Frontansicht der Benelli Leoncino 500 Trail in roter Lackierung, Motorrad mit markantem Rundscheinwerfer und Speichenrädern.
(Foto: benelli.com)

Robuster Scrambler: Die Benelli Leoncino 500 Trail

Man sieht der Leoncino 500 Trail schon im Stand an, wofür sie gebaut ist. Robustere Schwester der normalen Leoncino, mit Speichenrädern, 19-Zoll-Vorderrad und aufrechter Haltung. Sie versteht Asphalt nicht als Grenze, bleibt aber weit entfernt von radikalen Geländemaschinen. Genau diese Mitte trifft bei vielen Fahrern den Nerv.

Leoncino bedeutet bei Benelli kleiner Löwe – zugänglich, ohne große Pose. Die Trail-Version packt handfeste Zutaten dazu und landet damit genau im Kern der vielseitigen 500er-Mittelklasse.

Ein Scrambler mit Bodenhaftung

Benelli Leoncino 500 Trail in schwarzer Lackierung, Seitenansicht
Die Benelli Leoncino 500 Trail ist ein vielseitiger Scrambler mit klassischem Stil und moderner Technik. (Foto: benelli.com)

Die Leoncino 500 Trail ist für alle gedacht, die nicht jede Tour bis ins letzte Detail planen. Landstraße, Stadt, Schotterpisten und die kleinen Nebenwege, die eigentlich immer lohnen. Sie bleibt ein Motorrad mit moderner Technik und klassischem Charakter – kein kompromissloses Offroad-Gerät.

Die Haltung zählt

835 mm Sitzhöhe sind hoch genug für guten Überblick, aber noch im grünen Bereich für die meisten Fahrer. 1470 mm Radstand bringen Ruhe, die Abmessungen von 2180 mm Länge und 875 mm Breite machen sie präsent, ohne sperrig zu wirken. Genau das ist ihr Reiz: Sie will nicht einschüchtern, sondern mitnehmen.

Der 500er-Zweizylinder als Herzstück

Motor der Benelli Leoncino 500 Trail mit typischen Konstruktionsmerkmalen und Komponenten.
Der flüssigkeitsgekühlte Zweizylinder der Benelli Leoncino 500 Trail im Detail. (Foto: benelli.com)

Im Zentrum sitzt ein flüssigkeitsgekühlter 2-Zylinder-Viertakter mit 500 ccm, 8 Ventilen und DOHC-Ventiltrieb. 35 kW bei 8500 U/min und 46 Nm bei 6000 U/min – das klingt erstmal unspektakulär, passt aber hervorragend zum Charakter des Bikes. Genug Reserven für den Alltag, ohne dass es nervös oder überzüchtet wirkt.

Bohrung 69 mm, Hub 66,8 mm, Verdichtung 11,5:1, elektronische Einspritzung und Spritzschmierung zeigen klar: Hier steckt solider moderner Motorenbau unter der klassischen Hülle. Elektrischer Anlasser, T.C.I.-Zündung.

Warum 46 N·m hier wichtig sind

Die 46 Nm bei 6000 U/min sind kein brutaler Punch, sondern genau das Richtige. Auf kurvigen Landstraßen, beim Herausbeschleunigen aus Ortschaften oder auf welligem Untergrund zählt diese berechenbare, lineare Leistungsentfaltung. Man fährt flüssig und mit Vertrauen – statt ständig auf der Hut zu sein.

Fahrwerk mit Trail-Gedanken

Lenker, Instrumente und Tank einer Benelli Leoncino 500 Trail von oben
Cockpit und Tank der Benelli Leoncino 500 Trail aus der Fahrerperspektive. (Foto: benelli.com)

Stahl-Gitterrahmen, vorn eine Upside-down-Gabel mit 135 mm Federweg, hinten ein Mono-Stoßdämpfer mit einstellbarer Vorspannung und 55 mm Federweg. Pragmatisch und ehrlich. Besonders die Speichenräder prägen das Bild: 110/80 R19 vorn, 150/70 R17 hinten. Das 19er Vorderrad ist ein klares Bekenntnis zum Trail-Einsatz.

