Der Aston Martin One-77 gehört zu jenen Fahrzeugen, die selbst unter Sportwagenfans eine eigene Liga bilden. Das hier betrachtete Exemplar, ein silberner, im Februar 2012 erstzugelassener Gebrauchtwagen mit lediglich 1.348 Kilometern Laufleistung, verdeutlicht, warum dieses Modell als Sammlerstück gilt. Zwei Vorbesitzer, Coupé-Karosserie mit zwei Türen, Mehrwertsteuer ausweisbar – formal liest sich das nüchtern. Doch hinter den Zahlen verbirgt sich ein Hypercar der jüngeren Automobilgeschichte.
7,3-Liter-V12 und Carbon-Monocoque für Puristen

Im Zentrum des Aston Martin One-77 steht ein 7,3-Liter-V12-Benzinmotor, der 595 kW beziehungsweise 760 PS leistet. In Verbindung mit einem 6-Gang-Automatikgetriebe erreicht dieses Triebwerk eine Höchstgeschwindigkeit von 355 km/h. Der Verbrauch von 16 Litern pro 100 Kilometern und ein CO₂-Ausstoß von 572 g/km ordnen den One-77 in die Welt kompromissloser Supersportwagen ein – ein Auto für besondere Momente, nicht für den täglichen Pendelverkehr.

Technisch interessant ist die Kombination aus steifem, leichtem Carbonfaser-Monocoque und handgefertigter Aluminiumkarosserie. Diese Bauweise ist sonst vor allem aus dem Rennsport und wenigen Straßensportwagen bekannt. Sie reduziert Gewicht, erhöht die Fahrdynamik und sorgt für eine präzise Rückmeldung.

Design-Ikone und rarer Abschluss einer Ära

Optisch bleibt der One-77 auch ohne extremen Flügelaufbau ein Aufreger. Die nahtlos wirkende, aus Aluminium handgeformte Karosserie und die ausladend modellierten hinteren Kotflügel verleihen dem Coupé eine Spannung, die schon im Stand an hohe Geschwindigkeiten erinnert. Diese markanten, ausgestellt wirkenden Heckflanken sind mehr als ein Blickfang: Sie betonen die breite Spur und lassen erahnen, wie viel mechanischer Grip dieses Auto aufbaut.

Historisch nimmt der One-77 eine Sonderrolle ein. Er gilt als exklusivstes Modell der sogenannten Gaydon-Ära von Aston Martin. Die Produktion lief 2012 mit dem 77. und letzten Fahrzeug aus – entsprechend streng limitiert ist die Gesamtstückzahl. Präsentationen auf renommierten Concours-Veranstaltungen und Designauszeichnungen unterstreichen seinen Status als rollende Skulptur. Dass das hier beschriebene Fahrzeug bereits verkauft ist und der Preis nicht genannt wird, passt ins Bild: Der Markt für derart seltene Sammlerstücke funktioniert jenseits klassischer Preislisten. Für Liebhaber hochkarätiger Supersportwagen bleibt der One-77 eine messbare Größe – in Kilometern, Kilowatt und in seiner Bedeutung für die Geschichte der Marke Aston Martin.




Quelle: Amian Collection Cars (Bilder: Amian Collection Cars)



