Honda XL750 Transalp fährt auf einer Schotterstrecke in hügeliger Landschaft.
Die Honda XL750 Transalp demonstriert ihre Geländetauglichkeit in offener Landschaft. (Foto: honda.de)

Honda XL750 Transalp: Zurück ins Abenteuer

Transalp wirft man nicht leichtfertig in die Runde. Der Name steht für Pässe, Schotter, lange Etappen und ein Motorrad, das den ersten Stein nicht gleich übel nimmt. Die XL750 setzt genau diese Linie fort: 755 cm³, 67,5 kW beziehungsweise 91,8 PS, ein mittelgroßer Adventure-Tourer, der Straße, Reise und unbefestigte Wege ohne große Kompromisse abdeckt.

Genau das macht sie interessant. Morgens durch die Stadt, am Wochenende Landstraßen, irgendwann der Abzweig auf den Feldweg. Nicht aus Zwang, sondern aus Lust. Die Maschine verzeiht Neugier.

Ein Name mit Geschichte und neuem Puls

Vier Honda XL750 Transalp fahren im Gelände bei Sonnenuntergang mit staubiger Kulisse und berühmten Bauwerken im Hintergrund.
Mehrere Honda XL750 Transalp Motorräder fahren bei Sonnenuntergang durch eine staubige Landschaft, im Hintergrund Sehenswürdigkeiten wie das Kolosseum und eine Moschee. (Foto: honda.de)

Die Transalp-Geschichte begann 1986/87 mit der XL600V. 583 cm³ V2, 50 PS, lange Federwege und 21-Zoll-Vorderrad. Danach kamen die XL650V mit 647 cm³ und 53 PS sowie ab 2008 die XL700V mit 680 cm³, Einspritzung und ABS.

Jetzt arbeitet ein flüssigkeitsgekühlter Reihen-Zweizylinder mit 755 cm³. 75 Nm bei 7.250 U/min, 67,5 kW bei 9.500 U/min. Genug Druck für lange Autobahnetappen, gleichzeitig gut dosierbar auf losem Untergrund.

Honda E-Clutch als faszinierender Kniff

Honda XL750 Transalp Motorrad, seitlich fotografiert, mit Topcase und Adventure-Design.
Die Honda XL750 Transalp mit Topcase und typischer Adventure-Ausstattung. (Foto: honda.de)

Schalten ohne Drama

Das spannendste Detail an der XL750 Transalp ist der optionale Honda E-Clutch. Er verändert den Grundcharakter nicht, erleichtert aber den Alltag massiv. Klassisch mit Kupplungshebel geht jederzeit. Aktiviert man das System über das 12,7 cm TFT, übernimmt es Ein- und Auskuppeln automatisch.

Anfahren, Schalten, Anhalten – der Kupplungshebel bleibt unberührt. Der Schalthebel ist die einzige manuelle Aktion, der Rest läuft. Im Stadtverkehr spart das richtig Kraft. Auf langer Tour bleibt die linke Hand länger entspannt. Und wenn du Lust auf klassisches Schalten hast, greifst du einfach wieder zum Hebel. Genau diese Doppelrolle passt zum Adventure-Tourer.

Fahrwerk für Asphalt, Schotter und Gepäck

90/90-21 vorn, 150/70R18 hinten auf Aluminium-Speichenrädern. Die Kombination zeigt klar Richtung Reise-Enduro. Showa 43 mm SFF-CA Upside-Down-Gabel mit 200 mm Federweg, hinten Pro-Link-Schwinge mit Mono-Stoßdämpfer und 190 mm Federweg.

Die überarbeitete Feder-Dämpfer-Abstimmung schluckt Unebenheiten sauber, ohne auf Asphalt zu unruhig zu werden. 210 mm Bodenfreiheit und ein Hauptrahmen von 18,3 kg bilden eine solide Basis. 850 mm Sitzhöhe und aufrechte Position sorgen für guten Überblick und Langstreckentauglichkeit.

Elektronik mit klarem Nutzen

Fünf Modi für unterschiedliche Tage

Sport, Standard, Rain, Gravel und User Mode. Die Programme greifen in Leistungsentfaltung, Bremseneingriff, HSTC, Wheelie Control und ABS-Abstimmung ein. Im User Mode kannst du alles individuell konfigurieren – hinten lässt sich das ABS komplett abschalten.

Die HSTC-Traktionskontrolle arbeitet in mehreren Stufen oder ganz aus. Bei Schlupf passt sie das Drehmoment elektronisch an. Auf nassem Asphalt, Schotter oder mit Gepäck ein handfester Vorteil. Dazu gibt es ESS: Bei starkem Bremsen warnen die blinkenden Blinker den nachfolgenden Verkehr.

