Weißer Cord 812 Supercharged Convertible Phaeton von 1937 mit markantem Kühlergrill und versenkbaren Scheinwerfern auf einer Straße.
Frontansicht des seltenen Cord 812 Supercharged Convertible Phaeton, Baujahr 1937, nach der Restaurierung in exzellentem Zustand. (Foto: classics-reloaded.at)

Cord 812 Supercharged Convertible Pheaton: Ikone von 1937

Seltenheit, Eleganz und technische Kühnheit treffen sich im Cord 812 Supercharged Convertible Pheaton. Dieses weiße Exemplar, erstmals im Juni 1937 zugelassen, steht für eine Epoche, in der Form und Funktion eine neue Sprache fanden. Der aufgeladene 4,7‑Liter‑Motor liefert 180 PS und verbraucht Super Plus. Die 50.707 km Laufleistung passen zu einem automobilen Kunstwerk, das gefahren und doch behütet wurde. Der Cord 812 gilt aufgrund seiner Exklusivität und der kurzen Bauzeit als einer der seltensten und wertvollsten Sammlerwagen überhaupt. Er wurde angeboten – eine Einladung, Geschichte auf Rädern weiterzuschreiben – und ist verkauft.

Skulptur und Avantgarde

Rückansicht eines weißen Cord 812 Supercharged Convertible Phaeton vor einer Oldtimer-Ausstellung, auffällige Chromstoßstange und elegante Kotflügel.
Das restaurierte, weiße Cord 812 Supercharged Convertible Phaeton mit charakteristischer Linienführung vor dem Ausstellungsgebäude. (Foto: classics-reloaded.at)

Der Cord 812 folgte auf den 810 und wurde in den Jahren 1936 und 1937 gebaut – zwei Modelljahre, die die automobile Welt veränderten. Das niedrige, aerodynamische Karosseriekleid und ein Kühlergrill, der sich tief in die Flanken zieht, formten ein Antlitz, das bis heute modern wirkt. Der Cord war eines der ersten Serienfahrzeuge mit versenkbaren Scheinwerfern – ein Detail, das die Linienführung befreite und den Luftfluss glättete. Versteckte Türscharniere und eine nach hinten angeschlagene Motorhaube waren ebenso unkonventionell wie wegweisend. Die Summe dieser Ideen lag dem Wettbewerb um rund zwei Jahrzehnte voraus. In der Entstehungsphase stand sogar im Raum, das Auto unter dem Namen Duesenberg zu vermarkten – ein Hinweis auf das Prestige und die Ambition dieses Entwurfs.

Von den USA nach Argentinien und zurück

Innenraum und Armaturenbrett eines weißen Cord 812 Supercharged Convertible Pheaton Baujahr 1937 mit rotem Leder.
Blick auf das Interieur und Armaturenbrett eines restaurierten Cord 812 Supercharged Convertible Pheaton mit roter Lederausstattung. (Foto: classics-reloaded.at)

Die Vita dieses Fahrzeugs erzählt eine Weltreise. Ausgeliefert in die USA, gelangte der Cord später nach Argentinien; wie lange er dort blieb, ist nicht überliefert. Ein spanischer Eigentümer fand das Auto in Südamerika und ließ es restaurieren. 2007 errang es den zweiten Preis beim Concorso d’Eleganza Villa d’Este. 2015 kam es in Paris bei Bonhams zur Auktion, danach führte der Weg nach Österreich. Dort schließt sich bis heute der Kreis aus Historie und Gegenwart. Die Laufleistung von 50.707 km zeigt: Dieses Auto ist nicht nur Schaustück, sondern erlebte Mobilität. Dass es nun wieder angeboten wird, macht seine Geschichte offen für ein neues Kapitel.

Handwerkliche Restaurierung in Österreich

Geöffnete Motorhaube des Cord 812 Supercharged Convertible Phaeton mit sichtbarem Kompressor und Motorstruktur
Detailansicht des aufgeladenen 4,7-Liter-Motors im Cord 812 Supercharged von 1937 (Foto: classics-reloaded.at)

In Österreich erhielt der Cord 812 eine technische Überarbeitung. Das Getriebe wurde vollständig revidiert, inklusive neuer Dichtungen und Membranen. Der Motor erfuhr eine Komplettüberholung mit neuen Kolben, Lagern und Ventiltrieb sowie verbesserten Zylinderköpfen; die originalen Teile gehören zum Fahrzeug. Auch der Kompressor wurde neu aufgebaut – mit frischen Innereien, Antriebswelle und Kegelrad. Bremsanlage, Fahrwerk und Elektrik erhielten eine gründliche Kur. Der originale Kühlerkern wurde überarbeitet und mit einem Hochleistungsnetz versehen. Weitere Arbeiten komplettieren das Bild. Ergebnis: ein guter Gesamtzustand und Betriebsbereitschaft. Fotos aus der Zeit vor der Restaurierung dokumentieren den Weg vom Fund zur Authentizität.

