Mit dem neuen C4 und C4 X schärft Citroën seine Kompaktlimousinen noch einmal nach. Beide Modelle feierten ihre Weltpremiere auf dem Pariser Autosalon 2024 und waren ab Anfang 2025 in den Schauräumen. Optisch rücken sie enger zusammen: Die Frontpartie ist nun identisch und übernimmt die neue Markenidentität mit prominent platziertem Logo und klareren Linien. Das Ergebnis wirkt moderner, reduzierter und gleichzeitig kraftvoller – genau in jener Schnittmenge, in der sich designaffine Fahrerinnen und Fahrer dieser Klasse zunehmend bewegen.
Die Motorhaube behält ihre charakteristischen Sicken; die Chevrons des Doppelwinkel-Emblems sind nun in Silber‑Chrom lackiert. Schlanke LED-Scheinwerfer mit einer markanten Lichtsignatur aus drei horizontalen Segmenten verleihen dem Gesicht der Fahrzeuge einen technischen Ausdruck, ohne verspielt zu wirken. Tagsüber prägen präzise gezeichnete Tagfahrlicht-Klingen mit integriertem LED-Blinker den Auftritt. Der Kühlergrill dahinter ist klar strukturiert, darunter sitzt ein robuster Unterfahrschutz, dessen Farbgebung je nach Ausstattungslinie variiert und den leicht SUV-inspirierten Charakter der Baureihe unterstreicht.
Kompaktlimousine oder Fastback – zwei Charaktere, ein Ansatz
Während die Front gleich ist, setzen C4 und C4 X am Heck unterschiedliche Akzente. Beim überarbeiteten C4 wurde die Verbindung zwischen C-Säule und Rückleuchten gestreckt und gestrafft. Das lässt die Silhouette fließender erscheinen und verbessert gleichzeitig die Aerodynamik. Eine glänzend schwarze Blende verbindet die Rückleuchten miteinander und trägt den Marken-Schriftzug – optisch wirkt die Kompaktlimousine dadurch breiter und satter auf der Straße.
Der C4 X bleibt in seiner Grundform weitgehend unverändert. Das Fastback-Heck mit dem leicht nach vorne geneigten, vertikalen Abschluss und den die Kofferraumöffnung einrahmenden LED-Rückleuchten hebt sich bewusst vom klassischen Schrägheck ab. Der neue Markenlogo-Einsatz auf dem Kofferraumdeckel fügt sich dezent ein und macht klar, dass es sich um die jüngste Evolutionsstufe handelt. In beiden Fällen helfen neu gestaltete, glatter integrierte Seitenschutzleisten, die Seitenansicht zu beruhigen und die Länge optisch zu betonen.
Farben, Felgen und Details für Individualisten
Optische Verfeinerungen betreffen auch die Details: Neue 18-Zoll-Leichtmetallräder mit präzise herausgearbeiteten, diamantgedrehten Flächen setzen einen technisch-sauberen Akzent und verbessern dank aerodynamisch optimierter Gestaltung zugleich die Effizienz. In den unteren Bereichen der Frontschürze sorgen Farbakzente in Pure Black oder Gold Satin je nach Ausstattung für einen Hauch Individuelles, ohne ins Bunte abzurutschen – ein interessanter Ansatz für Käufer, die eine eigenständige Note schätzen, aber keinen Design-Overkill wollen.
Neu im Farbprogramm sind Manhattan Green, ein recht eleganter, lichtbetonter Grünton, und Mercury Grey, ein dezentes, modernes Grau. Zusammen mit bekannten Tönen wie Eclipse Blue, Elixir Red, Okenite White und dem perlmuttartigen Perla Nera Black bietet die Palette ausreichend Spielraum zwischen Understatement und extrovertiert. Wer das Auto optisch noch stärker absetzen möchte, kann ein schwarzes Dach wählen – ein klassischer Zweiton-Look, der die Linie edler wirken lässt und den C4 sowie C4 X stärker in Richtung höherer Segmente rückt.
Innenraum: Lounge-Ambiente in der Kompaktklasse
Im Innenraum nimmt Citroën den Markenkern „Komfort“ nun noch ernster. Ein Schwerpunkt liegt auf den neu gestalteten Advanced Comfort Sitzen. Die Polsterung wurde mit einer um 15 Millimeter dickeren Schaumauflage versehen. In Kombination mit einer strukturierten, hochdichten Schaumlage soll das nicht nur beim Einsteigen für ein weiches Willkommensgefühl sorgen, sondern auch auf langen Etappen für gleichbleibenden Halt. Gerade Vielfahrer im Kompaktsegment, die täglich viele Kilometer im Pendelverkehr abspulen, werden diesen Ansatz zu schätzen wissen.
