345 kW, 824 Nm und drei Motoren – die Alpine A390 GTS setzt die Messlatte für die Marke höher. Der fünftürige Sport-Fastback ist die scharfe Version der Baureihe. Er nimmt die Leichtigkeit der A110 und packt sie in ein größeres Format mit deutlich mehr Platz und Alltagstauglichkeit. Nach dem Debüt der A390 im Jahr 2025 übernimmt die GTS jetzt die Spitze. 470 PS, Allrad, 3,9 Sekunden auf 100 km/h, 220 km/h Spitze.
Entscheidend ist nicht die nackte Zahl, sondern wie Alpine das Konzept fährt. Die A390 GTS soll nicht nur schnell sein, sondern präzise und gut kontrollierbar bleiben. Genau hier greifen die drei Elektromotoren – einer vorne, zwei hinten.
Drei Motoren als Schlüssel zur Fahrdynamik

Alpine setzt auf eine eigene Konfiguration: einen E-Motor an der Vorderachse und je einen pro Hinterrad. Die hinteren Aggregate sitzen auf einem speziell angefertigten Aluminium-Hilfsrahmen. Zusammen mit Allradantrieb und Alpine Active Torque Vectoring entsteht ein System, das Traktion liefert, vor allem aber Agilität, Sicherheit und direktes Ansprechverhalten.
Warum das Torque Vectoring hier den Unterschied macht
Das aktive Torque Vectoring gehört zu den stärksten Merkmalen der A390 GTS. Es ist explizit für die vollen 824 Nm ausgelegt. Wer saubere Linien und schnelle Lastwechsel schätzt, bekommt hier ein echtes Werkzeug. Die Fahrwerksabstimmung orientiert sich bewusst an der Agilität und Leichtigkeit der A110. Dass die Beschleunigung auf A110-R-Niveau liegen soll, passt ins Bild.
Plattform, Bremsen und Batterie im Fokus

470 PS allein reichen nicht. Die Plattform der Renault Group wurde für die A390 tief überarbeitet. Geschmiedete Querlenker aus Aluminium, weitere High-Performance-Teile aus Aluminium, ein Radstand von 2.708 mm und eine Gewichtsverteilung von 49 zu 51 Prozent bilden die Basis. Niedriger Schwerpunkt und hydraulische Anschlagpuffer aus dem Motorsport sollen den Kompromiss zwischen Abrollkomfort und Handling liefern.
Die Bremsanlage ist standesgemäß: 365 mm Scheiben und Sechskolben-Sättel – Premiere bei Alpine. Dosierbarkeit, Standfestigkeit und Leistung unter Dauerlast stehen im Vordergrund. Die 89-kWh-Batterie mit hoher Energiedichte und leistungsorientierter Chemie soll auch auf längeren Bergpässen nicht einbrechen.
Fastback-Design mit klarer Alpine-Handschrift

Die A390 GTS geht optisch einen eigenen Weg, ohne die Herkunft zu verleugnen. 4.615 mm lang, 1.885 mm breit, 1.532 mm hoch. Coupéhafte Proportionen treffen auf echten Platz für bis zu fünf Personen. Die visierartige Heckscheibe, die skulpturale Seitenlinie mit integrierten hinteren Türgriffen und die 21-Zoll-Leichtmetallräder im Schneeflocken-Design prägen das Bild.
Lichtsignatur und Aerodynamik

Vorne arbeitet die „Cosmic Dust“-Lichtsignatur mit beleuchteten Dreiecken, die eine Begrüßungssequenz abspielen. Hinten ein hinterleuchteter Alpine-Schriftzug, dazu schlanke Lichtleisten. Die Aerodynamik wurde konsequent mitgedacht: 17 Grad Dachwinkel, Flaps an den Hinterrädern, Luftleitkanäle an den Rädern und ein Diffusor mit acht Grad Anstellwinkel, der bei LMDh-Prototypen abgeschaut ist. Ein dezenter schwarzer Spoiler sitzt in der Heckscheibenbasis.
Sportlicher Innenraum, aber nicht kompromisslos

Im Cockpit bleibt alles auf den Fahrer ausgerichtet. Zwei Displays – 12,3 und 12 Zoll – sind deutlich zum Lenkrad hin orientiert. Die Klimaautomatik wird über physische Regler bedient. Das beheizbare Sportlenkrad in blauem Nappaleder hat eine flache Unterseite und Formel-1-inspirierte Aluminiumknöpfe. Der blaue RCH-Drehschalter regelt die Rekuperation bis hin zum Ein-Pedal-Modus, die rote OV-Taste liefert Boost für Überholmanöver und Launch Control.

