Schwarz, 500 Exemplare, Matthew M. Williams. Der AVATR 011 ist das erste Modell der 0-Serie und bringt Couture, Technik und puristischen Anspruch auf die CHN-Plattform von Changan, Huawei und CATL. Williams, Mitgründer von 1017 ALYX 9SM und ehemaliger Givenchy-Kreativdirektor, hat zusammen mit Avatr-Chefdesigner Nader Faghihzadeh ein durchkomponiertes Objekt geschaffen – außen monochrom, innen mit feinsten Ledern. Keine Pflichtübung zur Elektrifizierung, sondern ein Statement zu Materialien und Fahrintelligenz.
Design und Herkunft: Schwarz als klare Haltung

Der AVATR 011 kennt nur eine Farbe: Obsidian-Schwarz auf Karosserie, Rädern und Emblemen. Die Lackierung „AVATR Black“ arbeitet mit Piano-Baking-Technologie. Der Klarlack enthält ein elastisches Material, das feine Kratzer bei Erwärmung selbst schließt – praktisch, wenn man täglich in der Stadt rangiert. Das optionale Sportpaket legt 22-Zoll gegossene Alufelgen und Aero-Anbauteile an Frontlippe, Schweller und Heckstoßfänger drauf. Besonders gelungen sind die Radnaben, deren Logo beim Fahren stillsteht und die skulpturale Wirkung unterstreicht.

Kooperation mit Modeenergie
Die Mitwirkung von Matthew M. Williams geht deutlich über ein Logo hinaus. Seine markanten Verschlussschnallen finden sich im Interieur wieder und übertragen Couture-Präzision direkt ins Auto.
Leistung und Reichweite: Dualmotor trifft Hochvolt

Zwei Elektromotoren liefern zusammen 425 kW. Das reicht für souveräne Überholmanöver und zügiges Mitziehen auf der Autobahn. Die fast 50:50 Achslastverteilung sorgt für neutrales Einlenkverhalten und gute Spurtreue. Die CATL CTP-Batterie wird mit über 700 km Reichweite angegeben – das macht lange Etappen planbar. Das 750-Volt-System mit 240 kW Ladeleistung verkürzt die notwendigen Stopps spürbar. Alltagstauglich ist anders, aber für ein derart positioniertes Fahrzeug ordentlich umgesetzt.
Plattform-Kompetenz
Die CHN-Architektur von Changan, Huawei und CATL ist das technische Fundament. Antrieb, Speicher und Elektronik sind aufeinander abgestimmt. Man merkt es an der Effizienz, der Ladeleistung und der Fahrdynamik.
Fahrintelligenz: 34 Sensoren und Huawei ADS

Das Huawei Advanced Driving Solution arbeitet mit 34 Sensoren: drei LiDARs, sechs Millimeterwellen-Radare, zwölf Ultraschallsensoren und 13 Kameras. Die Recheneinheit liefert 400 TOPS und verarbeitet die Datenflut in Echtzeit. Im Stadtverkehr entlastet die Technik bei engen, unübersichtlichen Situationen, auf Landstraßen hält sie die Spur sauber und auf der Autobahn liest sie vorausschauend. Wer elektrische Performance nicht nur in kW misst, bekommt hier echten Mehrwert – vorausgesetzt, die Systeme funktionieren im Alltag zuverlässig.
Faszinierendes Feature: Selbstheilender Hochglanzlack
Der Klarlack mit elastischen Komponenten schließt Mikrokratzer, sobald Wärme einwirkt – Sonnenlicht genügt oft. In der Stadt, wo Türen, Taschen und Waschanlagen regelmäßig Spuren hinterlassen, bleibt der Tiefenglanz länger erhalten. Schönes Zusammenspiel aus Design und Funktion.
Innenraum: Handwerk, Ambiente, Komfort

Im Interieur wurde Manufakturarbeit geleistet. Zwei Lederarten – glänzendes Nappa und mattes NUPRIMA – kleiden den gesamten Raum aus. Vier einzeln gesteppte Sitze schaffen Lounge-Charakter, die Rückbank ist als Zweisitzer mit Heizung und Massage ausgeführt. Für Vielfahrer ein echter Pluspunkt. Das Emotion-VORTEX-Ambiente mit weiß fließenden Lichteffekten verbindet Innen- und Außenauftritt. Kabelloses Laden und ein gutes Soundsystem runden das Paket ab.

Co-Branding mit Sinn

Der AVATR-MMW-Schriftzug ist lasergraviert auf den weißen vorderen Bremssätteln, den Einstiegsleisten, den Türen und den Kopfstützen. Die typischen MMW-Funktionsschnallen tauchen an den vorderen Rückenlehnen, unter der Mittelkonsole und am Kofferraumgurt auf. Mode, die tatsächlich einen Nutzen hat.
Auftritt und Einordnung: Limitierung mit Signalwirkung
Premiere hatte der AVATR 011 am 8. April 2022 in Shanghai. Weltweit nur 500 Exemplare, ausschließlich in „011 Black“. Kein Farbenroulette, kein Baukasten – eine durchkomponierte, sammlerfähige Edition. Im Alltag zeigen die Sensorik und das Huawei-ADS, wie stark die Rechenleistung Stress reduzieren kann. Dualmotor und 750-Volt-Technik sorgen für brauchbare Langstreckenqualitäten. Wer chinesische Elektroautos wegen ihrer schnellen Integrationsfortschritte schätzt, sieht hier ein klares Beispiel.
Bilder: Hersteller
FAQ
1) Was macht den AVATR 011 als Limited Edition wirklich besonders – jenseits von „schwarz und limitiert“?
Es ist das geschlossene Gesamtkonzept. Nicht nur eine Sonderlackierung, sondern ein monochromes Design mit klarer MMW-Handschrift. Außen konsequent „011 Black“ mit selbstheilendem Klarlack, innen handverarbeitetes Leder, Lounge-Viersitzer und die typischen Funktionsdetails wie Schnallen und Gravuren. Dazu die harte Limitierung auf 500 Fahrzeuge ohne weitere Individualisierungsoptionen. Das ergibt ein stimmiges Objekt mit Sammlerpotenzial.
2) Wie alltagstauglich ist das Auto bei Reichweite und Laden, wenn man wirklich lange Strecken fährt?
Über 700 km Reichweite laut Hersteller sind ein guter Ausgangspunkt für lange Etappen. Entscheidend ist jedoch, wie schnell das Auto nachladen kann. Das 750-Volt-System mit bis zu 240 kW sorgt dafür, dass Pausen überschaubar bleiben. Die Kombination aus großer Batterie und hoher Ladeleistung macht Pendeln und Autobahnfahrten entspannter – solange die realen Verbräuche nicht zu weit von den Prospektwerten abweichen.
3) Was bringen die 34 Sensoren und Huawei ADS in der Praxis – und wofür sind sie gedacht?
Die 34 Sensoren plus 400-TOPS-Recheneinheit sollen echte Entlastung bringen. Im Stadtverkehr helfen sie bei komplexen, dynamischen Situationen, auf der Landstraße bei Spurhaltung und Übersicht, auf der Autobahn durch vorausschauende Assistenz. Der Mehrwert liegt nicht im Spieltrieb, sondern in einer souveräneren, weniger anstrengenden Fahrt. Ob die Systeme im europäischen Alltag genauso zuverlässig arbeiten wie versprochen, muss der Praxistest noch zeigen.