Gesteuert wird das meiste über das 12,7 cm TFT-Farbdisplay und die Vierwege-Wippe am linken Lenker. Honda RoadSync bringt Navigation und Smartphone-Funktionen. Eine USB-C-Buchse ist ebenfalls verbaut.

Design, das arbeiten darf

Die XL750 Transalp soll kein Café-Racer sein. Schmale Mittelpartie für Bewegungsfreiheit, aerodynamische Verkleidung für Windschutz, LED-Doppelscheinwerfer setzt einen klaren Akzent. Die Linienführung erinnert an die Africa Twin, bleibt aber eigenständig.

Die Scheibe aus Durabio™ bietet gute Sicht und ordentliche Kratzfestigkeit. Der zentrale Lufteinlass leitet den Fahrtwind bei höherem Tempo am Helm vorbei – spürbarer Komfortgewinn auf der Autobahn. Bei einem Motorrad, das Pendeln, Landstraße und Touren abdecken soll, ist das kein Detail, sondern relevant.

Zubehör für Alltag, Reise und Offroad

Vom Topcase bis zum Unterbodenschutz

Die Pakete zeigen, wie breit die Transalp aufgestellt ist. Urban bringt unter anderem 50-Liter-Topcase mit Innentasche, eine um 75 mm höhere Windscheibe und Hauptständer. Adventure-Paket liefert Front-Sturzbügel, LED-Nebellampen und Kühlergrill. Im Komfort-Paket stecken Windschild- und Cockpit-Windabweisersatz, Komfortsitz, Heizgriffe und 3-Liter-Tanktasche.

Wer mehr Gelände will, greift zum Rallye-Paket mit Handprotektoren, Unterfahrschutz, Motorschutzbügeln und Schaltassistent für kupplungslose Schaltvorgänge mit Auto-Blip. Das Touring-Paket ergänzt abnehmbare Seitenkoffer mit 33 Litern links und 26 Litern rechts, passendem Trägersystem, Innentaschen und 12-Volt-Steckdose.

Preis der Honda XL750 Transalp

Die XL750 Transalp verbindet Historie, brauchbare Elektronik und eine ehrliche Basis. Sie ist als 35-kW-Version für den A2-Führerschein drosselbar und später wieder auf volle Leistung zurückbaubar. Fahrfertig wiegt sie 216 kg. Der Tank fasst 16,9 Liter.

Ein Preis wird auf der Übersichtsseite nicht genannt.

Bilder: Hersteller

FAQ

Für wen eignet sich die Honda XL750 Transalp am besten?

Sie passt für Pendler, Tourenfahrer und Einsteiger in die Adventure-Klasse ebenso wie für erfahrene Reisende. Aufrechte Sitzposition, ausgewogene Leistungsentfaltung und das 21-Zoll-Vorderrad sorgen auf Asphalt für Souveränität und auf Schotter für Glaubwürdigkeit. Wer keine harte Enduro sucht und auch keinen reinen Straßen-Tourer, findet hier einen brauchbaren Mittelweg. Genau diese Vielseitigkeit macht sie im Alltag und auf Reisen interessant.

Welche Vorteile bietet die Honda E-Clutch im Alltag und auf Tour?

Im Stadtverkehr und bei Stop-and-go nimmt sie dem linken Handgelenk viel Arbeit ab, weil Ein- und Auskuppeln automatisch läuft. Das reduziert Stress spürbar. Gleichzeitig bleibt der Schalthebel im Mittelpunkt, das direkte Motorradgefühl geht nicht verloren. Auf Touren hält man länger frisch. Und wer zwischendurch klassisch schalten will, greift einfach zum Kupplungshebel. Diese Flexibilität ist der eigentliche Gewinn.

Ist die Honda XL750 Transalp eher Reisebike, Alltagsmotorrad oder Offroad-Begleiter?

Von allem etwas, mit klarem Schwerpunkt auf Reise und Alltag. Kein kompromissloses Enduro für hartes Gelände, aber deutlich mehr als nur ein bequemer Straßen-Tourer. Federwege, Bodenfreiheit, Radgrößen und die Assistenzsysteme zeigen, dass unbefestigte Wege zum Konzept gehören. Windschutz, TFT, Fahrmodi und Gepäckoptionen sprechen für lange Etappen und täglichen Einsatz. Wer Autobahn, Landstraße und gelegentlich Schotter kombiniert, bekommt eine stimmige Balance. Das ist ihre eigentliche Stärke.