Die Sitze sind darauf ausgelegt, die Körperhaltung gezielt zu unterstützen. Der Fahrersitz erhält zusätzlich eine Höhenverstellung und eine einstellbare Lendenwirbelstütze, um auch größeren Menschen oder empfindlichen Rückenmuskeln gerecht zu werden. Zusammen mit der Advanced Comfort Federung mit progressiven hydraulischen Anschlägen versucht Citroën, den vielzitierten „fliegenden Teppich“ in die Kompaktklasse zu holen. Unebenheiten, Querrinnen oder Kopfsteinpflaster werden zweistufig gefiltert – zuerst über die Hydraulik, dann über die Dämpferkennlinie –, was die typische französische Gleitfähigkeit wieder stärker in den Vordergrund rückt.
Raumangebot: Alltagsnutzen statt Showeffekt
Komfort definiert sich hier nicht nur über Polsterung und Federung, sondern auch über Platz. Beide Karosserievarianten nutzen einen Radstand von 2.670 Millimetern, was sich vor allem in der zweiten Reihe bemerkbar macht. 198 Millimeter Knieraum hinten gehören in dieser Klasse zum Besten, was sich aktuell finden lässt, und bieten auch großgewachsenen Mitfahrern Langstreckentauglichkeit. In der Breite stehen beim C4 1.380 Millimeter Schulter- und 1.440 Millimeter Ellbogenfreiheit im Fond zur Verfügung, beim C4 X sind es 1.366 beziehungsweise 1.440 Millimeter.
Beim klassischen C4 fasst der Kofferraum 380 Liter. Die niedrige Ladekante von 715 Millimetern erleichtert das Verstauen von Getränkekisten oder Kinderwagen. Eine in zwei Stufen positionierbare Kofferraumbodenplatte ermöglicht es, entweder eine ebene Ladefläche zu schaffen oder die maximale Höhe auszunutzen. Mit umgeklappter Rückbank steigt das Volumen auf bis zu 1.250 Liter. Praktische Details wie seitliche Taschenhaken und eine Skidurchreiche unterstreichen den Nutzwert. Der C4 X spielt seine Fastback-Form mit einem 510-Liter-Kofferraum aus, der zwischen den Radkästen eine maximale Breite von 1.010 Millimetern aufweist – für Reisende und Vielfahrer eine interessante Alternative zu vielen kompakten SUVs.
Infotainment und „Hello Citroën“ im Alltagseinsatz
Beim Bedienkonzept kombinieren die neuen C4-Modelle einen 7-Zoll-HD-Digitalcluster hinter dem Lenkrad mit einem 10-Zoll-HD-Touchscreen in der Mitte. Die Instrumenteneinheit zeigt die wichtigsten Fahrinformationen klar und hochwertig an und wird von einem vollfarbigen Head-up-Display ergänzt, das Geschwindigkeit, Assistenzsystem-Status oder Navigationshinweise direkt in das Blickfeld auf die Frontscheibe projiziert. Für Fahrer, die viel auf Autobahnen unterwegs sind, reduziert das den Blickwechsel und damit die Ermüdung.
Die zentrale Infotainment-Einheit arbeitet mit einer modernen, flüssigen Oberfläche und lässt sich über Widgets weitgehend personalisieren. Connected 3D-Navigation, kabelloses Smartphone-Mirroring und Over-the-Air-Updates gehören zum Konzept. Spannend für Technikfans ist die Sprachbedienung: Über den Befehl „Hello Citroën“ wird ein digitaler Assistent aktiviert, der dank integrierter KI auf natürliche Sprache reagieren kann. So lassen sich Navigation, Klimatisierung oder Medien steuern, ohne die Hände vom Lenkrad zu nehmen. Gerade Vielfahrer in urbanen Gebieten, die oft spontan Ziele wechseln oder Staus umfahren müssen, profitieren hier von einer deutlich intuitiveren Interaktion mit dem Fahrzeug.
Faszinierendes Detail: Die Hybrid-48V-Technik im Fokus
Technisch besonders interessant ist die neu eingeführte 48-Volt-Hybridtechnik. Anders als bei Plug-in-Hybriden erfordert sie keine Ladevorgänge an der Steckdose. Stattdessen unterstützt ein 48-Volt-System den Verbrenner im Alltag automatisch und soll den Verbrauch sowie die CO₂-Emissionen um rund 20 Prozent senken. Je nach Fahrprofil können bis zu etwa 50 Prozent der innerstädtischen Strecken rein elektrisch zurückgelegt werden – etwa beim Anfahren, Rangieren oder im Stop-and-Go-Verkehr. Für viele Nutzer, die keinen eigenen Ladepunkt haben, aber dennoch elektrifiziert unterwegs sein wollen, kann das ein pragmatischer Kompromiss sein.
