Manche Autos wirken schon im Stand. Der Alpina B6 Biturbo Cabriolet von 2012 ist genau so ein Exemplar. Er steht für die typische Alpina-Souveränität – zurückhaltend, kultiviert, mit einer Leistungsentfaltung, die auch heute noch Respekt abverlangt. Blau, Leder, dezente Haltung. Ein offener Viersitzer, der sportlichen Anspruch und echten Reisekomfort sauber zusammenbringt.
Der Reiz dieses konkreten Wagens liegt auch in seiner Geschichte. Erstzugelassen 2012, fünf Jahre bei einem Halter in Höllviken. Seit 2018 beim jetzigen Besitzer, der ihn ausschließlich in den Sommermonaten bewegt und stets in der Garage untergestellt hat. Solche Lebensläufe sind selten: wenig verbraucht, bewusst bewahrt.
Alpina-Kultur unter freiem Himmel

Ein Alpina B6 war immer mehr als ein getunter BMW. Über Jahrzehnte haben sie in Buchloe eine eigene Handschrift entwickelt – weniger plakativ, feiner abgestimmt, mit klarem Schwerpunkt auf Langstreckenqualität. Der B6 Biturbo auf Basis der F12/F13 ab 2011 markierte den Beginn einer neuen Alpina-Ära. Dieses Cabrio gehört zum frühen Baujahr und zählt damit zu den ersten Exemplaren der Baureihe.
Ein Modell mit Haltung
Unter der langen Haube arbeitet ein 4,4-Liter-V8 mit Biturbo-Aufladung. 397 kW beziehungsweise 540 PS, gekoppelt an eine 8-Gang-Automatik. Die Leistungsdaten sind eindeutig: 0–100 km/h in 4,3 bis 4,5 Sekunden, Spitze rund 320 km/h. Beeindruckender als die reinen Zahlen ist jedoch, wie dieser Motor seine Kraft entfaltet – gelassen, mit massiven Reserven, ohne je hektisch zu wirken.
Die große Stärke liegt im Charakter

Die eigentliche Qualität liegt nicht in der reinen Beschleunigung. Der B6 Biturbo Cabriolet wurde nie als kompromissloses Sportgerät konzipiert. Seine Stärke ist das ausgewogene Verhältnis aus Komfort und Tempo. Alpina setzte auf eine komfortbetonte Feder-Dämpfer-Abstimmung, ohne die Fahrdynamik zu opfern. Genau das funktioniert hervorragend. Er muss nicht schreien. Er kann einfach alles.
Besonders stimmig ist der offene Aufbau. Ein kräftiger V8, Hinterradantrieb, die sanft sortierende 8-Gang-Automatik und ein elektrisches Stoffverdeck – das hat heute fast schon nostalgischen Charme. Das Verdeck dieses Exemplars arbeitet einwandfrei. Bei einem Cabrio dieser Liga ist das weit mehr als eine Randnotiz. Es hält das Versprechen besonderer Kilometer, bei denen Landschaft, Motor und Komfort ineinandergreifen.
Warum gerade dieses Detail begeistert
Der B6 löst Gegensätze auf. 540 PS klingen nach Drama, die Leder-Ausstattung, das Windschott und das gesamte Interieur dagegen nach kultiviertem Reisen. Genau dieser Kontrast macht solche Cabrios unvergesslich. Mal entspanntes Gleiten, im nächsten Moment der nachdrückliche Schub des aufgeladenen Achtzylinders.
Ein gepflegtes Exemplar mit Geschichte

Der Zustand zeigt, dass beide Halter den Wagen ernst genommen haben. Technisch gibt es nichts zu beanstanden; die Klimaanlage wurde nicht getestet. Die 8-Gang-Automatik schaltet weich, die Bremsen packen kräftig zu. Seit dem letzten Service sind 6.700 km gelaufen – ein Ölwechsel steht an. Die Steuerkette muss laut Werksangabe erst bei 100.000 Kilometern geprüft werden.
Der Innenraum ist bis auf minimale Gebrauchsspuren im Originalzustand. Passt perfekt zu den 61.983 km. Der Lack ist sehr gut, lediglich zwei kleine Nachbesserungen an der Motorhaube sind dokumentiert. 2025 erhielt der Wagen eine Ditec-Behandlung. Auf den originalen Alpina-Rädern sitzen nahezu neue Reifen. Das schafft sofort Vertrauen.
Ein Cabriolet für Kenner und Träumer

