5,48 Meter lang, zwei Meter breit, 1,54 Meter hoch, 3,37 Meter Radstand. Der Maextro S800 zielt ohne Umschweife auf das Revier der Mercedes-Maybach S-Klasse – nur konsequent elektrisch und mit optionalem Range-Extender. Trotz der Abmessungen wirkt er nicht protzig, sondern präzise inszeniert. Millionenpixel-Scheinwerfer mit Starlight-Elementen, versenkte Türgriffe und die Nebula Scroll mit 1.785 einzelnen Lichtpunkten setzen die Akzente. Der Lack im Spiegelglanzverfahren erreicht 96,3 Prozent Reflexionsgrad. Bei Sonne entdeckt man auf jeder Kante eine neue Spiegelung. Hier geht es um den Maextro S800.
Design, Licht und Proportion: Bühne frei

Lichtsignatur mit Sternenmotiv
Die Front spannt ein klares Sternenmotiv über den breiten Bug, flankiert von 96-facettierten Kristallscheinwerfern. Selbst die ausfahrenden Türgriffe inszenieren das Thema mit einer versteckten Galaxy-Show. Innen setzt die Nebula Scroll das Motiv fort, reagiert dynamisch auf Bewegung und erzeugt eine ruhige, fast feierliche Atmosphäre. Die Proportionen passen: lange Haube, gestreckte Silhouette, niedrige Höhe. Präsenz ja, aber durch Details statt optischer Lautstärke.
Innenraum und Erlebnis: Lounge trifft Tech
Raumgefühl, Sitze, Anzeigen
Flacher Boden, 3,4 Quadratmeter Nutzfläche und 2.200 Millimeter Längsraum – das merkt man nicht nur auf dem Papier. Vorn spannt sich ein durchgehendes Cockpit über 1.448 Millimeter Breite, darüber ein Head-up-Display mit rund 193 Zentimetern Diagonale. Die intelligenten Spiegel bleiben bei Regen klar und unterstützen beim Abbiegen. Die Vordersitze bieten 18-fach elektrische Verstellung, Heizung, Ventilation, Massage, bis zu 30 Grad Neigung und aktive Seitenwangen. Der Queen’s Seat rechts hat 14 Wege, geteilte Lehne und Massage für lange Etappen. In der Vier-Sitzer-Executive-Version gibt es hinten zwei echte Zero-Gravity-Sessel auf Naturwollteppich. Die Fünf-Sitzer-Variante behält die Zero-Gravity-Anmutung bei und legt zwei Kühlzonen im Fond obendrauf. Graphen-Heizelemente in Sitzen, Türen und Armauflagen, ein verstecktes 1,8-Liter-Fach hinten, 445 Liter Kofferraum plus 62 Liter Frunk komplettieren das Paket.
Fahren und Fahrwerk: digitale Souveränität
Das digitale Fahrwerk im Fokus
Der Maextro S800 steht auf dem Turing-Dragon-Chassis mit Omni-Fusion-Architektur. Das voll digitale System liest den Straßenzustand voraus und regelt die Dämpfung in Echtzeit. Vorn Doppelquerlenker, hinten Fünflenker, stufenlos geregelte Dämpfer und Zweikammer-Luftfedern auf einem Aluminium-Luxuschassis. Die Hecklenkung bis ±12 Grad drückt den Wendekreis auf 5,05 Meter – in der Stadt ein echter Gewinn. Die Vierkolben-Festsättel mit elektrohydraulischer Koordination bringen den 2.770 Kilogramm schweren Wagen aus 100 km/h in 34,5 Metern zum Stehen. Beschleunigung liegt je nach Variante zwischen 4,3 und 4,9 Sekunden auf 100, Spitze bei 200 km/h. Aus dieser Größe wird Gelassenheit. Genau das, was sowohl Chauffeure als auch Selbstfahrer wollen.
Antrieb und Laden: 800-Volt-Effizienz
EREV oder BEV – die Wahlfreiheit
Unter dem Blech arbeiten 800-Volt-Siliziumkarbid-Motoren. Serienmäßig kommt der Allrad-Dualmotor: 160 kW Asynchronmaschine vorn mit 208 Nm und 230 kW permanenterregter Motor hinten mit 396 Nm. Systemleistung 390 kW. Es gibt zudem eine Tri-Motor-Variante. Die 65-kWh-Batterie mit 6C-Zellen lädt von 10 auf 80 Prozent in 10,5 Minuten. Für die Langstrecke passt das – der Stopp ist kaum länger als ein Espresso. An der AC-Box dauert es sieben Stunden von 20 auf 90 Prozent. In der EREV-Version liefert ein 1,5-Liter-Turbobenziner mit 80 kW als Generator Strom nach und hält rein elektrisches Fahren bei konstanten 150 km/h stabil. CLTC-Reichweite bis 1.333 Kilometer (davon 400 rein elektrisch), die Tri-Motor-EREV schafft 1.200 Kilometer. Nach WLTC sind es 1.102 Kilometer kombiniert – die für Europa relevante Zahl.
