Beim CarPoint GT-K44 sieht man sofort, was beim 944 ab Werk nie existierte: ein Kombiheck. Genau das macht den Reiz aus. Aus dem klassischen Transaxle-Sportwagen wird ein zweitüriger Shooting Brake – vorne Coupé, hinten praktischer Reisewagen. CarPoint aus Karlsruhe, die sich seit Jahrzehnten mit Porsche-Oldtimer-Ersatzteilen beschäftigen, hat eine Idee wieder aufgenommen, die seit über 40 Jahren bei außergewöhnlichen Umbauten immer wieder auftaucht.
Das erste fertiggestellte Exemplar steht auf einem 944 S2. Drei Liter Vierzylinder, 211 PS. Lack in Oakgrün, Innenraum mit dem klassischen Pascha-Muster. So mischt der GT-K44 den Charakter der frühen Neunziger mit einer Silhouette, die bekannt wirkt und doch komplett neu ist.
Eine alte Idee bekommt eine neue Karosserie

Mitte der Achtziger hat alles angefangen. CarPoint-Gründer Andreas Freund fuhr damals einige Monate einen Porsche 924 Turbo, den Günter Artz aus Hannover zum Kombi umgebaut hatte. Verlängertes Dach, die Mischung aus Sportwagen und praktischem Reisewagen plus die regelmäßigen Touren an den Gardasee – das hat sich eingeprägt. Später ging der Wagen bei einer Auktion in Paris weg. Die Idee blieb.
Jahrzehntelang hat Freund nach einem vergleichbaren Transaxle-Porsche mit Kombiheck gesucht. Er fand keinen. Den letzten Anstoß lieferte Designer Michael Söhngen. Anfang 2026 entstand aus einem Gespräch die Skizze eines 944 als eleganten Shooting Brake.
Vom Entwurf zum CarPoint GT-K44

Söhngens Zeichnung zeigte schon genau das, was das Präsentationsfahrzeug heute ausmacht: Oakgrün außen, Pascha innen, die gestreckte Dachlinie. Aus dem Papier wurde ein reales Auto. Der Name GT-K44 fasst es kurz zusammen. GT für Gran Turismo, K44 verbindet die 944-Basis mit der neuen Karosserie.
Kein Umbausatz, sondern Handarbeit
Klarstellen muss man: Der GT-K44 ist kein Bausatz und keine Serienvariante. Jedes Fahrzeug entsteht als Einzelstück. Mehrere hundert Stunden Karosseriearbeit, Aufbau und Lackierung fließen in jeden Umbau.
Die Heckklappe ist das faszinierende Detail

Man beginnt mit einem normalen 944 Coupé. Dach- und Heckstruktur werden komplett umgebaut, die Dachlinie nach hinten verlängert, die hinteren Seitenteile neu aufgezogen. Die B-Säulen werden angepasst, damit große hintere Seitenscheiben und die neue Dacharchitektur passen.
Der eigentliche Clou liegt in der Heckklappe. Statt der gläsernen Serienklappe kommt eine neue Blechkonstruktion. Das originale Blech zwischen den Rückleuchten wird entfernt, sodass die Klappe bis zur Stoßstange reicht. Gleichzeitig greift sie rund 40 Zentimeter ins Dach hinein.
Mehr Zugang zum Gepäckraum

Genau diese Konstruktion bringt den praktischen Nutzen. Beim Öffnen ist der Gepäckraum nicht nur von hinten, sondern teilweise auch von oben zugänglich. Größere Gegenstände einzuladen wird deutlich einfacher. Der 944 bleibt Sportwagen, bekommt aber eine echte Alltagsebene dazu.
Auch die Rückleuchten sind neu integriert. Die originalen einteiligen Leuchten mit je sechs rechteckigen Feldern werden geteilt. Die beiden inneren Felder sitzen als separate Reflektoreinheiten in der Klappe, die vier äußeren bleiben an der Karosserie. Die aktiven Leuchten bleiben fest am Blech.
Innen bleibt der 944 ein 2+2

Im Innenraum zieht sich die neue Dach- und Fensterlinie konsequent durch. Neuer Dachhimmel, angepasste hintere Verkleidungen und saubere Übergänge zur neuen Karosserie. Für 944-Kenner wichtig: Die serienmäßige Rücksitzbank bleibt erhalten. Der GT-K44 behält damit die 2+2-Konfiguration des Originals.
Klassische Muster oder neues Interieur
Das Präsentationsfahrzeug trägt Pascha. Das muss nicht so bleiben. Klassische Stoffe und Muster wie Pascha, Schottenkaro oder Pepita sind möglich. Wer will, lässt das Interieur komplett neu aufbauen. Lordosenstütze, Sitzheizung, Turbo-Sitze, anderes Lenkrad, modernes Radio, Navigation oder eine gute Soundanlage – alles geht.
Basis: 944 S2 oder Turbo

