Renault schaltet einen Gang höher: In den kommenden vier Jahren sollen 26 neue Produkte auf den Markt kommen. Die Marke richtet ihre Palette neu aus und treibt die Elektrifizierung voran. Das Ziel sind bis 2030 weltweit zwei Millionen Fahrzeuge, davon rund die Hälfte außerhalb Europas. In Europa soll der Anteil elektrifizierter Modelle auf 100 Prozent steigen, international auf 50 Prozent. Für eine Marke, die seit Jahrzehnten für „voitures à vivre“ steht, bedeutet diese Offensive einen Technologiesprung – vom Kleinwagen bis zum Nutzfahrzeug.
Elektrische Architektur: Von RGEV medium 2.0 bis Trafic

Zwölf neue Produkte für Europa und 14 neue Modelle für internationale Märkte sind bis 2030 geplant. Kern der Strategie ist eine weitgehend elektrifizierte Palette: In Europa bleiben E-Tech Full Hybrid Modelle ein wichtiger Bestandteil, auch nach 2030. Sie sind effizient in Verbrauch und Emissionen und dienen als Übergang zum reinen Elektroantrieb. Außerhalb Europas kombiniert Renault Hybrid-, Verbrennungs- und Elektroantriebe, um regionale Bedürfnisse zu bedienen.

Die neue Elektroplattform RGEV medium 2.0 ist für Modelle der Segmente C und D gedacht. Die modulare Architektur eignet sich für Fahrzeuge vom oberen B- bis D-Segment und bietet drei Varianten: rein elektrisch mit bis zu 750 km WLTP-Reichweite, als Allradler mit 4×4 und bis zu 2.000 kg Anhängelast oder mit Range Extender für bis zu 1.400 km Gesamtreichweite. So spricht Renault Vielfahrer und Anhänger-Nutzer an, ohne den elektrischen Charakter zu verlieren.
Konzeptfahrzeuge: R-Space Lab und Bridger Concept

Die Elektrifizierung zeigt sich bei Modellen wie Renault 5 E-Tech, Renault 4 E-Tech und Twingo E-Tech, die – je nach Modell – einen kombinierten Stromverbrauch von 13,1 bis 15,2 kWh pro 100 km und null CO₂-Emissionen bieten. Im Nutzfahrzeugbereich setzt der Renault Trafic E-Tech Electric Maßstäbe: Als erstes software-definiertes Fahrzeug der Marke mit 800-Volt-Technik ermöglicht es schnelles Laden und bis zu 450 km Reichweite – nützlich für Handwerker und Flotten im Stadtverkehr.

Zwei Konzeptstudien geben Einblick in Renaults Vision nach 2030. Der R-Space Lab ist ein 4,5 Meter langes One-Box-Design mit 1,5 Metern Höhe, großflächiger Verglasung und rahmenlosen Türen für ein luftiges Raumgefühl. Ein Panorama-Bildschirm, Steer-by-Wire-Lenkrad und flexible Sitze mit flachem Boden machen das Interieur variabel – ideal für Familien oder Freizeitaktivitäten. Features wie ein Alkoholtester und KI-gestützter Safety Coach deuten auf zukünftige Assistenzsysteme hin.
Internationaler Fokus und Bridger als Symbol
Renault stärkt seine Präsenz außerhalb Europas. 2025 wurden dort 620.000 Fahrzeuge verkauft, ein Plus von 11 Prozent zu 2024. Fünf Standorte in Marokko, Türkei, Lateinamerika, Südkorea und Indien dienen als Basis für wettbewerbsfähige Modelle auf drei globalen Plattformen. In Brasilien und Südkorea erweitert die Multi-Energie-Plattform GEA das Angebot an emissionsfreien und emissionsarmen Fahrzeugen. Indien wird zum Produktionszentrum, wo bis 2030 vier neue Modelle, darunter Elektro- und Hybridvarianten, entstehen.

Symbol für diese Offensive ist das Bridger Concept, ein unter 4 Meter langer B-Segment-SUV mit 200 mm Bodenfreiheit, 18-Zoll-Rädern, 400 Litern Kofferraum und 200 mm Beinfreiheit hinten. Die erhöhte Sitzposition bietet gute Übersicht und Sicherheit – wichtig in Märkten wie Indien, wo ein Serienmodell bis Ende 2027 erwartet wird. Preise für neue Modelle sind noch nicht bekannt.
Bilder: Hersteller