Sicherheit und Struktur: Schutz als System
Karosserie, Airbags, Batterie
92 Prozent der Karosseriestruktur bestehen aus hochfestem Stahl und Aluminium, davon 24 Prozent warmumgeformter Stahl jenseits 1.500 MPa. Die Xuanwu-Architektur mit 10 Quer- und 9 Längsträgern plus einteiligem 2.000-MPa-Türring bringt 53.300 Nm/Grad Torsionssteifigkeit. Das Dach hält bis zu 16 Tonnen. Aluminium-Druckguss an Heckboden und Vorderachsträger spart Gewicht und verbessert das Crashverhalten. Seitenhaken reduzieren Türintrusionen. Bis zu 13 Airbags plus 32 Sensoren für 3D-Umfelderkennung. Das Angel-Seat-System konditioniert bei drohender Kollision Sitze, Gurte und Fenster vor und ruft nach einem Unfall automatisch Hilfe. Die Whale-Battery-2.0 setzt auf großflächige Dual-Flüssigkühlung, Thermoelektrik-Trennung und fünffachen Unterbodenpanzer. Verstärkte Seitenschweller und ein Batterie-Crashträger komplettieren den Schutz. Doppelte Redundanzen und vierfache Tür-Notentriegelung runden das Bild ab.
Einordnung, Verfügbarkeit und Preis
Marktposition und Perspektive
Der Maextro S800 ist das erste Modell der gemeinsam von Huawei und JAC entwickelten Luxusmarke. Hightech und Großserien-Know-how unter einem Dach. Die Ausrichtung als Chauffeur-Limousine mit hohem Selbstfahrer-Anteil passt zu den Sitzkonzepten, der Geräuschdämmung und dem vorausschauenden Fahrwerk. Einen konkreten Starttermin für Deutschland gibt es noch nicht. Interessenten müssen sich gedulden.
Was den Wagen interessant macht: Das mitdenkende Chassis, die extrem schnelle 800-Volt-Ladung und ein Interieur, das echte Probleme löst – Ruhe, kurze Ladepausen, souveränes Handling trotz XXL-Format. Die Preise lagen zum Marktstart umgerechnet bei 94.000 bis 135.000 Euro. In dieser Liga ein klares Statement.
Bilder: Hersteller
FAQ
1) Für wen ist der Maextro S800 gedacht – Chauffeur-Limousine oder selbst gefahrenes Technik-Flaggschiff?
Er bedient beide Welten. Hinten locken die Executive-Variante mit Zero-Gravity-Sesseln, Naturwollteppich und Kühlzonen klassische Chauffeur-Kunden. Gleichzeitig sorgen Hecklenkung, 34,5 Meter Bremsweg aus 100 und 4,3 bis 4,9 Sekunden auf 100 dafür, dass auch der Selbstfahrer seinen Spaß hat. Wer Maybach-Komfort mit elektrischem Antrieb sucht, findet hier beides ohne Kompromisse.
2) Was bedeutet EREV im Alltag – und wann wäre BEV die bessere Wahl?
EREV heißt: Du fährst immer elektrisch. Der 1,5-Liter-Turbobenziner arbeitet nur als Generator und liefert bei Bedarf Strom nach. Das nimmt Reichweitenangst, besonders auf langen Strecken oder bei dünner Ladeinfrastruktur, und hält den elektrischen Betrieb selbst bei 150 km/h konstant stabil. Das reine BEV ist die bessere Wahl, wenn du überwiegend zu Hause oder am Arbeitsplatz laden kannst. Weniger Bauteile, kein Tankstellenbesuch, klarer Fokus auf Effizienz. Beide Varianten nutzen die schnelle 800-Volt-Technik und denselben Luxuskomfort.
3) Welche Technik macht den S800 trotz Größe (und Gewicht) so souverän – und was bringt das wirklich?
Das Turing-Dragon-Chassis mit Omni-Fusion liest die Straße voraus und regelt Dämpfung und Luftfedern in Echtzeit. Doppelquerlenker vorn, Fünflenker hinten, stufenlos geregelte Dämpfer und Hecklenkung bis zwölf Grad reduzieren den Wendekreis auf 5,05 Meter. Dazu kommen starke Bremsen und eine ausreichende Leistungsentfaltung. Aus 2,77 Tonnen wird keine träge Masse, sondern gelassene, präzise Oberklasse. In der Stadt spart die Hinterachslenkung Nerven, auf der Autobahn bleibt die Karosserie ruhig. Genau das, was man in dieser Klasse braucht.


