Ford Sierra RS500 Cosworth DTM Rennwagen Baujahr 1989 von Wolf Racing, weiß-rot, Würth-Lackierung, Startnummer 7
Originaler Ford Sierra RS500 Cosworth DTM aus der Saison 1989 – Wolf Racing, Dekra Startnummer 7, Würth-Lackierung. (Foto: cars.bonhams.com)

1989 Ford Sierra RS500 Cosworth DTM: Ikone mit Narben

Es gibt Rennwagen, die mehr erzählen als nur von Siegen und Sekunden. Der 1989 Ford Sierra RS500 Cosworth DTM mit der Chassisnummer GA3EKB99275 gehört zu diesen Fahrzeugen der Tourenwagen-Ära. Gebaut wurde er für die DTM-Saison 1989 von Wolf Racing, einem der offiziellen Ford-Teams. Als RS500 stellt er eine Weiterentwicklung des Sierra RS Cosworth dar: mit einem 2,0-Liter-Turbomotor (1.993 cm³), der in der Straßenversion 224 PS (rund 165 kW) leistete. In der DTM-Spezifikation erreichte er etwa 480 PS (rund 353 kW) und bot eine Mischung aus Leistung und Balance, die typisch für Tourenwagen Ende der 1980er war.

Von Wolf Racing ins Rampenlicht

Der Einsatz begann 1989 mit Armin Hahne in der DTM. Im April kam es am Nürburgring zu einer Kollision mit dem Mercedes von Klaus Ludwig. Danach wurde der Sierra mit einer von Eggenberger Motorsport stammenden Karosserie neu aufgebaut. Alan Ferté übernahm das Steuer für den Rest der Saison. Im Herbst kehrte Hahne am Nürburgring zurück.

Zwischen Bergrennen und Museumsvitrine

1991 wechselte GA3EKB99275 zum tschechischen Charouz-Team. Für zwei Saisons startete er im Europäischen Bergrennsport, pilotiert von Josef Michl und Josef Venc. Danach stand er im Charouz Museum of Racing Cars in Lány. 2015 übernahm die Invelt Rallied & Raced Collection das Fahrzeug.

Herzstück Cosworth YB: die Faszination des Turbos

Der Cosworth-YB-Motor ist zentral für den RS500. In der Straßenversion umfasste er einen größeren Garrett-Turbolader, überarbeiteten Ladeluftkühler und verstärkten Motorblock. In der DTM-Spezifikation lieferte er rund 480 PS, mit einem Sprint auf 100 km/h in etwa 4,8 Sekunden und einer Höchstgeschwindigkeit um 300 km/h. Die Straßenkonfiguration erreichte rund 6,2 Sekunden auf 100 km/h und etwa 241 km/h. Der Motor verbindet Alltagsnutzung mit Rennleistung.

Rennarchitektur: Zelle, Tank und Proportionen

Die Sicherheitszelle aus Matter-Rohren (25CrMo4-Stahl) sorgt für Steifigkeit. Ein Sicherheits-Kraftstofftank mit rund 120 Litern entspricht dem Reglement ab 1988. Die Maße betragen etwa 4.460 mm Länge, 1.745 mm Breite und 1.450 mm Höhe. Diese Form verbindet die Sierra-Silhouette mit Renntechnik.

Vom Familienauto zur Legende

Der Ford Sierra war von 1982 bis 1993 ein Mittelklasse-Modell, Nachfolger des Cortina, verfügbar als Drei- und Fünftürer sowie Kombi. 1987 kam der „Mark II“ mit überarbeiteter Optik. Der Sierra RS Cosworth (1986–1992) diente der Homologation für die FIA-Gruppe A, mit mindestens 5.000 Straßenexemplaren. Insgesamt entstanden über 5.500 Cosworth-Versionen, darunter rund 500 RS500-Modelle, alle rechtsgelenkt und zunächst für den britischen Markt. In den späten 1980er Jahren war der RS500 in Tourenwagenmeisterschaften erfolgreich, einschließlich der DTM.

Sammlerwürde und leiser Traum vom Kauf

Seit 2015 ist dieses Exemplar in der Invelt Rallied & Raced Collection. Der 1989 Ford Sierra RS500 Cosworth DTM wird aktuell zum Verkauf angeboten. Er repräsentiert ein Stück Motorsportgeschichte von Wolf Racing über Charouz bis heute.

Bilder: Anbieter des Fahrzeuges

FAQ

1) Warum ist genau dieser Sierra RS500 (GA3EKB99275) mehr als „nur“ ein weiteres Gruppe‑A-Auto?

Seine Geschichte umfasst den DTM-Einsatz von Wolf Racing, den Unfall am Nürburgring 1989 und den Neuaufbau mit einer Eggenberger-Karosserie. Fahrerwechsel (Hahne/Ferté) und der spätere Einsatz im Bergrennsport ab 1991 verleihen Authentizität. Die dokumentierte Provenienz macht ihn sammlertauglich.

2) Was macht den RS500 in DTM-Spezifikation fahrdynamisch und technisch so faszinierend?

Der Cosworth-YB-Turbo liefert rund 480 PS aus 2,0 Litern, mit 4,8 Sekunden auf 100 km/h und 300 km/h Spitze. Die Balance zwischen Turbo-Ansprechen und der steifen Sicherheitszelle bietet Präzision bei hohen Geschwindigkeiten.

3) Wie bewertet man so ein Auto als Sammlerstück, wenn es „gearbeitet“ hat und nicht perfekt ist?

Im historischen Motorsport zählt die belegbare Geschichte: DTM-Einsätze, Unfall, Neuaufbau, Bergrennsport und museale Phase. Provenienz, Dokumentation und Originalität der Komponenten sind entscheidend.