Carbon blank liegen lassen – das ist die ganze Idee. Beim Donkervoort F22 Bare Naked bleibt die komplette Karosserie sichtbar, nur geschützt durch einen klaren oder eingefärbten Überzug. Der Name ist Programm. Kein deckender Lack, kein Zierrat, nur die rohe Ex-Core-Carbonstruktur. Für alle, die Leichtbau nicht nur als Marketingbegriff verstehen, wirkt das sofort stimmig.
Der F22 hat die D8-GTO-Baureihe abgelöst und steht für einen klaren Neuanfang. Als Bare Naked bekommt er nochmal deutlich mehr Charakter. Die offen liegende Carbonstruktur ist kein optischer Gag. Sie ist Statement. Während die meisten Mitbewerber ihre Hochleistungssportwagen mit immer mehr Elektronik, Komfort und Inszenierung überfrachten, bleibt der F22 bewusst roh.
Carbon nicht verstecken, sondern feiern

Das stärkste Merkmal sieht man sofort: die blanke Carbonfaser. Donkervoort bietet die Bare-Naked-Ausführung inzwischen als reguläre Werksoption für jeden F22 an. Das ist deutlich mehr als eine spezielle Lackierung. Jede Faserlage, jede Richtung des Materials bleibt sichtbar. Die Karosserie wirkt wie geröntgt – und genau das gibt ihr eine eigene, sehr direkte Ästhetik.
Ein Technikdetail mit Wirkung
Das Interessante: Es spart auch noch Gewicht. Zehn Kilo weniger, von 750 auf 740 Kilogramm. In einer Klasse, in der sonst meist über zusätzliche Leistung gesprochen wird, geht Donkervoort konsequent den anderen Weg. Weniger Masse bedeutet direktere Reaktionen. Wer solche Autos regelmäßig bewegt, weiß, dass genau dort das echte Fahrerlebnis entsteht – im Verhältnis zwischen Material, Motor und Rückmeldung.
Leichtbau als Philosophie des Fahrens

Der F22 definiert sich nicht allein über Daten. Trotzdem erzählen sie viel. Vorn als Front‑Mittelmotor sitzt der bekannte 2,5‑Liter‑Fünfzylinder‑Turbo von Audi Sport. Hier leistet er rund 500 PS. Bei 730 Kilogramm ergibt sich ein Leistungsgewicht von 685 hp pro Tonne. Das ist hart.
0 auf 100 in 2,5 Sekunden, 200 in 7,5 Sekunden, 640 Newtonmeter Drehmoment und 290 km/h Spitze. In einem schwereren Auto wären das schon starke Werte. Im F22 kommen sie unmittelbar, mechanisch und ungefiltert an. Genau das suchen diejenigen, die puristische Sportwagen wirklich zu schätzen wissen.
Die Form folgt der Idee

Lange, flache Motorhaube, stark ausgestellte hintere Radhausflügel und das herausnehmbare Twin-Targa-Hardtop ergeben eine Silhouette, die klassisch und zugleich modern wirkt. Die blanke Carbonhaut passt perfekt dazu. Das Material wird nicht kaschiert, sondern bewusst zum Teil der gesamten Erscheinung gemacht.
Mehr als nur spektakulär
Der F22 Bare Naked ist kein Showcar. Bis zu 2,15 g Querbeschleunigung, teilweise wird sogar von 2,3 g gesprochen. Dazu kommen aktive Federung, hydraulische Höhenverstellung und eine spürbar höhere Karosseriesteifigkeit gegenüber dem Vorgänger. Das sind keine Werbeversprechen, sondern Werte, die auf Landstraße und Rennstrecke direkt spürbar werden. Schnell ist relativ. Außergewöhnlich wird es erst durch diese Konsequenz.
Ein besonderer F22 für eine kleine Weltgemeinde

Die Nachfrage nach dem Bare Naked kommt aus sehr unterschiedlichen Märkten. Traditionell stark aus Belgien, den Niederlanden, Luxemburg und Deutschland. Inzwischen rollen aber auch erste Exemplare in die Vereinigten Arabischen Emirate, nach Italien, Tschechien, Österreich, in die Schweiz, nach Israel, Finnland und in die USA. Das passt. Das Auto wurde nie für breiten Geschmack gebaut, sondern für Menschen, denen Leichtbau, Seltenheit und mechanische Ehrlichkeit wichtiger sind als reines Prestige.
Die Produktion des F22 wurde auf 100 Exemplare erweitert und erfolgt komplett in Handarbeit. Auch das gehört zum Charakter. Der Bare Naked ist kein Serienprodukt, sondern ein sehr bewusst gebautes Auto für Kenner. Er zeigt, wie faszinierend ein Sportwagen wirken kann, wenn er seine Technik nicht versteckt, sondern zum Kern seiner Identität macht.
Einen Preis nennt Donkervoort für diese Ausführung nicht.
Bilder: Hersteller
FAQ

1) Was ist das Besondere am „Bare Naked“-Konzept – und warum wirkt es mehr als nur wie ein Design-Trick?
Es geht nicht um eine auffällige Optik, sondern um konsequenten Leichtbau. Die Carbon-Karosserie bleibt komplett sichtbar und wird nur mit einem klaren oder eingefärbten Schutzüberzug versehen. Dadurch werden Faserverlauf, Materiallogik und konstruktive Details zum Gestaltungsmerkmal. Es ist kein Design-Trick. Es ist die ehrliche Fortsetzung dessen, wofür Donkervoort steht – und wirkt im direkten Vergleich zu den vollverkleideten, digital aufgehübschten Supersportwagen radikal authentisch.
2) Welche Rolle spielt das geringe Gewicht für das Fahrerlebnis – und warum sind „10 Kilogramm weniger“ hier relevant?
Beim F22 ist Leichtbau keine Zugabe, sondern die Basis. Selbst die Bare-Naked-Variante spart weitere zehn Kilo (von 750 auf 740 Kilogramm). In einem Auto, das ohnehin nur 730 Kilogramm wiegt, sind solche Einsparungen spürbar. Sie wirken sich direkt auf Ansprechverhalten, Bremsverhalten, Einlenkpräzision und die gesamte Schärfe aus. Donkervoort zeigt damit eine klare Haltung: Nicht immer mehr Leistung, sondern konsequent weniger Masse für direktere Rückmeldung.
3) Für wen ist der F22 Bare Naked gedacht – und warum passt die kleine Stückzahl so gut zum Charakter des Autos?
Für Fahrer, denen Purismus und technische Konsequenz wichtiger sind als Komfort oder Status. 500 PS bei extrem niedrigem Gewicht, brutale Querdynamik und ein sehr direktes Fahrverhalten sprechen Menschen an, die Geschwindigkeit mechanisch und ungefiltert erleben wollen. Die auf 100 Exemplare erweiterte Kleinserie in Handarbeit passt perfekt. Das Auto bleibt selten und exklusiv. Die internationale Nachfrage zeigt Interesse aus vielen Ländern – aber es bleibt eine Wahl für eine kleine, sehr bewusste Gemeinde.



