402 kW, 687 Nm, 2.425 kg. Der AVATR 012 ist ein schwerer elektrischer Viersitzer, der trotzdem in 3,8 Sekunden auf 100 km/h kommt und bei 220 km/h abgeregelt wird. Fünf Meter zwei Länge, fast zwei Meter Breite, 1,45 m Höhe und ein Radstand von 3,02 m sorgen für sattes Straßenlage und viel Luft im Innenraum. Nur 700 Exemplare entstehen weltweit. Kim Jones hat am Interieur mitgearbeitet – sein Purismus und das Materialgefühl sind deutlich spürbar. Wer chinesische Elektro-Performance im Luxusbereich sucht, bekommt hier ein Auto, das tatsächlich anders ist.
Design, Proportionen und die Details, die zählen

Die Silhouette verbindet Coupé-Linie mit einem kurzen Heck im Hatchback-Stil. Ohne separates Heckfenster, dafür mit Spoiler, der je nach Tempo seine Stellung ändert. Vorne glatte Fläche mit adaptiven LED-Scheinwerfern, hinten ein durchgehendes LED-Band im Stern-Ring-Look. Rahmenlose Türen, bündige Griffe, beleuchtete Markenembleme an den vorderen Türen. Praktisch bleiben 65 Liter Frunk und die elektrische Heckklappe. Anti-UV-Panoramascheibe und Inspiration-Starlight-Dach lassen Licht herein, während Schalldämm-Frontscheibe und getöntes Fondglas für Ruhe sorgen. Statt Spiegel arbeiten Full-HD-Kameras. Das Ganze wirkt nicht verspielt, sondern konsequent. Genau richtig für Fahrer, die ein eigenständiges Elektro-Luxusauto wollen, das im Alltag funktioniert und nachts auf der Landstraße Eindruck macht.
Die Handschrift von Kim Jones
Über einen Meter langer, minimalistischer Mitteltunnel. Dazu vegetabil gegerbtes Nappa-Leder mit Perforation und sauberer Naht, Dachhimmel in Alcantara-Optik und co-gebrandete Gravuren. Understatement, das sich erst beim zweiten Hinsehen richtig erschließt.
Viersitziger Luxus, der Ruhe in Bewegung übersetzt

Konsequent als echter Viersitzer ausgelegt. Die Fondsitze sind vollwertige Plätze mit eigener Klimazone. Insgesamt vier Zonen, sauber in die lange Mittelkonsole integriert. Wer regelmäßig mit zwei oder vier Personen unterwegs ist, schätzt die großzügige Beinauflage und die akustische Entkopplung. Das Digital-Setup besteht aus einem 35,4-Zoll-4K-Hauptdisplay, einem 15,6-Zoll-Touchscreen und einem 16-Zoll-Himmeldisplay hinten, dazu zwei 6,7-Zoll-Screens für die Kameraspiegel. HarmonyOS 4, HALO-Interaktionsscreen, Vierfach-Mikrofon und Fahrerüberwachung bildet ein Cockpit, das mitdenkt, ohne die haptische Qualität des Wagens zu überlagern.
Akustik und Klangkultur
Das „Audio Vivid“-System nutzt Kopfstützen-Lautsprecher und eine Sound-Engine, die Klangwelten fein dosiert. Besonders auf langen Nachtetappen eine echte Bereicherung.
Antrieb, Fahrwerk und Bremsen: Präzision statt Pose

