Mit dem Elroq schlägt Škoda ein neues Kapitel auf – nicht nur für die eigene Modellpalette, sondern für das gesamte Segment der kompakten Elektro-SUV. Das Modell positioniert sich als erstes vollelektrisches Škoda-Angebot in dieser Klasse und verbindet eine neue Designsprache mit viel Reichweite, Alltagstauglichkeit und einem bewusst pragmatischen Zugang zur Elektromobilität. Bei der Weltpremiere im Dezember 2024 wurde deutlich: Hier will kein Exot aufregende Showeffekte liefern, sondern ein ernst gemeintes Alltagsauto mit technischer Substanz und einem klaren Fokus auf Nutzung.
Modern Solid: Neues Gesicht, neue Rolle im Škoda‑Kosmos

Optisch markiert der Elroq einen deutlichen Bruch mit bisherigen Škoda‑SUV. Die neue Designsprache „Modern Solid“ setzt auf klare Flächen, eine kompakte, fast monolithische Silhouette und eine Front, die den klassischen Kühlergrill hinter sich lässt. Stattdessen sitzt vorne die sogenannte Tech‑Deck‑Face – ein glänzend schwarzes Element, das Radar und Frontkamera aufnimmt und dem Fahrzeug einen eigenständigen, fast technischen Ausdruck gibt. Ein Detail mit Signalwirkung: Erstmals prangt auf der Motorhaube nicht das bekannte Markenlogo, sondern der ausgeschriebene Škoda‑Schriftzug, ergänzt durch Zierelemente, Embleme und Felgenlogos in einem eigenständigen Farbton namens „Unique Dark Chrome“.
Die Lichtsignatur interpretiert das bekannte Škoda‑SUV‑Gesicht neu: eine vieräugige LED‑Grafik mit geteilten Leuchten, die dem kompakten SUV trotz der fließenden Linien eine klare Präsenz auf der Straße gibt. Aerodynamisch legt der Elroq mit einem Luftwiderstandsbeiwert von 0,26 für diese Fahrzeugklasse einen bemerkenswert niedrigen Wert vor – ein wichtiger Baustein für Effizienz und Reichweite. Gleichzeitig bleibt er ausgesprochen handlich: Mit einem Wendekreis von nur 9,3 Metern wirkt der Elroq im dichten Stadtverkehr deutlich kleiner, als seine SUV‑Proportionen vermuten lassen.
Innenraum: Viel Platz, clevere Details und nachhaltige Materialien

Im Innenraum folgt der Elroq einer anderen Tradition, die Škoda seit Jahren pflegt: maximale Raumausnutzung. Der Gepäckraum gehört zu den größten im Segment, mit 470 Litern Volumen im Alltagsbetrieb und bis zu 1.580 Litern bei umgeklappter Rückbank. Hinzu kommen zahlreiche Ablagen und Fächer, die zusammen weitere 48 Liter Stauraum bereitstellen. Diese Liebe zu praktischen Lösungen ist typisch für die Marke und zeigt sich in den bekannten Simply‑Clever‑Details: vom unter dem Ladeboden verstauten Netz für das Ladekabel über die Jumbo‑Box mit zusätzlicher Ablage bis hin zum nachhaltigen Eiskratzer mit integriertem Profiltiefenmesser in der Verkleidung der Heckklappe sowie einem nachhaltigen Regenschirm in der Fahrertür.
Das Cockpit wird von einem serienmäßigen 13‑Zoll‑Infotainmentsystem dominiert, das als zentrale Schaltstelle für Navigation, Medien und zahlreiche Fahrzeugfunktionen dient. Die Materialauswahl setzt bewusst Akzente in Richtung Nachhaltigkeit: Die Sitzbezüge bestehen zu mindestens 78 Prozent aus recycelten PET‑Flaschen, ergänzt um einen Anteil recycelter Kleidungsfasern. Damit trifft der Elroq einen Nerv der Zeit – Elektromobilität soll nicht nur lokal emissionsfrei sein, sondern auch beim Interieur Ressourcen schonen. In höheren Ausstattungsstufen sorgt eine LED‑Ambientebeleuchtung mit bis zu zehn wählbaren Farben und verschiedenen vordefinierten Stimmungen für ein fein dosierbares Raumgefühl, das sich vom nüchternen Pendlermodus bis zur dezenten Lounge‑Atmosphäre spannen lässt.
Antriebe und Reichweiten: Vom Pendler bis zum Langstreckenfahrer

