Clesana X1 auf der Baustelle
Mit der robusten Clesana C1-Toilette und mobiler Dusche bietet Vp TPA Mobile Straßen seinen Monteuren auf abgelegenen Baustellen komfortable und hygienische Sanitärlösungen – unabhängig vom Standort, direkt am Einsatzort.

Clesana auf der Baustelle: Wie Vp TPA Mobile Straßen Monteure mit Toilette und Dusche versorgt

Mitten im Feld entsteht ein Windrad oder ein Strommast wird erneuert – nur: Eine befestigte Zufahrt fehlt dort häufig. Damit Schwerlasttransporter, Kräne und andere tonnenschwere Fahrzeuge auch auf weichem, unebenem Untergrund sicher ankommen, baut die Vp GmbH mit ihrer Division TPA Mobile Straßen temporäre Fahrwege aus Aluminium- und Stahlplatten. Eine Frage blieb dabei lange erstaunlich schwer zu lösen: Wie kommen die Teams auf ständig wechselnden, abgelegenen Einsatzorten verlässlich an sanitäre Einrichtungen? Inzwischen fährt die Antwort einfach mit – in Form einer speziell entwickelten Sanitärkabine, deren Herzstück eine Verschweiß-Toilette des Schweizer Herstellers Clesana ist.

Wer hinter dem Sanitärprojekt steht

Thomas Thumalla
Thomas Thumulla (Foto: autorini.de)

Für das Projekt standen bei Vp zwei Ansprechpartner im Fokus: Mona Reisdorffer, verantwortlich für die Unternehmenskommunikation, und Thomas Thumulla, Leiter für technische Entwicklung und Strategie. Thumulla kümmert sich um die Konfiguration der gesamten Fahrzeugflotte – und damit um die Frage, wie sich Arbeits- und Aufenthaltsbedingungen im Lkw spürbar verbessern lassen. Aus genau diesem Anspruch heraus entstand die Idee einer mobilen Nasszelle, die unabhängig von Infrastruktur direkt am Einsatzort funktioniert.

Mobile Straßen für die Energiewende

Das Prinzip der „mobilen Straße“ klingt zunächst schlicht, ist in der Praxis aber echte Präzisionsarbeit. Überall dort, wo dauerhaft keine Zufahrt gebaut werden soll – etwa zu einem Windrad mitten im Acker –, verlegt das Team temporäre Wege aus Metallplatten. Der Aufbau folgt einem klaren Ablauf: Mit Lkw samt Heckladekran werden die Platten vom Rand aus Stück für Stück rückwärts ausgelegt, bis eine tragfähige Trasse entsteht. Meter um Meter, mitunter über lange Distanzen, arbeiten sich die Monteure vor. Nach Abschluss der Arbeiten werden die Platten wieder aufgenommen – die Fläche bleibt landwirtschaftlich nutzbar. Vp ist überwiegend in Deutschland im Einsatz, teilweise auch europaweit. Rund 130 Beschäftigte gehören zum Unternehmen; etwa 30 bis 40 davon übernachten unterwegs im Fahrerhaus ihres Lkw.

Das Problem: keine Toilette auf dem Acker

Fest eingebaute Clesana
Festeingebaute Clesana C1. (Foto: Clesana)

Die Ausgangslage ist typisch für mobile Baustellen: Teams sind bundesweit unterwegs, übernachten im Lkw – und die Einsatzorte wechseln ständig. Sanitärcontainer oder feste Lösungen lassen sich in abgelegenen Bereichen oft nur mit großem organisatorischem Aufwand bereitstellen. Gleichzeitig gilt: Arbeitgeber müssen entsprechende Möglichkeiten vorhalten. Für Vp führte das zu einer klaren Konsequenz – die Lösung muss dauerhaft an Bord sein. Damit war der Startschuss für die Entwicklung einer eigenen, mitfahrenden Sanitärlösung gesetzt.

Die Nasszelle hinter dem Fahrerhaus

Herausgekommen ist eine kompakte Kabine, die direkt hinter dem Fahrerhaus auf dem Rahmen sitzt – konstruktiv getrennt von der Ladefläche, damit bei Bewegung und Verwindung im Baustellenalltag nichts beschädigt wird. Gefertigt aus Kunststoffpaneelen, rund 2,50 Meter breit und etwa ebenso hoch, bietet sie ausreichend Stehhöhe. Ein Bereich ist der Technik vorbehalten: Pumpen, Leitungen, Wasservorrat. Auf der Fahrerseite sind Toilette, Dusche und Waschbecken untergebracht – vom Zuschnitt her vergleichbar mit einem großzügigen Bad im Reisemobil, nur robust für den Dauereinsatz ausgelegt. Etwa 100 Liter Frischwasser sind an Bord. Dusch- und Waschwasser wird über eine Förderanlage in einen Schwarzwasserbehälter geleitet und später fachgerecht entsorgt – es gelangt nichts in die Umwelt.

