Der Nettuno-V6 schiebt schon ab 2.500 U/min mit 650 Nm an. Das ist der Punkt, an dem der GranTurismo Trofeo 2027 seine eigentliche Qualität zeigt: ein langes, viersitziges Coupé, das echte Langstreckentauglichkeit mit präziser Fahrdynamik verbindet. Kein reiner Wochenend-Renner, sondern ein Sportwagen für Leute, die täglich 500 Kilometer fahren und dabei weder Komfort noch Charakter opfern wollen.
Grand Touring bedeutet hier nicht Abwiegeln, sondern beides gleichzeitig auf hohem Niveau. Der Trofeo packt luxuriösen Innenraum, moderne Fahrwerktechnik und einen richtig guten V6 in ein stimmiges Gesamtpaket.
Ein Grand Tourer mit scharfem Kern

Unter der Haube arbeitet der Nettuno-V6 mit 590 PS und 650 Nm ab 2.500 U/min. Für Fahrer großer Coupés ist genau diese frühe, breite Leistungsentfaltung entscheidend. Auf der Autobahn, beim zügigen Herausbeschleunigen aus der Kurve oder beim spontanen Überholvorgang spürt man sofort die Reserve. Das ist das echte Gran-Turismo-Gefühl.
590 PS für die große Reise
Gegenüber dem 490 PS starken Basismodell legt der Trofeo 100 PS zu. Über 320 km/h Spitze sind drin. Die Zahl steht weniger für Angeberei als für Gelassenheit. Ein Auto mit solchen Reserven bewegt sich im Alltag ruhiger und souveräner. Man muss nicht ständig am Limit fahren, um zu wissen, dass noch reichlich da ist.
Das faszinierende Detail: der Corsa-Modus
Der Corsa-Modus ist der eigentliche Clou am Trofeo. Er verändert nicht nur ein paar Kennfelder, sondern greift gleichzeitig in Traktionsregelung, Feder-Dämpfer-Abstimmung, Getriebelogik und Launch Control ein. Aus dem komfortablen Reisecoupé wird innerhalb von Sekunden ein fokussiertes Sportgerät.
In Sport und Corsa öffnen die aktiven Klappen komplett, die Feder-Dämpfer-Abstimmung geht auf ihre härteste Einstellung, der Sound wird deutlich intensiver. Der serienmäßige Sportauspuff mit neu entwickelten Zentralrohren und optimierten Schalldämpferresonatoren liefert einen vielschichtigen, tiefen Klang. Kultiviert, aber nie steril.
Traktion, Luftfederung und die Kunst der Balance
Das elektronisch geregelte Hinterachsdifferenzial (E-LSD) macht einen spürbaren Unterschied. Es verbessert das Einlenkverhalten und sorgt für deutlich bessere Traktion beim Herausbeschleunigen. Leistung ist nur dann wirklich gut, wenn sie sauber auf die Straße kommt.
Komfort bleibt Teil des Konzepts
Serienmäßig gibt es Luftfederung. Der Lifter-Modus hebt die Front um 25 mm, praktisch für steile Einfahrten. Dazu gibt es Standardhöhe und eine um 17 mm abgesenkte Position. Im Corsa-Modus senkt sich das Auto automatisch ab, um bessere Aerodynamik und Karosseriekontrolle bei hohem Tempo zu erreichen.
Die Dämpfer passen sich dem gewählten Modus an: Comfort im GT, Sport im Sport-Modus, hart im Corsa. Das klingt erstmal technisch, macht aber genau den Unterschied aus, wenn man wirklich lange Strecken fährt.
Design zwischen Tradition und digitaler Gegenwart

Optisch bleibt der Trofeo klar in der Maserati-Tradition: lange Linien, klare Flächen, sportliche Spannung ohne Kitsch.
Innenraum mit Performance-Akzenten
Im Innenraum setzt der Trofeo auf Materialien und Details. Neu ab 2027 ist das unten abgeflachte Lenkrad mit Alcantara-Einsätzen an den Seiten und der unteren Speiche. Der Dachhimmel ist serienmäßig in Alcantara ausgeführt. Rotes Vollnarbenleder auf den Sitzen, geprägte Maserati-Logos auf den Kopfstützen und die digitale SmartClock setzen klare Akzente.
Drei Displays, vier Plätze, eine lange Linie
Bedienung erfolgt über Sprache, Gesten, Touch und drei große Displays. Im Corsa-Modus ändert das Kombiinstrument Darstellung, Farben, Layout und Informationspriorität komplett. Die Technik passt sich der Fahrsituation an, statt nur zu beeindrucken.
Die Idee reicht bis zum A6 1500 Gran Turismo von 1947 zurück. Der 3500 GT ab 1957 hat das seriennahe, stark motorisierte Grand-Tourer-Konzept geprägt. Der heutige Trofeo führt diesen Gedanken mit Luftfederung, digitalem Cockpit und hochgezüchtetem V6 weiter.
Verbrauch und Einordnung
Nach WLTP liegt der kombinierte Verbrauch bei 10,0 bis 10,3 l/100 km, die CO₂-Emissionen bei 229 bis 235 g/km. CO₂-Klasse G. Wie immer hängen die realen Werte stark von Reifen, Felgen und Fahrstil ab.
Ein konkreter Preis wird hier nicht genannt. Am Ende bleibt ein Auto, das nicht nur mit Leistung punkten will. Der Trofeo kann Langstrecke, hat Charakter und genug technischen Biss, um ein echter Maserati zu sein. Wer das sucht und das nötige Geld hat, bekommt ein sehr stimmiges Paket.
Bilder: Hersteller
FAQ
Für wen ist der Maserati GranTurismo Trofeo 2027 eigentlich gemacht?
Für Fahrer, die einen echten Sportwagen mit Reisetauglichkeit wollen. Er ist ideal, wenn man hohe Durchschnittsgeschwindigkeiten über lange Strecken mit Komfort und Präsenz verbinden möchte. Wer nur Trackdays sucht, nimmt etwas Kompromissloseres. Der Trofeo punktet genau dort, wo die meisten reinen Sportwagen nerven: bei der Alltagstauglichkeit auf der Autobahn und bei spontanen Landstraßen-Etappen.
Was macht den Corsa-Modus im Alltag und beim sportlichen Fahren so besonders?
Er verändert den Charakter spürbar. Im normalen Betrieb ist der Trofeo souverän und komfortabel. Aktiviert man Corsa, strafft sich das Fahrwerk, die Getriebelogik wird aggressiver, das E-LSD arbeitet härter und die Karosserie geht in die tiefste Position. Dazu öffnen die Abgasklappen. Das Ergebnis ist kein künstlicher Effekt, sondern eine zweite, glaubwürdige Persönlichkeit. Genau diese Wandlungsfähigkeit macht den Wagen interessant.
Warum passt ein moderner digitaler Innenraum überhaupt zu einem traditionsreichen Maserati?
Weil Tradition ohne zeitgemäße Technik in dieser Klasse nur Folklore wäre. Die langen Linien, vier Sitze und der starke V6 bleiben erhalten. Die drei Displays und die modusspezifische Instrumentierung liefern aber die Informationen, die man bei hohem Tempo wirklich braucht. Es fühlt sich nicht aufgesetzt an, sondern wie eine logische Weiterentwicklung. Der Trofeo bleibt emotional, wirkt aber nicht von gestern.