Das erste Auto nutzt einen 944 S2 mit drei Litern und 211 PS. Bei Kundenausführungen muss das nicht sein. CarPoint empfiehlt besonders den S2 mit 211 PS und die Turbo-Modelle mit 220 oder 250 PS. Schaltgetriebe oder Automatik – je nachdem, was das Basisfahrzeug bereits hat. Etwas anderes einzubauen ist nicht vorgesehen.
Wer noch keinen passenden 944 hat, lässt sich von CarPoint bei der Suche helfen. Sinnvoll ist ein Spenderauto, das bei Motor, Getriebe, Farbe und Ausstattung möglichst nah an der gewünschten Konfiguration liegt.
Ein Einzelstück mit Straßenzulassung

Neben der Karosserie lässt sich fast alles weiter individualisieren. Rad-Reifen-Kombinationen, Fahrwerk nach Wunsch, maßgeschneiderte Abgasanlagen, Leistungssteigerungen oder ein komplett neues Interieur. Andreas Freund bringt es auf den Punkt: „Zum fliegen bringen wir ihn nicht – aber fast alles andere ist machbar.“
Nach dem Umbau wird jeder GT-K44 in Deutschland nach § 21 StVZO von einem amtlich anerkannten Sachverständigen begutachtet. Anschließend erteilt die Zulassungsbehörde die neue Betriebserlaubnis und passt die Papiere an.
Der Preis des CarPoint GT-K44
Abgeholt wird in Karlsruhe. Eine Überführung lässt sich gegen Aufpreis organisieren. Begutachtung und Vorführung sind im Umbaupreis enthalten, die Gebühren der Zulassungsbehörde trägt der Kunde. Der Umbau eines mitgebrachten Porsche 944 zum GT-K44 kostet in der Grundausstattung 100.000 Euro netto. Das Basisfahrzeug ist nicht im Preis, Sonderwünsche werden einzeln kalkuliert.
Bilder: Hersteller
FAQ
Warum ist der CarPoint GT-K44 mehr als nur ein auffälliger Umbau?
Es geht deutlich tiefer als nur Optik. CarPoint hat das gesamte Konzept neu gedacht und Dach, Heckpartie, B-Säulen sowie Innenraum aufwendig angepasst. Die weit nach unten gezogene Heckklappe verändert den Nutzwert spürbar. Trotzdem bleibt der Kern des 944 erhalten – ein 2+2 mit sportlicher Basis. Diese ehrliche Verbindung aus mehr Alltagstauglichkeit, echter Handarbeit und Respekt vor dem Original ist das, was den GT-K44 für Kenner interessant macht.
Für wen ist ein solcher Porsche 944 als Shooting Brake überhaupt interessant?
Für Leute, die klassische Porsche schätzen und etwas suchen, das wirklich selten ist. Wer den 944 wegen seiner Technik und Linie mag, aber mehr Stauraum und echte Exklusivität will. Sammler, Restomod-Fans und Kunden mit Sinn für ungewöhnliche Karosserien. Weil jedes Auto als Einzelstück entsteht, spielt die eigene Mitgestaltung eine große Rolle. Es ist kein Regalprodukt, sondern ein maßgeschneidertes Projekt für Enthusiasten mit Budget und klaren Vorstellungen.
Welche Rolle spielen Individualisierung und Straßenzulassung bei diesem Projekt?
Beides gehört zum Kern. Neben der neuen Karosserie lassen sich Fahrwerk, Räder, Innenraum, Technik und Ausstattung weitgehend nach Wunsch verändern. So wird jedes Fahrzeug anders und passt genau zum späteren Halter. Gleichzeitig soll der Wagen nicht nur auf der Wiese stehen, sondern wirklich gefahren werden. Deshalb erfolgt nach dem Umbau die Begutachtung nach § 21 StVZO und die offizielle Zulassung. Das Ergebnis ist ein einzigartiges Auto, das man auch im Alltag bewegen kann.
Rechtlicher Hinweis:
Der CarPoint GT-K44 ist ein Umbau der CarPoint GmbH auf Basis eines vom Kunden bereitgestellten Porsche 944. Er ist kein Produkt der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG,
Stuttgart. Die CarPoint GmbH ist ein von der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG unabhängiges Unternehmen; der Umbau wird von ihr weder autorisiert noch unterstützt, und es
bestehen keine rechtlichen oder wirtschaftlichen Verbindungen. „Porsche“ und die Porsche-Modellbezeichnungen sind Kennzeichen der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG und werden
ausschließlich zur Bezeichnung des Basisfahrzeugs verwendet.



