Silberner Porsche 718 RSK Center Seat Baujahr 1959 mit Startnummer 44, Blick von hinten auf das offene Cockpit und die Heckpartie.
Der seltene Porsche 718 RSK Center Seat in silberner Lackierung, aufgenommen von schräg hinten, zeigt das markante Heck und die mittige Fahrerposition. (Foto: mecum.com)

Porsche 718 RSK: Mittelmotor und Mittelsitz

Der Porsche 718 RSK Center Seat mit Fahrgestellnummer 718028 stammt aus dem April 1959. Silberne Karosserie, hellbrauner Innenraum, Mittelmotor, offener Spyder. Damals lag Leichtbau näher an der mechanischen Präzision als Komfort oder Konvention. Von 34 gebauten 718 RSK entstanden nur sechs mit dieser Mittel-Sitz-Konfiguration.

Ein Rennwagen mit Platz in der Mitte

Vorderansicht eines silbernen Porsche 718 RSK Center Seat von 1959 mit Startnummer 44, fotografiert im Stand
Seltenes Rennfahrzeug: Porsche 718 RSK Center Seat mit silberner Karosserie und Startnummer 44 (Foto: mecum.com)

Die Sitzposition definiert alles. Der Fahrer sitzt genau in der Mitte, fast wie im Monoposto, umgeben von flacher Karosserie. Jede Lastwechselreaktion, jede Vibration kommt ungefiltert an. Genau vier dieser 718 RSK konnten ab Werk zwischen Mittelsteuerung und versetzter Lenkung umgebaut werden.

Silberner Porsche 718 RSK Center Seat Rennwagen von 1959, seitlich fotografiert, Startnummer 44
Seitenansicht des seltenen Porsche 718 RSK Center Seat, Baujahr 1959, mit Startnummer 44 (Foto: mecum.com)

Umbau mit Rennlogik

In wenigen Stunden wechselt der Wagen von der Center-Seat-Anordnung auf einen linksgelenkten Zweisitzer. Typisch für die Zeit. Kompromisslos gebaut und dennoch pragmatisch. Das Auto musste verschiedene Aufgaben erfüllen, ohne seine Auslegung zu verlieren.

Geboren im April 1959

Heck des silbernen Porsche 718 RSK Center Seat, Baujahr 1959, mit typischen Lüftungsgittern und Rückleuchten
Detailaufnahme des einzigartigen Porsche 718 RSK Center Seat mit originaler Wendler-Karosserie (Foto: mecum.com)

Im April 1959 fertiggestellt und an Christian Goethals nach Belgien ausgeliefert. Er fuhr den Spyder eine volle Saison. Beim Leopoldville Grand Prix 1959 im damaligen Belgisch-Kongo holte er den Gesamtsieg. 1960 folgte beim Buenos Aires 1.000 km Grand Prix Platz sechs gesamt und Rang drei in der Klasse.

Solche Ergebnisse geben dem Auto Substanz. Nicht durch Gewicht – der 718 RSK steht für das Gegenteil. Leichtigkeit, Reduktion, Effizienz. Kein totes Museumsstück. Ein Rennwagen, der seinen Zweck erfüllt hat.

Technik, die nach Öl und Drehzahl klingt

Innenansicht des Porsche 718 RSK Center Seat mit zentralem Fahrersitz, Vierpunktgurt und klassischem Porsche-Lenkrad
Detailansicht des Innenraums des Porsche 718 RSK: Mittelsitz, Lenkrad mit Porsche-Wappen und minimalistisches Rennwagen-Armaturenbrett (Foto: mecum.com)

Unter der silbernen Haut arbeitet der 1,587-Liter-DOHC-Vierzylinder-Boxer Type 547/3 mit Motornummer 90220. Originales Transaxle und originale Wendler-Karosserie gehören dazu. Zwei Weber 46 IDM Vergaser versorgen den Motor, geschaltet wird über ein manuelles 5-Gang-Transaxle. Gebremst wird mit vier schraubenförmig verrippten Trommelbremsen – technische Details, die zur Epoche passen.

Nahaufnahme des originalen Drehzahlmessers im Cockpit des Porsche 718 RSK Center Seat.
Der originale Drehzahlmesser des Porsche 718 RSK Center Seat mit zentraler Sitzposition. (Foto: mecum.com)

Der Reiz des Viernockenwellen-Boxers

Der 718 RSK entwickelte den 550A Spyder weiter. Leichter Gitterrohrrahmen, überarbeitete Vorderachse, stärkere Bremsen und konsequente Mittelmotor-Architektur. Die frühen 718er hatten den 1,5-Liter-Type-547/3 mit 148 PS bei rund 530 Kilogramm Fahrzeuggewicht. Diese Kombination erklärt bis heute den Reiz: nicht rohe Leistung, sondern Balance, Direktheit und die Fähigkeit, wenig Masse maximal wirksam einzusetzen.

