Wer schon einmal ein Kajak oder ein schweres E-Bike auf den Träger über der Ladefläche eines großen Pickups gehoben hat, kennt das Problem: Die Ladekante liegt hoch, darüber kommt noch einmal ein Gestell. Toyota setzt beim TrailLift Pro Concept genau dort an. Der obere Träger senkt sich ab, damit man schweres Gepäck auf bequemer Höhe aufladen kann. Darunter sitzt ein modulares Rahmensystem, das die Ladefläche in ein abschließbares Lager verwandelt. Auf der SEMA Motorshow 2026 in Las Vegas war das System an einem Toyota Tundra montiert.
Ein Konzept, das Toyota noch erprobt

Der Name sagt es schon: Das TrailLift Pro ist ein Concept. Toyota beschreibt es als modulares Träger-System, das gerade getestet wird. Ein Produkt, das man beim Händler bestellen kann, ist es also noch nicht. Die Bedienung soll so laufen: ein Fahrrad für die ersten Kilometer, ein Kajak fürs Wasser dahinter und ein sicherer Platz für die Ausrüstung, die mit muss. Toyota bewirbt das Ganze als Basislager auf der Ladefläche, das sich an die jeweilige Tour anpasst.
Auf der SEMA ist das nichts Ungewöhnliches. Die Messe ist in den USA der wichtigste Termin für Tuning und Zubehör, und Hersteller nutzen sie gerne, um Ideen fürs Werkszubehör auszuprobieren und die Reaktionen zu sehen. Bei Toyota gehört dazu vor allem die Marke TRD (Toyota Racing Development), unter der Toyota Fahrwerks- und Offroad-Teile verkauft.
Skelettrahmen mit Wechselpaneelen statt starrem Aufbau

Die Grundlage ist ein robuster Skelettrahmen über der Ladefläche. An seinen Seiten werden Paneele eingehängt, die man schnell erreicht. Toyota sieht vier Sorten vor: weiche Paneele aus Stoff, durchsichtige Paneele, feste Hartpaneele und MOLLE-Paneele. MOLLE ist ein Befestigungssystem aus dem Militär. Es besteht aus Gurtbandreihen, an denen man Taschen, Halter und Werkzeugfächer in beliebiger Anordnung festmachen kann. In der Overlanding-Szene ist das längst Standard, um Kleinkram ordentlich und schnell greifbar zu verstauen. Dazu kommen auf Wunsch abschließbare Staukisten.
Das ist der eigentliche Gedanke hinter dem Konzept. Übliche Bed Racks sind meist bloße Gestelle, auf die man ein Dachzelt oder Lasten schraubt. Beim TrailLift Pro wird der Rahmen dagegen selbst zum Stauraum, und die Seitenwände lassen sich je nach Tour austauschen. Mit Hartpaneelen ist das Gepäck besser geschützt, Softpaneele sind leichter, und hinter Klarpaneelen sieht man, was drinliegt, ohne etwas öffnen zu müssen.
Rolltor hinten, absenkbarer Träger oben

Hinten schließt ein abschließbares Rolltor die Ladefläche. Ist es offen, verschwindet es nach Toyotas Angaben unsichtbar im Aufbau. Damit hat man das Sicherheitsplus eines Hardtops, ohne dass beim Beladen eine Klappe im Weg ist.
Das auffälligste Bauteil sitzt ganz oben. Die beiden Träger sind beweglich gelagert und lassen sich zum Beladen absenken. Toyota nennt Fahrräder, Kajaks und Kanus als Beispiele, also lange oder schwere Teile, die man auf einem Full-Size-Pickup wie dem Tundra sonst über Kopfhöhe stemmen muss. Wer allein unterwegs ist, kennt das als den mühsamsten Teil des Packens. Ob die Mechanik im Alltag hält, was sie verspricht, hängt aber davon ab, wie viel Last sie trägt, wie schnell sie arbeitet und wie gut sie Staub, Schlamm und Wasser übersteht. Das muss erst ein Praxistest zeigen.
Unser Urteil

Das TrailLift Pro Concept ist mehr als ein Messe-Gag. Es verbindet drei Dinge, die Pickup-Fahrer heute meist von verschiedenen Zubehörfirmen zusammenkaufen: einen Bed Rack, ein verschließbares Ladeflächenabteil und eine Ordnung nach dem MOLLE-Prinzip. Dazu kommt mit dem absenkbaren Träger eine Lösung für ein echtes Problem beim Beladen. Interessant ist das vor allem für Leute, die mit Rad, Boot und Campingausrüstung im Gelände unterwegs sind. Ob Toyota das System wirklich baut und was es dann kosten soll, ist noch offen. Bis dahin bleibt es eine gut durchdachte Idee, an der sich das Zubehör für Pickups künftig messen lassen muss.
Quelle: eigene Recherche vor Ort, SEMA Motorshow 2026 Las Vegas, Toyota





