition des offenen Maserati
Der GranCabrio setzt eine lange Linie fort. Bereits 2009 kam das erste viersitzige Cabriolet der Marke. Es folgten die sportlicheren Sport- und MC-Varianten. Der aktuelle Trofeo greift diese Geschichte auf, arbeitet aber mit deutlich modernerer Technik und einer spürbar schärferen Leistungsstufe.
Nettuno-V6: 550 PS für den offenen Grand Tourer

Im Zentrum steht der Nettuno V6 Biturbo. 550 PS und 650 Nm Drehmoment. 0 auf 100 km/h in 3,6 Sekunden, Spitze 316 km/h. Zahlen, die man bei einem geschlossenen Sportwagen schon respektieren würde. In einem viersitzigen Cabrio bekommen sie eine andere Bedeutung: Es geht um schnelle, weite Etappen mit offenem Dach, nicht primär um Rundenzeiten.
Die Kraft wird über Allrad auf die Straße gebracht. An der Hinterachse arbeitet ein elektronisch geregeltes Sperrdifferenzial. Für ein leistungsstarkes Cabrio ist das wichtig. Offene Autos neigen zum Übersteuern unter Last – das E-LSD und der Allrad sorgen dafür, dass die 650 Nm auch bei geöffnetem Verdeck sauber und beherrschbar bleiben. Besonders im Sport-Modus ein spürbarer Vorteil.
Trofeo heißt: mehr Schärfe im Detail
Zur Trofeo-Ausstattung gehören serienmäßig E-LSD, Sportauspuff, beheiztes Lenkrad, Alcantara-Dachhimmel und der Nackenwärmer. Dazu kommen geschmiedete 20/21-Zoll-Pegaso-Räder. Optional gibt es Tridente-Räder, die die Spur vorn um 10 mm und hinten um 14 mm verbreitern.
Der faszinierende Punkt: der Klang unter freiem Himmel

Bei einem offenen Maserati ist der Sound kein Beiwerk. Der serienmäßige Sportauspuff mit aktiven Klappen liefert in Sport- und Corsa-Modus genau das, was man sucht: voluminös, harmonisch, unverkennbar italienisch. Mit offenem Dach sitzt man deutlich näher am Geschehen. Der Motor ist präsenter, die Straße näher, das Wetter direkt spürbar. Der Auspuff verstärkt diesen Eindruck, ohne das Auto zum permanenten Lärmmacher zu machen. Die Balance stimmt – Gänsehaut auf der Landstraße, erträglich auf langen Autobahnetappen.
Komforttechnik für längere Tage mit offenem Dach
Der Trofeo kommt serienmäßig mit Luftfederung. Sie passt Höhe und Dämpfungscharakter an die Situation an und senkt das Auto im Corsa-Modus ab. Damit wird deutlich, worum es Maserati geht: Das Auto soll auf der Landstraße scharf sein, im Alltag aber nicht nerven.
Der Nackenwärmer ist kein Gag, sondern wirklich nützlich. Er verlängert die Cabrio-Saison spürbar. Zusammen mit beheiztem Lenkrad und Alcantara-Dachhimmel entsteht ein Innenraum, der nicht nur edel aussieht, sondern praktische Offenfahr-Fragen löst. Das Sonus-faber-System passt ins Gesamtbild.
Digital, aber nicht kühl
Im Cockpit arbeiten drei große Digitaldisplays. Bedienung erfolgt über Touch, Sprache oder kurze Gesten. Die Displays geben haptisches Feedback per Vibration – ein kleines, aber wichtiges Detail. Touchflächen ohne klare Rückmeldung funktionieren im Auto nicht.
Individualität aus Modena und klare Effizienzdaten
Über das Fuoriserie-Programm lässt sich der Wagen in Modena fast beliebig individualisieren. Für Kunden, die ein solches Auto kaufen, ist das kein nettes Extra, sondern Teil der Sache. Farbe, Material und Details sind hier entscheidend.
Die WLTP-Werte lauten 10,5–10,4 l/100 km kombiniert und 238–235 g/km CO₂. CO₂-Klasse G. Das überrascht niemanden. Wer 550 PS aus einem Biturbo-V6 in einem offenen Viersitzer bewegt, kauft keinen Sparmeister. Man kauft Charakter. Und davon liefert der Trofeo reichlich.
Bilder: Hersteller
FAQ
Für wen ist der Maserati GranCabrio Trofeo eigentlich gedacht?
Für Fahrer, die ein wirklich vielseitiges Luxus-Cabrio wollen. Vier vollwertige Plätze, sportliche Fahrleistung und genug Komfort für lange Reisen mit Gepäck und Mitfahrern. Wer nur ein reines Wochenend-Tracktool sucht, ist hier falsch. Der Trofeo kann beides – und genau das macht ihn selten in diesem Segment.
Was macht den Klang des GranCabrio Trofeo so wichtig für das Fahrerlebnis?
Bei offenem Verdeck wird der Sound zum zentralen Bestandteil des Erlebnisses. Man sitzt näher am Motor und näher an der Straße. Der Nettuno-V6 mit Sportauspuff liefert dann keine bloße Geräuschkulisse, sondern echte akustische Rückmeldung. Wichtig ist die Dosierung: Er darf begeistern, aber auf der Autobahn nicht ermüden. Diese Balance beherrscht der Trofeo gut.
Kann der Maserati GranCabrio Trofeo mehr als nur schnell und elegant sein?
Ja. Genau das ist seine Stärke. Luftfederung, Nackenwärmer, nutzbarer Kofferraum und vier brauchbare Sitze zeigen, dass er nicht nur für schöne Sonntagsausfahrten gebaut wurde. Er taugt als Reisewagen, solange man den Verbrauch eines 550-PS-V6 akzeptiert. Wer Stil, Klang, Tempo und Alltagstauglichkeit in einem Paket sucht, bekommt hier ein sehr stimmiges Auto.