Serienmäßig gibt es blau-graue Sabelt Alpine Sport Schalensitze aus Nappaleder mit elektrischer Verstellung, Sitzheizung und Massagefunktion. Der Dachhimmel ist in Mikrofaser ausgeführt, Alpine Telemetrics Expert und das Devialet XtremeSound-System gehören ebenfalls dazu. Trotz des sportlichen Zuschnitts bleibt der Nutzwert erhalten: fünf Türen und 532 Liter Kofferraum. Optional gibt es einen doppelten Ladeboden.

Französische Fertigung und Platz im Modellprogramm
Die A390 ist nach der A290 das zweite reine Elektroauto von Alpine und positioniert sich vor der kommenden A110. Gebaut wird sie in der Manufacture Alpine Dieppe Jean Rédélé. Die Motoren stammen aus Cléon, die Batteriezellen von Verkor aus Dunkerque, die Batterie-Montage erfolgt in Douai, das Chassis kommt aus Le Mans. Michelin-Reifen mit speziellem A39-Code und das Devialet-Audiosystem komplettieren das französische Ökosystem.
Serienmäßig fährt die A390 GTS auf 21-Zoll Michelin Pilot Sport 4S in 245/40 ZR 21. Optional stehen der Michelin Pilot Sport EV in 245/45 R 20 mit bis zu 47 km mehr Reichweite sowie der Michelin CrossClimate 3 Sport als Ganzjahresreifen in derselben Dimension zur Wahl.
Bilder: Hersteller
FAQ
Was macht die Alpine A390 GTS im Vergleich zu anderen Elektro-SUV-Coupés oder Sport-Fastbacks besonders?
Die klare fahrdynamische Ausrichtung. Viele Wettbewerber in diesem Segment setzen auf rohe Leistung, hohes Gewicht und brutale Beschleunigung aus dem Stand. Alpine konzentriert sich auf Präzision, Agilität und kontrollierbares Handling. Drei Motoren, aktives Torque Vectoring, gezielte Fahrwerksabstimmung und die ausgewogene 49:51-Gewichtsverteilung sind die Werkzeuge. Gleichzeitig übersetzt Alpine die Leichtigkeit der Marke in ein größeres, alltagstaugliches Paket.
Ist die Alpine A390 GTS trotz ihrer Sportlichkeit auch für den Alltag geeignet?
Ja, und genau das ist ein großer Teil ihres Reizes. Fünftüriges Layout, fünf Sitzplätze und 532 Liter Kofferraum sprechen eine klare Alltagssprache. Elektrische Sportsitze mit Massage, echte Klimaschalter und guter Komfort ergänzen das Bild. Es bleibt ein fahrerorientiertes Auto – kein reines Tracktool, sondern ein sportliches Elektroauto, das Leistung und Nutzwert vernünftig zusammenbringt.
Für welche Käuferinnen und Käufer ist die Alpine A390 GTS besonders interessant?
Für alle, die ein emotionales Elektroauto wollen, ohne auf Alltagstauglichkeit zu verzichten. Einerseits langjährige Alpine-Fahrer, die die Dynamik der Marke schätzen, jetzt aber mehr Platz und Vielseitigkeit brauchen. Andererseits Fahrer aus dem Premium-Performance-Segment, die ein eigenständiges französisches Angebot suchen. Wer hohe Leistung, gutes Handling, modernes Design und echten Nutzwert in einem Auto haben will, findet hier eine interessante Alternative.


