Der Jetour G700 spricht genau die Kunden an, die kantige Geländewagen lieben, aber keinen Durst mehr akzeptieren. Im April 2025 in Shanghai vorgestellt, setzt das Flaggschiff auf einen 2,0-Liter-Turbo plus zwei E-Motoren im Allradverbund. Die Topversion bringt 904 PS (665 kW) auf die Straße. Von 0 auf 100 km/h in 4,6 Sekunden. Elektrisch sind etwa 150 Kilometer Reichweite drin, gesamt je nach Auslegung bis zu 1.400 km. Damit besetzt er die Schnittmenge aus Abenteuer, Familienkutsche und Fernreise.
Design, Dimensionen und Auftritt des Jetour G700

Klar, kantig, GAIA-Offroad-Stil. Die Maße lauten 5.198 × 2.050 × 1.956 mm bei 2.870 mm Radstand. Das gibt echte Präsenz und genug Reserven, sobald der Untergrund ungemütlich wird. Die hochfeste Karosseriestruktur hält einiges aus. Er zielt direkt auf Mercedes G-Klasse und Land Rover Defender – nur mit Hybridantrieb und Komfortdetails, die man sonst aus der oberen Liga kennt.
Form folgt Funktion
Die Kastenform hat handfeste Vorteile. Hohe Sitzposition, gute Übersicht, breite Türöffnungen. Hinten bleibt reichlich Luft für Passagiere und Equipment. Fahrräder, Boards oder Zelte lassen sich ohne große Verrenkungen verstauen.
Antrieb, Performance und Reichweite

Grundlage ist die Kunpeng CDM-O Plug-in-Hybrid-Architektur, die er sich mit dem F700-Pickup teilt. Der 2,0-Liter-Turbo und die beiden E-Maschinen greifen sauber ineinander. Das Allradsystem verteilt die Kraft situativ – leise und effizient im Alltag, griffig im Gelände. Die angegebenen 4,6 Sekunden auf 100 zeigen, wie direkt das Zusammenspiel aus Verbrenner und E-Power funktioniert. Gleichzeitig liefert der Hybrid genau das, was in Europa immer mehr zieht: kurze Strecken lokal emissionsarm, lange Touren ohne Ladepausen-Stress. Über 1.000 km Systemreichweite sind Pflicht, die Topwerte liegen bei bis zu 1.400 km.

Reichweite im Alltag
150 km elektrisch decken den typischen Wochenrhythmus locker ab. Wer zu Hause oder am Arbeitsplatz lädt, bewegt sich einen Großteil des Jahres stromgetrieben und hat trotzdem den Benziner als Rückendeckung für spontane Touren. Genau dieses Konzept passt zur Klientel, die Freiheit und niedrige Verbrauchswerte in einem Fahrzeug sucht.
Innenraum, Komfort und Sitzkonzept

Sechs Einzelsitze mit Leder. Die zweite Reihe bietet Klapptische und Beinauflagen – auf langen Etappen fast Business-Class-Niveau. In Reihe drei lassen sich die Lehnen verstellen, sodass auch Erwachsene ordentlich sitzen. Luftfederung mit Magnetic Ride Control, Sitzmassage und ein Premium-Soundsystem eines Rolls-Royce-Partners sorgen für Ruhe und Wohlbefinden. Wer viele Kilometer frisst, merkt den Unterschied sofort.

Entertainment und Displays

Das Multiscreen-Layout verbindet Offroad-Infos mit Unterhaltung. Der 8255-Chip hält die Systeme flüssig. Die Sprachsteuerung arbeitet vier Zonen getrennt – praktisch, wenn hinten die Kinder eigene Wünsche haben und vorn die Navigation läuft.

Assistenz, Sicherheit und Strom nach außen

Intelligente Systeme wie APA Comfort-Tech unterstützen beim Fahren. Die Batterie überwacht Jetour mit dem CATL Safety Guardian. Das echte Highlight ist die 6,6-kW-V2L-Funktion. Damit wird der G700 zur mobilen Steckdose für Werkzeug, E-Bikes, Kochplatten oder die Filmnacht am Lagerfeuer.
V2L als Outdoor‑Trumpf
6,6 kW Dauerleistung reichen locker, um gleichzeitig Beleuchtung, Kompressor und Induktionskochfeld zu betreiben. Overlander, Festivalgänger und Handwerker sparen sich den lauten und stinkenden Generator. Zusammen mit der großen Systemreichweite entsteht echte Unabhängigkeit abseits gefüllter Stellplätze.
Positionierung und Marktausblick
Kantiges Design, üppiger Innenraum und starke Hybridleistung richten sich an Fahrer, die Charakter wollen, aber keine Kompromisse bei Effizienz eingehen. Der G700 soll auf Straße, Autobahn, Schotter und im leichten Gelände gleichermaßen souverän wirken. Ein offizieller Deutschland-Start ist noch nicht bestätigt. Wer interessiert ist, sollte die Europa-Pläne genau beobachten.
Fazit und Preis
Der Jetour G700 verbindet den Look klassischer Offroader mit der Alltagstauglichkeit eines modernen Plug-in-Hybrids. 904 PS, 150 km elektrische Reichweite, sechs vollwertige Plätze und Komfort, der lange Strecken erträglich macht – plus die wirklich nützliche 6,6-kW-V2L-Funktion. Wer robuste Optik, große Reichweite und smarte Features sucht, bekommt hier eine ernstzunehmende Alternative zu den etablierten Platzhirschen. Basispreis: 57.900 Euro.
Bilder: Hersteller
FAQ
1) Für wen ist der Jetour G700 wirklich gedacht – Offroad-Fans oder eher Familien?
Er zielt auf die Schnittmenge. Die Optik und der Allradantrieb sprechen Offroad-Fans an, das Platzangebot und der Komfort richten sich an Familien und Vielfahrer. Über fünf Meter Länge und sechs Einzelsitze machen ihn zum Reisewagen, die Positionierung gegen G-Klasse und Defender liefert das Abenteuer-Signal. Am Ende ist er kein Hardcore-Offroader, sondern ein luxuriöser Reise-Offroader für Alltag, Urlaub und Schotterpisten.
2) Wie realistisch sind 150 km E-Reichweite und bis zu 1.400 km Gesamtreichweite im Alltag?
Das sind Herstellerangaben. Wie immer entscheiden Fahrstil, Temperatur, Zuladung, Reifen und Streckenprofil. Wer regelmäßig lädt, kann den Großteil der Alltagswege elektrisch erledigen und spart deutlich Kraftstoff. Auf Langstrecke arbeitet der 2,0-Liter-Turbo als zuverlässiges Reichweiten-Rückgrat. Die 150 km elektrisch sind bei moderater Fahrweise erreichbar, die großen Systemwerte setzen voraus, dass der Hybrid optimal arbeitet.
3) Was bringt die 6,6‑kW‑V2L‑Funktion wirklich – und wo liegen die Grenzen?
V2L macht den G700 zur echten mobilen Stromquelle. 6,6 kW reichen, um mehrere Verbraucher gleichzeitig zu betreiben – Licht, Kühlbox, Kochplatte oder Werkzeug. Man spart sich den Generator, hat weder Lärm noch Abgase. Der Nutzen ist spürbar beim Camping, auf Festivals oder bei Arbeitseinsätzen. Die Grenze liegt in der Batteriekapazität: Starke Verbraucher ziehen den Akku schnell leer, dann springt der Verbrenner an. Trotzdem bleibt es ein echter praktischer Vorteil.