Gebremst wird mit 320-mm-Doppelscheibe vorn und 260-mm-Scheibe hinten, beide mit ABS. Für diese Klasse eine ausgewogene Abstimmung – kräftig genug für zügige Etappen auf der Landstraße, dabei gut dosierbar auf wechselnden Untergründen. Bei einem Scrambler muss die Bremse mehr können, als nur gut auszusehen.

Zwischen Tradition und Gegenwart

Auspuff, Federbein und Speichenrad der Benelli Leoncino 500 Trail aus der Nähe fotografiert
Detailaufnahme vom Auspuff, Hinterrad und Federung der Benelli Leoncino 500 Trail mit Speichenrad und Bremsscheibe. (Foto: benelli.com)

Die moderne Leoncino-Linie startete 2015 mit einem Prototyp. Ab 2017 gab es die Baureihe als Leoncino 500 und als Leoncino 500 Trail. Später folgte die Euro-5-Anpassung. Der Motor behielt seine 48 PS und 46 Nm, die Änderungen betrafen vor allem Motorsteuerung, Abgasnachbehandlung und Detailpflege.

Klassisch, aber nicht gestrig

Genau diese Mischung macht die Leoncino 500 Trail interessant. Klassische Formen mit moderner Technik darunter, ohne in Retro-Romantik abzudriften. Die Farben Vulcan Black, Leoncino Red, Dark Matt Grey und Opal Green passen dazu – mal ernst, mal lebendig, mal bewusst zurückhaltend.

Maße, Gewicht und Alltagstauglichkeit

207 kg fahrfertig sind kein Leichtgewicht, vermitteln aber Substanz und Ruhe. Zuladung 190 kg, Tankvolumen 12,7 Liter. Spitze bei 160 km/h. Das passt zu einem Motorrad, das nicht als Autobahn-Cruiser geboren wurde, sondern als Begleiter für abwechslungsreiche Touren.

6-Gang-Getriebe, Kettenantrieb, Nasslamellenkupplung und eine 12-V-8-Ah-Batterie runden den klassischen Aufbau ab. Am Ende ist die Leoncino 500 Trail ein Bike für Leute, denen Charakter wichtiger ist als reine Spitzenwerte.

Bilder: Hersteller

FAQ

Für wen eignet sich die Benelli Leoncino 500 Trail besonders?

Für alle, die einen Scrambler mit klassischem Look, aufrechter Sitzposition und echter Alltagstauglichkeit suchen. Hauptrevier Landstraße und Stadt, dazu gelegentlich Schotter oder schlechte Wege. Die überschaubare Leistung macht sie leicht beherrschbar, ohne langweilig zu werden. Sie hat genug Präsenz, um nicht wie ein reines Einsteigerbike zu wirken. Wer einen vielseitigen Alltags-Scrambler mit leichtem Abenteuerfaktor will, liegt hier richtig.

Wie alltagstauglich ist die Benelli Leoncino 500 Trail im täglichen Einsatz?

Sehr alltagstauglich. Die aufrechte Ergonomie gibt guten Überblick im Verkehr, der Zweizylinder liefert genug Drehmoment für Überholmanöver und spontane Ausfahrten. Das Fahrwerk schluckt auch schlechte Nebenstraßen ordentlich. 207 kg klingen erstmal viel, geben aber ein sicheres, stabiles Gefühl. Dazu kommen serienmäßiges ABS, moderner Motor und die klare, unkomplizierte Auslegung. Stil und Nutzwert passen hier wirklich zusammen.

Was macht den besonderen Charakter der Leoncino 500 Trail aus?

Die ausgewogene Mischung aus Retro-Form, moderner Technik und ehrlicher Fahrbarkeit. Sie versucht weder extremes Offroad-Bike noch Sportgerät zu sein. Das 19-Zoll-Vorderrad und die Speichenräder geben klare Trail-Anmutung, der 500er-Zweizylinder liefert eine freundliche, berechenbare Leistungsentfaltung. Man steigt auf und fühlt sich sofort wohl. Genau diese Vertrauen schaffende Mitte macht sie sympathisch – für Leute, die beim Fahren mehr auf Haltung und Atmosphäre achten als auf reine Daten.