Ferrari 365 GTB/4 Daytona Berlinetta von 1970 in Rot, seitlich fotografiert vor einer Stadtansicht und einem modernen Haus.
Ein seltener Ferrari 365 GTB/4 Daytona Berlinetta von 1970, präsentiert vor moderner Stadtkulisse. (Foto: rmsothebys.com)

Ferrari 365 GTB/4 Daytona Berlinetta by Scaglietti aus 1970

Einige Automobile sind mehr als bloße Fortbewegungsmittel. Sie verkörpern Form, Technik und Geschichte. Zu dieser Kategorie gehört der Ferrari 365 GTB/4 Daytona Berlinetta by Scaglietti aus dem Jahr 1970. Der Name deutet auf Gran-Turismo-Modelle hin, die schnell, charakterstark und ästhetisch ansprechend waren. Dieser Wagen repräsentiert eine Epoche, in der Ferrari Straßenautos mit motorsportartiger Intensität baute.

Das Modell wurde 1968 auf dem Pariser Autosalon vorgestellt. Den Beinamen Daytona erhielt der 365 GTB/4 durch die Presse, in Erinnerung an Ferraris Erfolg bei den 24 Stunden von Daytona 1967. Der Name steht für V12-Kraft, klassische Proportionen und eine Verbindung von Geschwindigkeit und Eleganz.

Seltene Herkunft und Farbgeschichte

Ferrari 365 GTB/4 Daytona Berlinetta in Rot, Heckansicht auf Asphalt
Ferrari 365 GTB/4 Daytona Berlinetta, Baujahr 1970, in klassischem Rosso Corsa Lack, Ansicht von schräg hinten (Foto: rmsothebys.com)

Das Exemplar mit der Fahrgestellnummer 13437 wurde in europäischer Spezifikation gebaut und im Mai 1970 an Giuseppe Pennacchi in Rom, Italien, ausgeliefert; zuvor war das Fahrzeug nach Bologna geliefert worden. Diese Herkunft verleiht dem Auto Authentizität.

Das Fahrzeug war ab Werk in Verde Pino lackiert (Lackcode 106-G-30), eine Farbe, die nur bei zwölf Exemplaren verwendet wurde. Die Innenausstattung bestand aus beigem Connolly-Leder. Zu den Ausstattungsdetails gehörten Plexiglas-abgedeckte Scheinwerfer und eine Klimaanlage.

Biografie zwischen Italien und Kalifornien

Nahaufnahme des Motors eines Ferrari 365 GTB/4 Daytona von 1970 mit geöffnetem Frontdeckel
Blick auf den 4,4-Liter-V12-Motor des Ferrari 365 GTB/4 Daytona, Baujahr 1970 (Foto: rmsothebys.com)

Später wurde der Wagen in die USA exportiert und in den 1970er-Jahren von James L. Fleming in Laguna Beach, Kalifornien, besessen. Dort wurde er schwarz lackiert, mit schwarzem Leder ausgestattet und die Plexiglas-Front durch Klappscheinwerfer ersetzt.

Später folgte eine Lackierung in Rosso Corsa mit rotem Lederinterieur. Diese Veränderungen spiegeln Moden und Besitzerwünsche wider. Im August 1984 gewann der Wagen den ersten Platz in seiner Klasse beim Ferrari Concours d’Elegance im Rancho Canada Golf Club in Carmel Valley.

Proportionen und Design des Daytona

Frontansicht eines roten Ferrari 365 GTB/4 Daytona Berlinetta mit charakteristischer glatter Silhouette und ikonischem Kühlergrill.
Frontansicht des legendären Ferrari 365 GTB/4 Daytona aus den 1970er Jahren, aufgenommen vor stilvollem Hintergrund. (Foto: rmsothebys.com)

Das Design stammt von Leonardo Fioravanti bei Pininfarina. Die lange Motorhaube, flache Kabine und das gespannte Heck ergeben eine dynamische Silhouette. Der Daytona wirkt entschlossen und reif.