Warum die Wahl auf Clesana fiel

Bei der Toilette standen grundsätzlich mehrere Systeme zur Debatte: Chemietoilette, Trockentrenntoilette oder Verschweiß-Toilette. Den Ausschlag gab schließlich ein Punkt, der im Nutzfahrzeug-Alltag besonders zählt: Hygiene – vor allem bei wechselnden Nutzern, etwa wenn Fahrzeuge durch Urlaub oder Krankheit von unterschiedlichen Mitarbeitern gefahren werden. Clesana, ein Hersteller aus dem schweizerischen Grabs, verschweißt jede Nutzung per Thermo-Druck-Verfahren luftdicht in Hochbarriere-Folie. Das Prinzip stammt aus der Medizintechnik und funktioniert ohne Wasser und ohne Chemie. Der Vorteil im Alltag: Jeder entsorgt, was er selbst verursacht – statt dass unklar bleibt, wer sich um Reinigung und Entleerung kümmert. Ein weiterer Praxisfaktor: Viele Entsorgungsstationen sind mit einem Lkw schlicht nicht erreichbar.

Was die Clesana-Technik besonders macht

Clesana hat seinen Sitz in Grabs im Kanton St. Gallen und entwickelt seit 2009 mobile Sanitärlösungen. Das System kommt ohne Wasser und ohne Sanitärzusätze aus. Laut Hersteller reicht ein frischer Folien-Liner für rund 40 Toilettengänge, das zum Verschweißen benötigte Teflonband für etwa 2.000 Zyklen. Für den harten Baustellenbetrieb ist diese Autarkie entscheidend – und sie grenzt die Lösung deutlich von klassischen Kassetten- oder Trenntoiletten ab.

16 Kabinen im Einsatz – weitere geplant

Aktuell sind sechzehn Sanitärkabinen im Einsatz, im Laufe des Jahres soll eine weitere zweistellige Anzahl folgen. Das erste Fahrzeug wurde im August 2025 ausgeliefert; anschließend kamen monatlich ein bis zwei Einheiten dazu, bis die Flotte Anfang 2026 vollständig war. Entwickelt wurde das Konzept über rund anderthalb Jahre – gemeinsam mit Geschäftsführung und General Manager. Den Bau übernahm ein spezialisierter Fahrzeug- und Kabinenhersteller, der Lastenheft, Anschlüsse und Aufbau im Detail mit Vp abstimmte. Für das Team war es Neuland, in der Logik aber vergleichbar mit dem Ausbau eines Campingfahrzeugs – nur eben in Nutzfahrzeug-Dimensionen. Die wasserlose Toilette machte die Integration dabei spürbar einfacher.

Verbrauchsmaterial, Wartung und Verschleiß

Im täglichen Betrieb führen die Fahrzeuge einen Linerschlauch als Verbrauchsmaterial mit. Er besteht aus mehrlagiger Hochbarriere-Folie; die einzelnen Beutel entstehen erst beim jeweiligen Verschweißvorgang. Eine Rolle reicht laut Hersteller für rund 40 Nutzungen. Nach jedem Toilettengang wird der Inhalt geruchs- und hygienedicht versiegelt – die Toilette bleibt sauber und sofort wieder einsatzbereit. Die vollen Beutel werden dicht verschlossen im Lkw gesammelt und anschließend über den Hausmüll an geeigneter Stelle entsorgt – ausdrücklich nicht in der Natur. Ausfälle im harten Dauereinsatz seien bislang nicht bekannt. Im Blick bleibt jedoch der Verschleiß: Das Teflonband ist ein Verschleißteil und muss nach einer gewissen Laufzeit ersetzt werden. Vp setzt daher auf vorbeugenden Austausch – denn die Akzeptanz einer solchen Lösung hängt am Ende vor allem an der Zuverlässigkeit.

Wertschätzung für Mitarbeitende

Für Vp ist die Investition nicht nur eine praktische Arbeitserleichterung, sondern auch ein sichtbares Signal an die Monteure – und ein Argument im Wettbewerb um Fachkräfte. Ziel ist es, auch unter den speziellen Bedingungen abgelegener Baustellen ein möglichst komfortables Umfeld zu schaffen. Die Rückmeldungen fallen entsprechend positiv aus. Zudem sorgt die Idee in Fahrer-Communities und sozialen Medien für Aufmerksamkeit – nicht zuletzt, weil viele den Wunsch äußern, solche Lösungen häufiger im Nutzfahrzeug-Alltag zu sehen.

Staunen beim Blick in die Kabine

Wer die Tür der Kabine zum ersten Mal öffnet, ist oft überrascht: Hinter dem Fahrerhaus steckt eine solide ausgebaute Nasszelle mit eigener Toilette und Dusche – funktional wie im Reisemobil, aber auf Baustelle getrimmt. Und genau das ist die Botschaft des Projekts: Mobile Sanitärtechnik ist längst nicht mehr nur ein Campingthema. Richtig umgesetzt, kann sie auch im Baustellen- und Nutzfahrzeugbetrieb einen spürbaren Unterschied machen – pragmatisch, hygienisch und alltagstauglich.

Topic: Cross Publisher: „Clesana auf der Baustelle: Wie Vp TPA Mobile Straßen seine Monteure mit Toilette und Dusche versorgt“ from vanlife → autorini