Vorne 165 kW und 291 Nm, hinten 237 kW und 396 Nm. Die beiden E-Motoren verteilen die Kraft variabel – Traktion aus dem Stand und hohe Stabilität in schnellen Richtungwechseln sind die Folge. Doppelquerlenker vorn, Mehrlenker hinten. Dazu Luftfederung mit kontinuierlicher Dämpfungsregelung und dem „Magic Carpet“-System. Das schluckt Lastwechsel und Kanten erstaunlich gut. Trotz des Gewichts bleibt der 012 langstreckentauglich und wirkt im Kurvenbogen nicht stumpf. Das drahtgesteuerte Continental-Bremssystem mit „Smooth Stop“ sorgt im Stop-and-Go für gleichmäßiges, angenehmes Abrollen. Die Abstimmung liefert genau das, was sportlich orientierte E-Fahrer suchen: direkte Leistungsentfaltung, ruhiges Chassis und ein Bremspedalgefühl mit klarer Progression.
Reichweite mit Reserven
Die 93,4-kWh-Batterie steht für Langstrecken-Gelassenheit. Nach CLTC bis zu 650 km. Das reicht für Arbeitsweg, Autobahn und Wochenendtour, ohne ständig nach der nächsten Ladesäule Ausschau halten zu müssen.
Lade‑Faszination: 5C‑Tempo als Alltagsvorteil
Die Kirin-Batterie kann mit bis zu 5C laden. An einem 480-kW-Lader sind 0 auf 80 Prozent State of Charge in rund 15 Minuten erledigt, von 30 auf 80 Prozent in etwa zehn. Das verändert den Reise-Rhythmus spürbar. Kurze Pause, Kaffee, weiter. Zuhause oder am Büro reicht ein 11-kW-AC-Lader für eine Voll-Ladung in bis zu elf Stunden. Praktisch ist auch die bidirektionale 3,3-kW-Stromabgabe. Damit wird der 012 zur mobilen Power-Station für Equipment, E-Bikes oder die Workstation am See. Für Elektro-Reisende zählt genau dieser Mix: planbar schnell im Alltag und belastbar auf Tour.
Digitale Souveränität im AVATR 012
HarmonyOS 4 und der HALO-Screen reagieren prompt auf Spracheingaben aus vier Mikrofonen. Die Fahrerüberwachung behält die Aufmerksamkeit im Blick. Ein Cockpit, das unterstützt, ohne zu nerven.
Assistenz und Sicherheit: Sensorik auf Breite und Tiefe
Drei Lidar, drei Millimeterwellen-Radare, elf HD-Kameras und zwölf Ultraschallsensoren füttern das Huawei ADS 4. Daraus entstehen Frontkollisionswarnung, automatische Notbremsung bei hohen und niedrigen Geschwindigkeiten, Querverkehrs-Warnung und -Bremsung vorne und hinten, Heckkollisionswarnung sowie Verkehrszeichen- und Ampelerkennung. Passiv gibt es vorne zwei Front- und zwei Seitenairbags, hinten zwei Seitenairbags sowie Vorhangairbags rundum. Dazu ABS, EBD, ESP, Traktionskontrolle, Bremsassistent, Bergan- und Bergabfahrhilfe, Dynamic Brake Function, Überschlag-Minderung, elektrische Parkbremse mit Auto-Hold und Reifendruckkontrolle. Der 012 kann damit in der Stadt genauso souverän wie auf der Langstrecke bewegt werden – leise und gelassen.
Exklusivität serienmäßig
Die Limitierung auf 700 Exemplare weltweit macht den AVATR 012 zu einem seltenen Anblick. Ein Auto für Kenner, die Technik, Design und die neue chinesische Elektro-Kultur gezielt sammeln.
Der Preis des AVATR 012 liegt bei einem Listenpreis von 700.000 Renminbi, das entspricht umgerechnet etwa 90.000 Euro.
Bilder: Hersteller
FAQ
1) Was macht den AVATR 012 im Luxus‑Segment wirklich besonders – und warum ist er mehr als „nur“ schnell?
Das Gesamtpaket aus Performance, Gestaltung und bewusster Verknappung. 402 kW, 687 Nm und 3,8 Sekunden auf 100 km/h sind im Gran-Turismo-Segment erwartbar. Der Luxus kommt aber nicht über Chrom, sondern über Ruhe, Materialqualität und digitale Souveränität: Vier-Zonen-Klima, aufgeräumte Display-Architektur und ein Interieur, das Kim Jones’ Purismus trägt. Die Limitierung auf 700 Fahrzeuge macht daraus ein echtes Sammlerstück.
2) Ist der AVATR 012 eher ein Langstrecken‑Auto oder ein technischer Stadt‑Luxuswagen – und wie alltagstauglich ist er wirklich?
Er kann beides, setzt aber die klareren Akzente auf entspannte, schnelle Distanzen. Langer Radstand und das Magic-Carpet-Setup mit Luftfederung und adaptiver Dämpfung sorgen für hohen Reisekomfort. Vier vollwertige Sitze und gute akustische Entkopplung unterstützen das GT-Gefühl. In der Stadt entlasten die umfangreiche Sensorik und die Assistenzsysteme spürbar. Frunk, elektrische Heckklappe und bündige Griffe sind echte Alltagshelfer. Die Tauglichkeit entsteht durch durchdachte Komfort-Automatisierung, nicht durch Minimalismus.
3) Wie realistisch sind Reichweite und Ladezeiten in der Praxis – und was bedeutet „5C‑Laden“ für die Nutzung?
Die 650 km nach CLTC sind ein sehr optimistischer Zykluswert und dienen eher als Orientierung. Entscheidend ist die Ladeperformance. 5C-Spitzenladung und die Zeiten (0–80 % in rund 15 Minuten an 480 kW, 30–80 % in zehn Minuten) verkürzen die Stopps deutlich. In der Realität spielen Temperatur, SoC, Batterietemperierung und die tatsächlich verfügbare Laderleistung eine große Rolle. Zuhause bleibt 11 kW AC die sinnvolle Wahl. Die 3,3-kW-Abgabe nach außen ist praktisch, wenn man Equipment oder E-Bikes am Zielort versorgen will.



