Der XPENG P7+ in Silber geparkt vor einem Straßencafé.
(Foto: xpeng.com)

XPENG P7+: 800 Volt im Fastback

5,07 Meter lang, drei Meter Radstand. Der P7+ steht satt auf der Straße und liefert genau das, was viele in dieser Klasse suchen: Raum, Ruhe und echten Langstreckenkomfort. Die fließende Dachlinie gibt ihm Gran-Turismo-Charakter, ohne die fünf vollwertigen Sitzplätze zu opfern.

Die Form bleibt clean und technisch. Markante, fast haifischartige Front, durchgehendes Heckleuchtenband, zweigeteilter Spoiler. Der cw-Wert von 0,211 ist kein Marketingwert, sondern einer, der auf der Autobahn spürbar Reichweite bringt.

Fastback-Limousine mit 800-Volt-Architektur

Der XPENG P7+ in Silber steht vor einem Zeitungskiosk, daneben ein Mann mit Hund auf einer Bank
Der neue XPENG P7+ präsentiert sich als elegante Fastback-Limousine (Foto: xpeng.com)

Als Nachfolger des ersten P7 zeigt der P7+, wie weit die Chinesen inzwischen in der gehobenen Elektromobilität angekommen sind. Statt reiner PS- und Display-Show setzt XPENG auf ein Fahrzeug, bei dem die Technik im Hintergrund arbeitet. „AI-definiert“ nennen sie es. Im Kern bedeutet das: Der hauseigene Turing-Chip verknüpft Assistenz, Fahrzeugsteuerung und Bedienung deutlich enger als bei den meisten Wettbewerbern.

Das entscheidende Merkmal: 800 Volt

Beim Laden spielt der P7+ seine stärkste Karte aus. Bis 446 kW Peak-Ladeleistung sind möglich. Unter guten Bedingungen geht es von 20 auf 80 Prozent in rund zehn Minuten. Das ist kein Labormärchen, das verändert den Alltag.

Silberner XPENG P7+ an einer XPENG-Schnellladestation mit moderner Architektur im Hintergrund.
Der XPENG P7+ – schnelles Laden an 800-kW-Schnellladestationen. (Foto: xpeng.com)

Ladepausen hören auf, nervige Ausnahmen zu sein. Der Wagen wird vom Pendler mit Reserven zum echten Reisewagen für Leute, die keine Lust auf ständige Reichweitenplanung haben.

Leistung, die passt

Mann entspannt im beigen Innenraum eines XPENG P7+, modernes Cockpit und Panorama-Glasdach sichtbar.
Der luxuriöse Innenraum des XPENG P7+ läadt auch zum Entspannen ein. (Foto: xpeng.com)

Es gibt drei Versionen. Die Basis mit Heckantrieb leistet 180 kW (245 PS), die Long-Range-Version 230 kW (313 PS). Das Top-Modell kommt mit Allrad und 370 kW Systemleistung – 503 PS – sowie bis zu 670 Nm Drehmoment. Die Zahlen zeigen: Hier sollte niemand eine reine Vernunftlimousine erwarten.

Besonders die starke Variante schiebt mit großer Souveränität an. Entscheidend ist aber nicht der Sprint, sondern die Art der Leistungsentfaltung. Mühelos, leise, ohne künstliche Hektik. Genau das passt zu einem großen Fastback.

Reichweite und Verbrauch

Die Batterien fassen 61,7 oder 74,9 kWh. WLTP-Reichweite liegt bei 455 km für die Basis, bis 530 km für die Long Range und rund 500 km für das Performance-Modell. Verbrauch zwischen 15,2 und 17,4 kWh/100 km. Das ist für die Größe und die Leistung solide.

Innenraum: Komfort statt Show

Innenraumansicht des XPENG P7+ mit Lenkrad, digitalem Cockpit und zentralem Touchscreen
Modernes Cockpit mit großem Touchscreen und digitalem Fahrerdisplay im P7+ (Foto: xpeng.com)

Drinnen wirkt der P7+ erwachsen. Hochwertige Materialien, Nappaleder-Option, Panorama-Glasdach, beheizbares Lenkrad. Die Vordersitze bieten Heizung, Belüftung und Massage. Auf langen Etappen sind das keine Nettigkeiten, sondern echte Helfer.

Fondbereich mit Touchdisplay und hellem Leder im XPENG P7+
Digitales Display im Fond des XPENG P7+. (Foto: xpeng.com)

Der lange Radstand bringt ordentlich Platz auf beiden Reihen. 573 Liter Kofferraumvolumen, bis 1.931 Liter bei umgelegter Rückbank. Für ein Fastback ist das praktisch und macht den Wagen auch für Familien oder schwere Wochenendtouren tauglich.

Wie sich die Intelligenz anfühlt

Digitaler Rückspiegel mit Blick auf eine Straße und Gebirgslandschaft
Der Rückspiegel des Chinesen. (Foto: xpeng.com)

XPILOT mit dem eigenen Turing-AI-Chip soll Assistenz, Steuerung und Cockpit besser verzahnen. Die eigentliche Frage lautet nicht, wie viele Funktionen das Auto hat, sondern wie unauffällig und hilfreich es sie einsetzt. Genau dort versucht der P7+ zu punkten.

Am Ende ist der P7+ kein Lautsprecher, sondern ein stimmiges Elektro-Fastback mit starkem Ladeverhalten, vernünftiger Reichweite und gutem Komfort. Preise starten bei 46.600 Euro, der Long Range kostet 49.600 Euro, das Performance-Modell 53.600 Euro. Wer viel Autobahn fährt und kurze Stopps schätzt, hat hier einen echten Kandidaten.

Bilder: Hersteller

FAQ

1) Für wen lohnt sich der XPENG P7+ wirklich – Pendler, Familie oder Langstreckenfahrer?

Am meisten bringt er Vielfahrern und Langstreckenleuten. Großer Innenraum, ruhige Geräuschdämmung und vor allem die schnelle 800-Volt-Ladung machen lange Tage erträglich. Das Kofferraumvolumen reicht locker für Familie, ohne dass der Wagen wie ein Kombi wirkt. Pendler profitieren auch, der echte Sweet Spot liegt aber bei denen, die regelmäßig mehrere hundert Kilometer am Stück fahren.

2) Was bringt die 800-Volt-Architektur im Alltag – und worauf muss man beim Schnellladen achten?

Sie verkürzt Stopps spürbar, wenn die Infrastruktur mitspielt. Entscheidend sind Akku-Temperatur und Ladezustand. Mit sehr leerem Akku geht es meist schneller als bei 40–50 Prozent, weil die Ladeleistung danach deutlich abfällt. Besser zweimal kurz und gezielt laden als einmal bis 100 Prozent warten. Dann fühlt sich Langstrecke mit Elektro plötzlich normal an.

3) Ist „AI-definiert“ mehr als ein Schlagwort – und wie zeigt sich das beim Fahren und im Cockpit?

Im besten Fall bedeutet es weniger nervige Assistenz-Eingriffe und mehr sinnvolle Unterstützung. Der P7+ greift nicht ständig ein, sondern führt ruhig, besonders im zähen Verkehr oder auf monotonen Autobahnetappen. Wenn das Auto den Fahrer entlastet, ohne ihn zu bevormunden, entsteht genau das Vertrauen, das viele andere Systeme noch vermissen lassen. Dann fühlt sich Technik plötzlich nach Souveränität an.