Ein C10 steht nie leise in der Ecke. Dieser 1968er Convertible Rat-Rod Custom als Einzelstück treibt die Sache auf die Spitze. Tiefgelegt, schwarz, roh. Mehr Hinterhof-Hot-Rod als polierter Klassiker. Er provoziert einfach.
Die Mischung macht ihn spannend. Klassischer US-Pick-up, zum offenen Lowrider umgebaut, mit 7,2-Liter-V8 unter der Haube. Kein Serienfahrzeug mehr, sondern eine klare Ansage.
Ein offener Pick-up mit rauer Seele

Der Reiz liegt nicht in perfekter Blecharbeit. Sondern in der ehrlichen Rohheit. Rat-Rod heißt hier echte Patina und bewusste Unfertigkeit. Der C10 wurde gekappt, als Einzelstück aufgebaut und ganz bewusst auf wilden, lauten Auftritt getrimmt.
7,2 Liter Hubraum als Ansage
Im Zentrum sitzt ein 7,2-Liter-Big-Block-V8 mit Viergang-Automatik. Das ist kein Beiwerk, das ist der Kern. Der Motor soll laut sein, unverwechselbar und kompromisslos. Linkslenkung, Benzin, schwarzer Lack – alles passt zum Gesamtbild.
Warum der C10 bis heute fasziniert

Die C10-Baureihe ist längst Kult. Weit mehr als alte Nutzfahrzeuge. „C“ stand für die heckgetriebenen Modelle, „K“ für Allrad. Der C10 war die klassische Hinterradantriebs-Version in der großen Chevrolet-Pick-up-Familie.
1968 liegt in der zweiten Generation, der Action Line von 1967 bis 1972. Mehr Komfort und Alltagstauglichkeit als die Vorgänger, aber immer noch robuster Truck. Genau diese Spannung zwischen Nutzwert und Style macht ihn zur perfekten Basis für Custom-Projekte.
Vom US-Truck zum britischen Straßenexoten

Aus den USA importiert und 2020 in Großbritannien zugelassen. 2019 vom Sammler gekauft. Seitdem trocken gelagert. In rund sieben Jahren gerade einmal geschätzt 200 bis 300 Meilen gefahren.
Angepasst für britische Straßen
Nebelleuchten, Scheibenwischer und Handbremse kamen dazu. Hintere Federn für mehr Bodenfreiheit auf britischen Straßen. Der Keilriemen wurde wegen Verschleiß getauscht. Mechanisch gut, Unterboden solide.
Der Tacho funktioniert nicht, der Kilometerstand ist unbekannt. Die Unterlagen sind dünn. Bei einem solchen Einzelstück gehört das dazu. Kein lückenlos dokumentierter Museumswagen, sondern ein ehrliches Custom-Car.
Details, die nach Schrauberromantik riechen

Sporttank hinten. Zusätzlich ein Halter für den Reservekanister. Die Haube ist abnehmbar und wird mit Unterlegscheiben plus Flügelmuttern gehalten. Die Tankanzeige ist reine Optik.
Das ist keine versteckte Technik unter Verkleidungen. Jede Schraube, jede Improvisation liegt offen. Genau darin liegt der Charme. Moderne Pick-ups kaschieren alles. Dieser hier zeigt, was er ist.
Ein Internet-Star auf vier Rädern
Über 16 Millionen Views auf YouTube. Passt perfekt. Das Auto fährt nicht einfach vorbei. Es erzeugt einen Moment.
Ein Klassiker ohne höfliche Manieren

Als Basis ein klassischer C10 – weite Straßen, V8-Selbstbewusstsein, Nutzwert. Als Rat-Rod-Convertible verlässt er jede Serienlogik. Offen, tief, laut, eigenwillig. Genau deshalb funktioniert er. Weil er emotional ist. Und herrlich unvernünftig.
Der aktuelle Auktionsstand liegt bei 3.700 Pfund. Mindestgebot noch nicht erreicht. 15 Gebote von 11 Bietern, 2 Kommentare, 80 Beobachtungen.
Bilder: Hersteller
FAQ
Warum begeistert gerade ein so radikal umgebauter Chevrolet C10 viele Auto-Fans?
Weil er nicht versucht, geschniegelt oder historisch korrekt zu wirken. Die rohe Machart, der Convertible-Umbau, die tiefe Haltung, der große V8 und die offen gezeigten Schrauberlösungen geben ihm Persönlichkeit. Moderne Autos verstecken alles hinter Karosserie und Assistenzsystemen. Dieser hier zeigt jede Kante. US-Pick-up-Kultur trifft Hot-Rod und Rat-Rod. Die Mischung aus Nostalgie, Lärm und handfestem Charakter trifft viele stärker als saubere Restaurierungen.
Ist dieser C10 eher ein Sammlerstück, ein Show-Car oder wirklich noch zum Fahren gedacht?
Hauptsächlich Show-Car mit Straßenzulassung. Mechanisch ordentlich und für britische Straßen angepasst. Der defekte Tacho und die dünne Dokumentation zeigen aber klar: Der Auftritt steht im Vordergrund. Wer ihn kauft, sucht kein bequemes Alltagsauto. Sondern ein Erlebnis auf Rädern. Er fährt. Vor allem aber fällt er auf und liefert Gesprächsstoff.
Worauf sollte man bei einem solchen Rat-Rod-Custom vor einem Kauf besonders achten?
Deutlich genauer als bei einem seriennahen Klassiker. Qualität des Umbaus prüfen, Rahmenzustand kontrollieren, Motor und Getriebe auf Zuverlässigkeit, Bremsen, Elektrik und Fahrwerksanpassungen. Bei Einzelstücken entscheidet nicht nur das spektakuläre Aussehen, sondern ob alles sauber und sicher ausgeführt wurde. Fehlende Unterlagen und ein inoperativer Tacho drücken später den Wiederverkaufswert. Am besten mit erfahrenem Schrauber und Hebebühne anschauen. Nicht nur mit dem Herzen, sondern mit Verstand und gründlicher Prüfung.



