Die meisten Geländewagen werden mit jeder Generation glatter, schwerer und gesichtsloser. Der Jimny nicht. Er bleibt bei klaren Kanten, ehrlicher Technik und einem Aufbau, der für Schotter, Steigungen und enge Pfade gemacht ist – nicht für den Boulevard. In Australien gibt es ihn als Dreitürer, als Jimny XL mit fünf Türen und als besonders konsequenten Jimny Lite, der das Wesen des Autos am unverfälschtesten zeigt.
Die Geschichte beginnt 1970. Der aktuelle Jimny ist in Australien als Jimny Lite, Jimny und Jimny XL im Angebot. Dazu kam später der Fünftürer mit längerem Radstand, zwei zusätzlichen Türen und deutlich mehr Innenraum für alle, die den rustikalen Charakter wollen, aber im Alltag etwas mehr Platz brauchen.
Ein Klassiker, der seinem Zweck treu bleibt

Man sieht ihm sofort an, wofür er gebaut wurde. Runde Scheinwerfer, steile Front, kantige Karosserie – bewusst oldschool. Der Innenraum ist genauso: robust, sachlich, ohne falsche Versprechungen. Genau das macht seinen Charme aus. Hier wird nichts inszeniert. Der Jimny soll belastbar sein, nicht schick.
Karosserie mit Sinn für den Einsatz
Die Details sind durchdacht. Abgeschrägte Stoßfängerkanten schaffen Radfreiheit an Hindernissen und schützen die Karosserie. Die Motorhaube ist so geformt, dass man die vorderen Ecken gut im Blick behält. Selbst die Dachrinne hat einen echten Job: kein Wasser ins Genick beim Ein- und Aussteigen. Solche Kleinigkeiten zeigen, dass hier jemand mit Geländeerfahrung konstruiert hat.
Farben gehen von Superior White und Jungle Green bis zu Zweiton-Lackierungen wie Chiffon Ivory Metallic mit Bluish Black Pearl oder Sizzling Red Metallic mit Bluish Black Pearl. Metallic- und Premiumlackierungen kosten extra.
Das Herz des Jimny schlägt für loses Gelände

Der eigentliche Kern ist das ALLGRIP PRO. Zuschaltbarer Allradantrieb, der sauber zwischen 2WD und 4WD wechselt. Auf Asphalt reicht 2WD – komfortabler und sparsamer. Wird es rutschig, steil oder grob, geht alles auf 4WD und die Kraft kommt gleichmäßig an alle Räder.
Warum ALLGRIP PRO den Jimny prägt

Wer Geländewagen als Werkzeug und nicht als Pose sieht, versteht sofort, warum das System passt. Leiterrahmen, starre Achsen vorn und hinten, hohe Bodenfreiheit – eine in der heutigen Zeit seltene Kombination. Genau das liefert, was im Gelände zählt: Traktion und die Fähigkeit, Bodenkontakt zu halten. Drückt ein Rad nach oben, presst die starre Achse das gegenüberliegende Rad stärker auf den Untergrund. Daraus entsteht ein Großteil der bemerkenswerten Kletterfähigkeit.
Hill Hold Control und Hill Descent Control ergänzen das Paket. Die Berganfahrhilfe verhindert ungewolltes Zurückrollen, die Bergabfahrhilfe hält die gewählte Geschwindigkeit. Der Fahrer kann sich aufs Lenken konzentrieren.
Kompakte Maße, klare Technik, überraschend modern

Unter der Haube arbeitet ein 1,5-Liter-VVT-Benziner mit vier Zylindern und 16 Ventilen. Er liefert sein Drehmoment über ein brauchbares Band – genau richtig, wenn kontrolliertes Vorankommen wichtiger ist als Höchstgeschwindigkeit. Es gibt ein 5-Gang-Schaltgetriebe und je nach Variante eine 4-Gang-Automatik. Verbrauchswerte: 6,4 l/100 km für Handschalter und Lite, 6,9 l/100 km mit Automatik.
Digitaler Komfort ohne Stilbruch