Der Hybrid 136 kombiniert einen 1,2-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner mit 100 kW (136 PS) und 230 Nm Drehmoment mit einem 21-kW-Elektromotor (55 Nm). Der Elektromotor ist in ein neues Getriebe integriert, ein 48-Volt-Riemenstarter sorgt für weiche Übergänge und schnelle Neustarts. Die kompakte 48-Volt-Batterie mit 432 Wh sitzt unter dem vorderen linken Sitz und schränkt den Innenraum damit kaum ein. Der Hybrid 100 nutzt denselben Grundmotor, leistet 74 kW (100 PS) und 205 Nm. Für den Alltag bedeutet das: spontane Unterstützung beim Anfahren, leiseres Gleiten im unteren Lastbereich und weniger Spritdurst, ohne den Nutzer mit Laderoutinen zu konfrontieren.
Antriebsvielfalt von Benzin bis vollelektrisch
Neben den Hybridversionen bleibt ein 1,2-Liter-PureTech-Turbobenziner mit 130 PS im Programm, kombiniert mit einer Achtgang-Automatik. Dieser Motor ist in weiten Teilen neu konstruiert und auf die Zusammenarbeit mit elektrifizierten Systemen vorbereitet – ein Zeichen dafür, dass Citroën auch in der Kompaktklasse mittelfristig flexibel bleiben will. Für Fahrer, die bereits vollständig auf lokal emissionsfreien Betrieb setzen möchten, stehen zwei reine Elektrovarianten zur Wahl.
Die Version mit 54-kWh-Batterie und 115-kW-Motor (156 PS) soll im C4 rund 415 Kilometer und im C4 X etwa 425 Kilometer Reichweite nach WLTP-Vorläufigswerten ermöglichen. Die kleinere 50-kWh-Variante mit 100 kW (136 PS) kommt auf circa 355 Kilometer (C4) beziehungsweise 360 Kilometer (C4 X). Geladen wird mit bis zu 100 kW Gleichstrom; so lassen sich im Idealfall etwa 10 Kilometer Reichweite pro Minute nachladen, 80 Prozent Batteriestand sind in unter 30 Minuten erreichbar. Für den Alltag zwischen Stadt, Umland und gelegentlichen Autobahnetappen ist das ein praxisnahes Setup.
Elektrifizierte Helfer: e-ROUTES und V2L-Funktion
Für die Elektroversionen bietet Citroën mit der e-ROUTES-Funktion eine dynamische Routenplanung an, die Ladepausen und Fahrzeit optimiert. Ab 2025 sollen diese Dienste direkt im Fahrzeug-Infotainment integriert sein, sodass bei längeren Etappen automatisch geeignete Ladestopps berücksichtigt werden.
Hinzu kommt eine Vehicle-to-Load-Funktion (V2L), mit der sich externe Geräte aus der Traktionsbatterie versorgen lassen. Über eine spezielle Steckdose, die ab der ersten Jahreshälfte 2025 als Zubehör erhältlich sein soll, können etwa Laptops, E-Bikes oder kleine elektrische Verbraucher gespeist werden. Für Campingfreunde oder Nutzer, die beruflich auf mobilen Strom angewiesen sind, eröffnet das neue Möglichkeiten abseits klassischer Infrastruktur.
Sicherheits- und Assistenzsysteme im C-Segment
Bis zu 20 Assistenzsysteme stehen für C4 und C4 X zur Verfügung. Das Spektrum reicht vom Active Safety Brake mit Tag- und Nachtfunktion inklusive Erkennung von Fußgängern und Radfahrern über Kollisionswarnung und Spurverlassenswarner bis hin zu Müdigkeits- und Aufmerksamkeitsassistenten. Adaptive Geschwindigkeitsregelung mit Stop-&-Go-Funktion und Highway Driver Assist ermöglichen in bestimmten Situationen teilautomatisiertes Fahren der Stufe 2, bei dem das System Geschwindigkeit und Abstand regelt und aktiv in der Spur hält – der Fahrer bleibt jedoch jederzeit in der Verantwortung.
Weitere Features wie Toter-Winkel-Assistent, Fernlichtautomatik, Verkehrszeichenerkennung mit Geschwindigkeitsvorschlag, 180-Grad-Rückfahrkamera („Top Rear Vision“) und eine 360-Grad-Rundumsichtkamera (Vision 360) erleichtern den Alltag auf engen Parkplätzen und in der Stadt. In Verbindung mit dem Head-up-Display ergibt sich ein Sicherheitsnetz, das insbesondere Vielfahrern und Familien eine spürbare Entlastung bieten dürfte.
Preis und Einordnung
Die neuen Citroën C4 und C4 X positionieren sich als komfortorientierte Alternativen im Kompaktsegment, die Design, Raumnutzung und ein breites Spektrum an Antrieben – vom effizienten 48-Volt-Hybrid bis zum vollelektrischen Modell – verbinden. Besonders der Fokus auf Federungskomfort, großzügigen Fondraum und ein intuitives Infotainment mit KI-gestützter Sprachbedienung spricht jene an, die ihr Auto als alltäglichen Begleiter und nicht nur als reines Transportmittel sehen.
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