Unter der Haube sitzt ein 4,4-Liter-V12 mit vier obenliegenden Nockenwellen und 352 PS (259 kW). Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei etwa 280 km/h. Mit einer Länge von 4,425 Metern, Breite von 1,760 Metern und einem Gewicht von rund 1.280 Kilogramm ist es ein konzentriertes Hochleistungs-Coupé.

Die Plexiglas-Front als Detail

Ferrari 365 GTB/4 Daytona Berlinetta von 1970 mit markanter roter Lackierung und vier Frontscheinwerfern.
Legendärer Ferrari 365 GTB/4 Daytona Berlinetta mit charakteristischer Front und klassischem Design. (Foto: rmsothebys.com)

Frühe Modelle wie dieses hatten Plexiglas-abgedeckte Scheinwerfer, die der Front eine glatte, scharfe Optik verleihen. Ab 1971 wurden Klappscheinwerfer verwendet. Solche Details spiegeln Designideen und Entwicklungen wider. Der Daytona verbindet Schnelligkeit mit Fernreise-Charakter und verzeichnete motorsportliche Erfolge, wie Klassensiege in Le Mans 1972, 1973 und 1974 sowie einen zweiten Platz bei den 24 Stunden von Daytona 1979.

Ein Ferrari mit dokumentierter Geschichte

Innenraum mit Lenkrad und Armaturenbrett eines Ferrari 365 GTB/4 Daytona, Baujahr 1970
Original Ferrari-Holzlenkrad und Instrumente des 365 GTB/4 Daytona von 1970 (Foto: rmsothebys.com)

Seit 2002 war das Fahrzeug in privater Sammlung, 2025 ging es an den aktuellen Besitzer über. Heute ist es in Rosso mit schwarzem Lederinterieur. Zuletzt wurden das Kraftstoffsystem überarbeitet, neue Zündkerzen eingesetzt und ein Motorölwechsel durchgeführt, mit Teilen von einem offiziellen Ferrari-Händler.

Von 1968 bis 1973 entstanden rund 1.284 Coupés, darunter etwa 122 Rechtslenker, sowie 122 Spider. Der 365 GTB/4 Daytona ist eine Ikone des Gran Turismo. Dieses Exemplar ist zu verkaufen; ein Schätzwert ist nicht veröffentlicht.

Bilder: Anbieter des Fahrzeuges

FAQ

Armaturenbrett und Bedienelemente eines Ferrari 365 GTB/4 Daytona Berlinetta von 1970
Nahaufnahme der Bedienelemente im Innenraum eines Ferrari 365 GTB/4 Daytona Berlinetta von 1970 (Foto: rmsothebys.com)

1) Was macht dieses Daytona-Exemplar (Chassis 13437) besonders, trotz Veränderungen?
Es kombiniert Originalität mit einer dokumentierten Biografie. Die europäische Spezifikation, Auslieferung 1970 nach Bologna, seltene Erstfarbe Verde Pino (nur zwölf Fahrzeuge), beiges Connolly-Leder, Plexiglas-Front und Klimaanlage sind markant. Spätere Umlackierungen und Umbauten zeigen Wandlungen durch Besitzer und Märkte.

2) Warum gilt der Ferrari 365 GTB/4 „Daytona“ als Ikone des Gran Turismo?
Er verbindet Form und Technik: Lange Haube, flache Kabine und gespanntes Heck strahlen Dynamik aus. Der 4,4-Liter-V12 mit 352 PS ermöglicht 280 km/h. Es ist ein direkter Gran Turismo mit motorsportartiger Intensität und Eleganz.

3) Welche Details prüfen bei Wert und Authentizität?
Fahrgestellnummer, Spezifikation (Europa/USA), frühe Merkmale wie Plexiglas-Scheinwerfer oder Klimaanlage. Farb- und Interieur-Historie, dokumentierte Änderungen und Wartungsnachweise (z. B. Kraftstoffsystem, Zündung, Ölservice) über offizielle Händler sind entscheidend.