Lenkrad mit Porsche-Wappen im historischen 718 RSK Center Seat
Detailansicht des Porsche-Lenkrads im 718 RSK Center Seat von 1959 (Foto: mecum.com)

RSK: drei Buchstaben mit Bedeutung

Nahaufnahme der Schaltkulisse und des Lenkrads im Porsche 718 RSK Center Seat Spyder.
Detailaufnahme der Schaltkulisse und Lenkradnabe im Porsche 718 RSK Center Seat von 1959. (Foto: mecum.com)

RS steht für Rennsport. Das K bezeichnet die neu entwickelten vorderen Drehstäbe, deren Anordnung an den Buchstaben erinnert. Solche technischen Feinheiten machten den Unterschied. Die Entwicklung begann im Winter 1956, damit der Wagen 1957 einsatzbereit war. Debüt bei den 24 Stunden von Le Mans 1957.

Später kamen der 718 RS 60 für die Saison 1960 und der RS 61 im Oktober desselben Jahres. Dazu Varianten wie der 718 GTR und der einzelne 718 W-RS Spyder. Der RSK blieb der Moment, in dem Porsche den leichten Mittelmotor-Sportwagen am klarsten umsetzte.

Originale Substanz, lebendige Geschichte

Originale Wendler-Karosserie, Type-547/3-Motor und Transaxle sind bei diesem Exemplar erhalten. Genau diese Kombination aus Authentizität und dokumentierter Rennbiografie macht den Reiz aus. Der Wagen wurde für den historischen Motorsport restauriert. Danach setzte Grant Motorsports ihn in mehr als 100 Vintage-Racing-Veranstaltungen ein, meist mit John Higgins am Steuer. Gut, dass er nicht nur stand, sondern weiter gefahren wurde.

Restauriert, gefahren, ausgezeichnet

Den Motor hat Bill Doyle, der ausgewiesene Porsche-Viernockenwellen-Spezialist, neu aufgebaut. Dazu gab es einen Klassenpreis beim Amelia Island Concours d’Elegance. Rennstrecke und Concours-Rasen – beides beherrscht er. Die Ausstrahlung kommt von Herkunft, Technik und tatsächlichem Einsatz, nicht von Hochglanz.

Ein Traum für Kenner, kein gewöhnliches Angebot

Der Porsche 718 RSK Center Seat wurde bei der Auktion Kissimmee 2026 angeboten und sollte am Samstag, dem 17. Januar 2026, über den Block gehen. Für Kenner eine der Gelegenheiten, bei denen Vernunft und Begeisterung kurz streiten. Alltagstauglich ist er nicht. Er ist Rennsportarchitektur aus Aluminium, Stahl und Drehzahl.

Wer sich den silbernen Spyder in einer gut belüfteten Halle vorstellt, den zentralen Sitz vor Augen, das 5-Gang-Getriebe bereit, der spürt sofort: Mobilität kann mehr sein als Fortbewegung. Dieser 718 RSK zeigt, was in einem sehr leichten Auto steckt.

Bilder: Anbieter des Fahrzeuges

FAQ

Warum ist gerade dieser Porsche 718 RSK Center Seat so außergewöhnlich?

Der zentrale Sitz macht ihn zur Ausnahme – nur sechs von 34 RSK wurden so gebaut. Dazu der Umbau in wenigen Stunden auf einen linksgelenkten Zweisitzer. Vor allem aber die erhaltene Originalsubstanz: Wendler-Karosserie, Motor 90220, passendes Transaxle und die nachweisbare Rennkarriere mit Sieg in Leopoldville und guten Platzierungen in Buenos Aires. Konstruktion, Authentizität und echte Geschichte in einem Paket. Genau das zieht Sammler, Historiker und Fahrer an.

Was macht den Reiz des Porsche 718 RSK aus technischer Sicht bis heute aus?

Der Reiz liegt nicht in brutaler Leistung, sondern im Gesamtpaket. Leichter Gitterrohrrahmen, Mittelmotor, 530 Kilogramm und der drehfreudige Viernockenwellen-Boxer ergeben Balance und direkte Rückmeldung. Die zentrale Sitzposition verstärkt das Gefühl für Lastwechsel und Querdynamik. Wenig Masse, ehrliche Mechanik, klare Fahrdynamik. Deshalb wirkt das Konzept auch heute noch stimmig. Ein Lehrstück für puristischen Sportwagenbau.

Warum üben Fahrzeuge wie dieser Porsche 718 RSK auf Sammler und Enthusiasten eine so starke Anziehung aus?

Weil sie echte Biografie haben. Rennspuren, technische Lösungen von 1957 und nachweisbare Erfolge. Dieser 718 RSK stand nach der Restaurierung nicht nur in der Halle – Grant Motorsports setzte ihn über 100 Mal im Vintage-Racing ein, meist mit John Higgins. Das erhält die Glaubwürdigkeit. Sammler suchen genau diese Mischung aus Seltenheit, originalen Teilen und gelebter Motorsportgeschichte. Schönheit durch Herkunft und Einsatz, nicht durch reine Optik.