Magie der versenkbaren Scheinwerfer

Geöffnete Vordertür und rotes Ledergestühl eines restaurierten Cord 812 Supercharged Convertible Pheaton, Baujahr 1937.
Das rote Interieur und die geöffnete Tür des Cord 812 Supercharged Convertible Pheaton von 1937, präsentiert nach Restaurierung. (Foto: classics-reloaded.at)

Unter den Ideen ragt eine heraus: die versenkbaren Scheinwerfer. Sie gaben dem Cord 812 eine glatte Stirn, auf der der tiefe, seitlich auslaufende Grill wirken konnte, und sie verschoben den Fokus von reiner Technik zu integrierter Gestaltung. Dieses Detail ist ein Sinnbild für die Denkschule hinter dem Auto – Technik soll dienen, nicht dominieren. Zusammen mit der nach hinten angeschlagenen Haube und den versteckten Scharnieren entsteht eine Klarheit der Form, die dem Fahrtwind und dem Auge entgegenkommt. Der aufgeladene 4,7‑Liter bringt 180 PS zur Geltung.

Seltenheit, Gegenwart und die Einladung zum Träumen

Armaturenbrett und rotes Lenkrad eines Cord 812 Supercharged Convertible Phaeton von 1937, mit klassischen Instrumenten
Cockpit mit charakteristischem Armaturenbrett und rotem Lenkrad des Cord 812 Supercharged Convertible Phaeton, Baujahr 1937 (Foto: classics-reloaded.at)

Nur 196 Cord 812 Supercharged Convertibles entstanden – genug für eine Legende, zu wenig, um die Faszination zu verwässern. Der hier beschriebene Pheaton verbindet diese Exklusivität mit einem Lebenslauf, der Kontinente umspannt und seine Qualität öffentlich unter Beweis gestellt hat. Seine Konstruktion war der Zeit voraus; sein Design hat Patina ohne Staub. Heute präsentiert er sich in exzellentem Zustand, technisch erneuert, mit den originalen Teilen im Gepäck und bereit, bewegt zu werden. Sein weißes Kleid, die Detaillösung der Scheinwerfer, die Klarheit der Linien – all das macht ihn zum Gegenentwurf zur Beliebigkeit. Wer in solchen Autos liest, liest Geschichte. Und wer handeln möchte, darf sich freuen: Dieser Cord 812 Supercharged Convertible Pheaton wurde angeboten – als Chance, Verantwortung für ein Kulturgut zu übernehmen. Er ist verkauft.

Bilder: Anbieter des Fahrzeuges

FAQ

1) Warum gilt der Cord 812 Supercharged Convertible Pheaton als so selten und wertvoll?

Der Cord 812 ist ein Extremfall von Seltenheit. Gebaut wurde er lediglich in den Modelljahren 1936 und 1937, und vom aufgeladenen 812 Supercharged Convertible entstanden nur 196 Exemplare. Diese geringe Stückzahl trifft auf ein Design, das seiner Zeit voraus war: versenkbare Scheinwerfer, versteckte Scharniere und ein aerodynamisches Erscheinungsbild, das bis heute modern wirkt. Dazu kommt die Vita des beschriebenen Fahrzeugs (USA, Argentinien, Europa) und seine öffentliche Anerkennung. All das macht ihn für Sammler zur rollenden Legende.

2) Was macht die Technik dieses Fahrzeugs besonders – und was bedeutet „voll betriebsbereit“ nach der Restaurierung?

Besonders ist die Kombination aus Konzept und Aufladung: Ein 4,7‑Liter‑Motor mit Kompressor, der 180 PS liefert und für 1937 ein Statement setzt. „Voll betriebsbereit“ bedeutet, dass zentrale Baugruppen revidiert wurden: Getriebe mit neuen Dichtungen und Membranen, Motor überholt (Kolben, Lager, Ventiltrieb, überarbeitete Köpfe), Kompressor neu aufgebaut sowie Bremsen, Fahrwerk und Elektrik überarbeitet. Der originale Kühlerkern wurde modernisiert. Gleichzeitig bleiben Originalteile erhalten, was Authentizität und Werterhalt unterstützt.

3) Wie alltagstauglich ist ein Cord 812 heute – besonders in Bezug auf Verbrauch, Kraftstoff und Nutzung?

Ein Cord 812 ist kein Alltagsauto im modernen Sinn, aber er kann bewusst gefahren werden, wenn man seine Epoche respektiert. Die Verbrauchswerte liegen bei 20,0 l/100 km innerorts, 17,5 l/100 km außerorts und 18,5 l/100 km kombiniert – Werte, die Erlebnis vor Effizienz stellen. Getankt wird Super Plus, passend zur hohen technischen Belastung des Motors. Die Laufleistung von 50.707 km signalisiert: Dieses Auto wurde bewegt und nicht nur ausgestellt. Wer ihn heute nutzt, übernimmt Verantwortung: für Wartung, sachgerechte Bewegung und den Erhalt eines Kulturguts.