Der B6 Bi-Turbo Cabriolet wurde 2011 auf der IAA vorgestellt, gebaut wurde diese Generation von 2012 bis 2018. Er stammt aus einer Zeit, in der starke offene Reisewagen noch selbstverständlich entwickelt wurden. Akrapovič-Titanauspuff, eigene Motorabstimmung und die typische Alpina-Note bei Fahrwerk und Innenraum machen aus ihm mehr als nur einen veredelten BMW.
Das Fahrzeug wurde zuletzt am 27. März 2026 erfolgreich geprüft, die Plakette gilt bis zum 31. Mai 2027. Seit dem 29. März 2026 ist es abgemeldet. Es zeigt, wie würdevoll ein solches Cabrio altern kann, wenn man es pfleglich behandelt. Die Auktion ist beendet; der Reservationspreis wurde nicht erreicht. Das löst genau die Gedanken aus, die nur wirklich besondere Autos auslösen.
Alpina B6 Biturbo Cabriolet als Fokus moderner Fahrkultur
Der B6 ist kein Auto für den schnellen Eindruck. Er spricht Leute an, die das feine Ansprechverhalten eines großen V8 schätzen und offenes Fahren nicht mit purem Freizeitspaß verwechseln. Dieses Exemplar vereint Herkunft, Leistung, Zustand und Stil auf sehr stimmige Weise. Das höchste Gebot lag bei 580.000 schwedischen Kronen, rund 50.000 Euro. Für Kenner großer offener Hochleistungs-Cabrios ist das ein bewegendes Stück Automobilkultur.
Bilder: Anbieter des Fahrzeuges
FAQ

1) Was macht dieses Alpina B6 Biturbo Cabriolet gegenüber einem „normalen“ BMW 6er so besonders?
Der Unterschied liegt in der Gesamtabstimmung. Ja, er hat 540 PS, einen Biturbo-V8 und eine 8-Gang-Automatik. Aber er wirkt nie aufdringlich. Genau diese leise Autorität ist Alpina-typisch: kraftvoll, aber kultiviert. Dazu ein klarer Grand-Tourisme-Charakter mit echtem Langstreckenkomfort statt reiner Härte. Das Ergebnis ist ein Charakter-Cabrio, kein reines Zahlenpaket.
2) Welche Punkte aus Historie und Zustand sind für Kaufinteressenten hier besonders relevant?
Bei dieser Preisklasse entscheidet der Lebenslauf oft mehr als das Baujahr. Hier gibt es eine klare, nachvollziehbare Historie: Erstzulassung 2012, fünf Jahre erster Halter, seit 2018 beim jetzigen Besitzer mit reiner Sommernutzung und durchgängiger Garagenunterstellung. Technisch einwandfrei, weiches Schalten, kräftige Bremsen, nahezu makelloser Innenraum. Lack sehr gut mit nur zwei kleinen Nachbesserungen. Ditec-Behandlung von 2025 und nahezu neue Reifen sprechen für ein gut bewahrtes Exemplar.
3) Wie „alltagstauglich“ ist ein solches Hochleistungs-Cabriolet – und was sollte man vor dem Fahren einplanen?
Als günstiges Pendlerauto taugt er nicht. Als souveräner Reisewagen funktioniert er sehr gut. Das komfortbetonte Fahrwerk und die Automatik machen lange Etappen entspannt. Realistisch muss man aber die Unterhaltsrealität im Blick haben. Nach 6.700 km seit dem letzten Service steht ein Ölwechsel an. Das Verdeck ist einwandfrei. Wer den Charakter langfristig erhalten will, sollte entsprechendes Budget und Zeit für Pflege einplanen.