Trotz des kernigen Aufbaus ist der Jimny technisch auf der Höhe. Der Lite hat einen 7-Zoll-Touchscreen, Jimny und XL einen 9-Zoll-Bildschirm. Apple CarPlay und Android Auto sind vorhanden, beim Jimny und Jimny XL mit kabellosem Apple CarPlay, beim XL zusätzlich auch kabellos für Android Auto. Sprachsteuerung gehört ebenfalls dazu. Genug moderne Konnektivität, ohne den Charakter zu verwässern.
Auch bei der Sicherheit wurde nicht gespart. Sechs Airbags, ESP, Traktionskontrolle, Spurverlassenswarnung, Müdigkeits- beziehungsweise Schlangenlinienwarnung sowie ein autonomes Notbremssystem sind serienmäßig. Je nach Variante kommen weitere Assistenzsysteme dazu. Das Dual Camera Brake Support System arbeitet modellabhängig als zusätzliche Kollisionsprävention, erkennt Fahrzeuge, Fußgänger und Hindernisse und greift bei Bedarf ein.
Drei Varianten für unterschiedliche Abenteuer

Der Jimny Lite ist der puristische Einstieg mit 15-Zoll-Stahlrädern, Halogenscheinwerfern, Rückfahrkamera, Front- und Heckparksensoren sowie adaptivem Tempomat. Der normale Jimny legt mit 9-Zoll-Touchscreen, digitaler Klimaautomatik, automatischen LED-Scheinwerfern, 15-Zoll-Leichtmetallrädern und beheizbaren, elektrisch anklappbaren Spiegeln nach. Der XL bringt zwei zusätzliche Türen, mehr Fondplatz und bis zu 211 Liter Stauraum bei voller Bestuhlung. Suzuki hat es geschafft, den Charakter zu erhalten und gleichzeitig mehr Alltagstauglichkeit reinzupacken.
Der Jimny ist kein weichgespülter Lifestyle-Offroader. Er bleibt kompakt, mechanisch nachvollziehbar und konsequent. Genau das macht ihn in seiner Klasse so besonders.
In Australien starten die Preise bei 36.490 AUD für den Jimny Lite, 38.490 AUD für den Jimny und 40.490 AUD für den Jimny XL. In Europa wird er offiziell leider nicht mehr verkauft.
Bilder: Hersteller
FAQ

Für wen eignet sich der Suzuki Jimny besonders?
Für alle, die wirklich ins Gelände müssen. Schmale Wege, unbefestigte Pisten, ländliche Einsätze – hier spielt der Jimny seine Stärken aus. Wer einfache, ehrliche Technik schätzt und keinen überladenen SUV will, ist bei ihm richtig. Auf langen Autobahnetappen ist er nicht in seinem Element. Besser für Offroad-Liebhaber, Outdoor-Fans und Praktiker, die ein kleines, aber extrem widerstandsfähiges Auto brauchen.
Was unterscheidet den Jimny von vielen modernen SUVs?
Das Konzept. Die meisten modernen SUVs sehen geländegängig aus, sind aber vor allem für die Straße optimiert. Der Jimny bleibt ein echter Geländewagen mit Leiterrahmen, starren Achsen und zuschaltbarem Allrad. Genau diese Technik macht den Unterschied im schwierigen Gelände. Dazu kommt die kompakte Größe, die auf engen Pfaden klar im Vorteil ist. Wer Funktion und Belastbarkeit vor Komfort und Lifestyle stellt, findet hier ein Auto mit klarer Haltung.
Warum ist der Jimny trotz seiner einfachen Art heute noch attraktiv?
Weil er sich dem Größenwahn verweigert. Während alles immer größer, schwerer und komplexer wird, bleibt er klein, überschaubar und ehrlich. Er kombiniert klassische Offroad-Technik mit modernem Infotainment, kabelloser Smartphone-Anbindung und aktuellen Assistenzsystemen. Das Ergebnis ist eine seltene Mischung aus Tradition und Gegenwart. Viele schätzen genau diesen unverwechselbaren Charakter und die Tatsache, dass er nicht versucht, alles für alle zu sein.


