Die Honda CBX 1000 Super Sport von 1978 ist eines der wenigen Motorräder, bei denen schon im Stand klar ist, worum es geht. Ein nackter, luftgekühlter Reihensechszylinder als zentrales Element. Kein Alltagsgerät, sondern ein technisches Statement aus einer Zeit, in der Honda noch große Gesten wagte.
Gerade die frühen Exemplare von 1978 ziehen Sammler am stärksten an. Keine Verkleidung, alles offen. Spätere Versionen bekamen Kunststoffhaut und rückten deutlich Richtung Tourensport. Die 78er zeigt unverfälscht, was Honda damals vorhatte: Motor, Mechanik und pure Präsenz. Genau das macht sie heute zum gesuchten Klassiker.
Ein Reihensechszylinder als großes Versprechen

Im Mittelpunkt steht der luftgekühlte Reihensechszylinder mit 1047 cm³. DOHC, vier Ventile pro Zylinder, sechs Keihin-Vergaser. Schon der reine Aufbau ist auch Jahrzehnte später noch beeindruckend. Auf der Straße zählt vor allem die Laufkultur: extrem gleichmäßige Leistungsentfaltung und ein Klang, der sich festsetzt.

Das Herz der CBX

105 PS bei 9000 U/min waren 1978 eine klare Ansage. Wichtiger als die Spitzenleistung war jedoch, wie der Motor sie abgab. Der Sechszylinder arbeitet seidig und souverän. Viele Vierzylinder der Epoche wirkten dagegen rau und vibrierend. Genau diese ruhige, kraftvolle Art bleibt bis heute der eigentliche Reiz.

Rund 300 kg Nassgewicht. Das passt zum Charakter. Die CBX will nicht hektisch bewegt werden, sondern mit Gefühl. Wer das versteht, bekommt ein Motorrad mit einer Präsenz, die moderne Maschinen selten erreichen.
Warum gerade das erste Baujahr so begehrt ist

Honda baute die CBX 1000 von 1978 bis 1982. Es war das erste Serienmotorrad der Marke mit Reihensechszylinder. Innerhalb der Baureihe hat das erste Baujahr den höchsten Stellenwert. Sammler wollen genau diese ursprüngliche, unverkleidete Version. Keine nachträgliche optische Korrektur, sondern die radikale Idee im Originalzustand.
1982 kam die CBX-B mit reduzierten 98 PS, einzelnem Pro-Link-Federbein und Vollverkleidung. Ein klarer Schritt zum komfortablen Reisemotorrad. Die 78er bleibt dagegen das eigentliche Sinnbild: offen, mechanisch, direkt.

Mehr als ein Datenblattwert
Der 22-Liter-Tank unterstreicht den Anspruch. Die CBX war für lange Etappen gebaut, nicht nur für kurze Runden. In der Welt der klassischen Superbikes nimmt sie einen eigenen Platz ein. Großer Exot aus japanischer Großserie – diese Mischung ist selten.
Eine Ikone steht in Sandared zur Auktion

Dieses Exemplar stand bei einer Auktion in Sandared. Die Auktion ist beendet. Solche Termine ziehen vor allem ernsthafte Sammler an, die den historischen Stellenwert der CBX genau kennen.
Sie steht für eine Phase, in der Hersteller technische Grenzen nicht nur verschoben, sondern mit sichtbarem Ehrgeiz überschritten haben. Deshalb bleibt die Anziehungskraft bis heute hoch. Wer japanische Klassiker sammelt, kommt an dieser Honda nur schwer vorbei.
Das Höchstgebot lag bei 150.000 schwedischen Kronen; der Reservationspreis wurde erreicht.
Bilder: Bilweb Auctions
FAQ
1) Warum gilt die Honda CBX 1000 Super Sport von 1978 als so außergewöhnlich?
Weil sie ein extrem aufwändiges Ingenieursprojekt in Serie darstellt. Luftgekühlter Reihensechszylinder mit 1047 ccm, DOHC, vier Ventilen pro Zylinder und sechs Vergasern – das war 1978 Rennsport-Niveau für die Straße. Dazu 105 PS bei 9000 U/min und vor allem die seidige Leistungsentfaltung mit dem charakteristischen Klang. Die CBX wirkt kraftvoll, ohne je grob zu werden.
2) Was macht speziell das erste Baujahr (1978) für Sammler begehrter als spätere CBX-Versionen?
Die 1978er zeigt die ursprüngliche Idee ohne Kompromisse. Keine Verkleidung, die den Motor versteckt. Keine optische oder technische Annäherung an den Tourensport. Einfach Motor, Mechanik und Präsenz. Spätere Varianten mit Vollverkleidung und verändertem Fahrwerk haben einen anderen, tourentauglicheren Charakter. Wer die radikalste Form sucht, greift zur frühen, unverkleideten Version. Das treibt Nachfrage und Preis.
3) Worauf sollte man achten, wenn man dieses Auktions-Exemplar ernsthaft kaufen möchte?
Der Zustand muss zur technischen Komplexität passen. Sechs Vergaser sauber zu synchronisieren ist aufwendig. Der enge Bauraum macht jede Wartung teuer. Lückenlose Historie ist deshalb Pflicht. Vor dem Bieten nüchtern rechnen: Standort Sandared, Auktion beendet, Höchstgebot 150.000 SEK, Reservationspreis erreicht. Budget für kommende Servicearbeiten und eine langfristige Ersatzteilstrategie unbedingt einplanen.



