780 Kilogramm und 600 PS. Manche Autos brauchen lange Erklärungen. Der P24 RS braucht nur eine Kurve. Seine flache, radikal reduzierte Form sagt alles: Hier geht es nicht um Show oder Luxus, sondern um direkte Rückmeldung. Kein Auto für die Hotelzufahrt. Sondern eines, das die Straße ungefiltert an den Fahrer weitergibt – hart, präzise, ohne elektronische Watte.
Der P24 RS setzt die kompromisslose Linie von Donkervoort konsequent fort. Weniger Masse, mehr mechanische Ehrlichkeit. Das passt zum Auto.
Ein Leichtgewicht mit gewaltiger Energie

Im Zentrum arbeitet ein neuer 3,5-Liter-V6 mit 441 kW (600 PS) und 800 Nm bei 4.500 U/min. Die volle Leistung liegt zwischen 5.500 und 7.000 U/min – genau in dem Bereich, in dem viele Hochleistungsmotoren erst richtig wach werden. Die Kraft steht breit und nachdrücklich zur Verfügung.
Interessant ist das „Power To Choose“-Konzept. Über die Motorsteuerung lässt sich die Leistung auf 400, 500 oder 600 PS skalieren, jeweils mit angepasstem Drehmomentverlauf. Das ist kein Gimmick. Es erlaubt, den Charakter des Autos bewusst an Strecke, Reifen und eigene Verfassung anzupassen.
780 Kilogramm als zentrale Botschaft
Entscheidend bleibt das Verhältnis von Leistung und Masse. Bei 780 kg ergibt sich ein Leistungsgewicht von 770 PS pro Tonne und 171 PS pro Liter Hubraum. Diese Werte erklären, warum das Auto so direkt reagiert. Es geht nicht um gefilterte Geschwindigkeit, sondern um sofortige Umsetzung von Befehlen.
Die spannendste Technik sitzt vor allem im Atemsystem

Das größte Potenzial liegt im Ansprechverhalten. Donkervoort verwendet eigene Turbolader mit Kugellagern, die aus massiven Legierungsblöcken gefräst werden. Das ermöglicht Schaufelgeometrien jenseits üblicher Serienteile. Entscheidend sind jedoch die 3D-gedruckten Conflux-Ladeluftkühler. Jedes wiegt nur 1,4 kg und sitzt direkt zwischen Lader und Drosselklappe.
Der extrem kurze Ansaugweg sorgt für nahezu verzögerungsfreie Leistungsentfaltung. Der Motor hängt sofort am Gas – genau das, was ein leichtes, puristisches Auto braucht. Keine Aufbauzeit, keine Überraschungen am Kurvenausgang.
Direktheit als Prinzip
Während viele moderne Sportwagen ihre Leistung elektronisch glätten, geht der P24 RS den anderen Weg. Mechanische Präsenz statt steriler Perfektion. Genau das macht ihn für Fahrer interessant, die noch echte Rückmeldung wollen.
Fahrwerk, Bremsen und Seitenführung auf Angriff

Das Chassis ist steifer als beim Vorgänger und kombiniert Aluminiumrohre mit strukturellen Ex-Core-Carbon-Elementen. Der vordere Hilfsrahmen ist als einteilige Fort-Ex-Struktur aus Carbon ausgeführt – weltweit erstmalig in dieser Form. Weniger Gewicht, höhere Steifigkeit, präzisere Lenkung.
Tractive liefert das aktive Fahrwerk, optional ist die Fahrzeughöhe hydraulisch einstellbar. Über einen Drehregler in der Mittelkonsole lassen sich verschiedene Dämpferkennungen wählen. Das Auto bleibt kein komfortabler Alleskönner, sondern wird zum fein justierbaren Werkzeug.
Die Bremsanlage verwendet Vierkolben-Sättel von AP Racing an innenbelüfteten Stahlscheiben. Optional gibt es Carbon-Keramik-Scheiben, die pro Rad 2,1 kg sparen und Verzögerungen bis 1,3 g ermöglichen. Die speziell abgestimmten Nankang CR-S-Reifen erlauben Querbeschleunigungen von 2,3 g. Das sind keine Marketingwerte, sondern ein Hinweis, wie ernst Donkervoort Kurvengeschwindigkeit nimmt.
Ein neuer Name, ein klarer Anspruch

Der Donkervoort P24 RS ist „the definitive driver’s car“ – „for those who dare“. Hinter der nüchternen Typbezeichnung steckt ein klares Versprechen: maximal unmittelbares, pures Feedback statt Isolation – genau passend zum Charakter des Autos.
Der P24 RS ist kein Sportwagen für jedermann. Wer jedoch vor allem Intensität, geringe Masse und direkte Rückmeldung sucht, bekommt hier wenig Konkurrenz. Weniger Distanz, weniger Inszenierung, mehr ehrliches Fahren.
Bilder: Hersteller
FAQ

1) Was macht den Donkervoort P24 RS anders als viele moderne Supersportwagen?
Er will nicht primär beeindrucken, sondern verbinden. Statt Komfort und digitaler Glätte setzt er auf extremes Leichtbau (780 kg), kurze Wege und unverfälschte Rückmeldung. Das Ergebnis ist ein Auto, das Lastwechsel, Traktion und Fahrbahnzustand direkt durch den Sitz und das Lenkrad kommuniziert. Nähe statt Distanz.
2) Wofür ist „Power To Choose“ wirklich gut – und für wen lohnt sich das?
Es ist ein ernsthaftes Werkzeug zur Anpassung des Charakters. 400 PS für enge, wellige oder rutschige Strecken, wo Dosierbarkeit wichtiger ist als Spitzenleistung. 500 PS als guter Allround-Wert. 600 PS für offene Strecken und volle Attacke. Besonders Fahrer, die regelmäßig zwischen unterschiedlichen Bedingungen wechseln, gewinnen damit echte Kontrolle statt bloßer Leistung.
3) Warum ist die Technik rund um Turbos und Ladeluftkühler so wichtig für das Fahrerlebnis?
Bei starken Turbomotoren entscheidet nicht nur die Spitzenleistung, sondern wie schnell und sauber sie kommt. Die kugelgelagerten, aus dem Vollen gefrästen Turbolader plus die nur 1,4 kg schweren, direkt platzierten Conflux-Ladeluftkühler minimieren den Ansaugweg radikal. Der Motor baut kaum Druck auf, sondern liefert Leistung sofort. In einem 780 kg leichten Auto spürt man das an jedem Kurvenausgang als präzise, vorhersehbare Leistungsentfaltung.