Technisch deckt der Elroq ein breites Spektrum an Anforderungen ab. Drei Batteriegrößen bilden die Basis des Programms: 55 Kilowattstunden (Elroq 50), 63 Kilowattstunden (Elroq 60) und 82 Kilowattstunden (Elroq 85 und 85x). Alle Netto‑Kapazitäten liegen etwas darunter, wie in der Branche üblich, um Batteriereserven zu wahren. Der Einstieg Elroq 50 setzt auf einen Heckmotor mit 125 Kilowatt Leistung und 310 Newtonmetern Drehmoment, reicht im WLTP‑Zyklus mehr als 370 Kilometer weit und ist bei 160 km/h elektronisch abgeregelt. Darüber rangiert der Elroq 60 mit 150 Kilowatt, ebenfalls Heckantrieb und gleichermaßen 160 km/h Höchstgeschwindigkeit, dessen größere Batterie über 400 Kilometer Reichweite ermöglicht.
Spannend wird es beim Elroq 85: Hier kombiniert Škoda die große 82‑kWh‑Batterie mit einem 210‑Kilowatt‑Heckmotor. Das sorgt für kräftige 545 Newtonmeter Drehmoment und ermöglicht mehr als 570 Kilometer WLTP‑Reichweite. In dieser Ausbaustufe steigt die Höchstgeschwindigkeit auf 180 km/h. Wer Traktion auf allen vier Rädern sucht, findet im Elroq 85x die passende Variante: Ein zweiter Elektromotor an der Vorderachse sorgt gemeinsam mit dem Heckmotor ebenfalls für 210 Kilowatt Systemleistung, verteilt die Kraft aber variabel auf beide Achsen. Für den Sprint von 0 auf 100 km/h vergehen bei den 210‑Kilowatt‑Versionen 6,6 Sekunden – Werte, die noch vor wenigen Jahren eher klassischen Sportlimousinen vorbehalten waren.
Laden: Faszination Tempo – wenn der Strom in 28 Minuten fließt
Eine Zahl sticht im technischen Datenblatt besonders heraus und zeigt, wie weit sich Elektroautos entwickelt haben: 10 auf 80 Prozent in rund 28 Minuten. So schnell sollen die Varianten Elroq 85 und 85x an passenden Gleichstrom‑Schnellladern wieder auf Langstreckenniveau gebracht werden können. Möglich machen das DC‑Ladeleistungen von bis zu 175 Kilowatt (Elroq 85x) beziehungsweise bis zu 135 Kilowatt (Elroq 85); die Versionen Elroq 50 und 60 liegen mit bis zu 145 bzw. 165 Kilowatt knapp darunter und brauchen für denselben Ladehub etwa 25 Minuten. Wer zu Hause oder am Arbeitsplatz lädt, nutzt den dreiphasigen AC‑Lader mit bis zu 11 Kilowatt, der alle Varianten serienmäßig unterstützt.
Digital vernetzt: MyŠkoda, Powerpass und fahrende Datenwolke
Ein modernes Elektroauto endet längst nicht mehr an der B‑Säule. Mit der neu gestalteten MyŠkoda‑App rückt der Elroq in die Welt der vernetzten Mobilität vor. Die App bündelt Funktionen wie Fernverriegelung und -entriegelung, die Spiegelung ausgewählter Fahrzeuganzeigen auf das Smartphone sowie Remote‑Parken und Fern‑Klimatisierung; das Remote‑Parken funktioniert dabei per Bluetooth in Fahrzeugnähe, während der Fahrzeugschlüssel mitgeführt wird. Über die integrierte Powerpass‑Funktion erhalten Fahrerinnen und Fahrer Zugriff auf ein europaweites Netzwerk mit über 800.000 Ladepunkten, inklusive Unterstützung für Plug & Charge an kompatiblen Säulen, bei denen sich das Auto selbst authentifiziert und der Ladevorgang ohne Karte startet.
Von 1908 bis heute: Elroq in einer langen Elektro‑Tradition
So modern der Elroq auftritt, seine Wurzeln reichen tief in die Geschichte zurück. Bereits 1908 experimentierten die Gründer Laurin und Klement mit Hybridlösungen aus Verbrenner und zwei Elektromotoren. In den späten 1930er‑Jahren entstanden batterieelektrische Lieferwagen für Brauereien in Mladá Boleslav, und Anfang der 1990er fuhr mit dem Eltra 151L ein frühes Elektro‑Auto auf Basis des Favorit, damals noch mit bescheidenen 15,4 Kilowatt Leistung und rund 80 Kilometern Reichweite. 2011 folgten die Octavia Green E‑Line‑Prototypen, bevor 2020 mit dem Citigo e iV das erste moderne Serien‑Elektroauto der Marke startete.
Mit dem Enyaq kam schließlich das erste Modell auf der MEB‑Plattform des Volkswagen‑Konzerns, das sich in mehreren europäischen Märkten zu einem der meistverkauften Elektrofahrzeuge entwickelte. Der Elroq knüpft nun an diese Linie an, wird am Stammsitz Mladá Boleslav gemeinsam mit Enyaq und Octavia gebaut und ist für eine Kapazität von bis zu 600 Fahrzeugen pro Tag ausgelegt. Bereits Ende 2024 lagen über 20.000 Bestellungen vor, parallel feierte das Werk den millionsten produzierten Batterie‑Systemsatz. Der Elroq startet damit nicht als Einzelgänger, sondern als Teil einer gewachsenen industriellen Struktur.
Preis und Einordnung im Markt
Spannend ist die Positionierung im Marktgefüge: Der Elroq startet in Europa bei rund 33.000 Euro, jeweils vor staatlichen Förderungen. Damit liegt er als bislang günstigstes vollelektrisches Škoda‑Modell in einem Bereich, der das kompakte SUV für viele Kunden zur realistischen Option macht – nicht als Prestigeobjekt, sondern als alltagstauglichen Begleiter im neuen Zeitalter der Elektromobilität.
Bilder: Hersteller



