Die Benda LFC 700 Pro fällt schon im Stand auf. 1.720 mm Radstand, 695 mm Sitzhöhe und eine Silhouette, die eher nach Concept-Bike als nach klassischem Mittelklasse-Cruiser aussieht. Genau das ist ihr Reiz. Sie ist kein Bike für Leute, die unauffällig mitrollen wollen. Wer hier zugreift, sucht im Cruiser-Segment entspannte Ergonomie kombiniert mit einem technischen Ansatz, den man sonst selten sieht.
Im Mittelpunkt steht ein flüssigkeitsgekühlter Reihenvierzylinder mit 676,9 cm³. 86 PS bei 10.300 U/min und 60 Nm bei 8.600 U/min klingen erstmal sportlich. Genau diese Charakterspannung macht die Maschine spannend. Sie packt die aufrechte, gelassene Sitzposition eines echten Cruisers mit einem Motor, der in dieser Klasse ungewöhnlich ist und dem Bike eine eigene Handschrift gibt.
Vier Zylinder für eine eigene Erzählung

Während die meisten Cruiser auf V2 setzen, geht die LFC 700 Pro bewusst einen anderen Weg. Der DOHC-Reihenvierzylinder mit 16 Ventilen bringt echte Drehfreude in ein Segment, das sonst meist über Hubraumgefühl und Sound definiert wird. Zusammen mit Sechsganggetriebe, Anti-Hopping-Kupplung und Kettenantrieb entsteht ein Antrieb, der deutlich moderner und technischer wirkt, als die wuchtige Optik vermuten lässt.
Technik mit Wirkung
Im Alltag bleibt es nicht beim Auftritt. 160 km/h Spitze und ein Normverbrauch von 5,6 Litern passen zum extrovertierten Design. Der 17-Liter-Tank macht Sinn – ein Cruiser lebt von Strecke, nicht nur von Ampelsprints. Wer Stil und Substanz gleichzeitig will, findet hier beides.
Das faszinierende Detail heißt Luftfederung

Das elektronisch gesteuerte Dual-Chamber-Luftfahrwerk am Heck ist das eigentliche Highlight. In dieser Klasse alles andere als selbstverständlich. Man hat zwei Höhen (Standard/Hoch) und zwei Dämpfungsstufen (Comfort/Sport). Bei 295 kg fahrfertig und der massiven Optik ist das kein Gimmick. Das Bike lässt sich tatsächlich auf Situation und Fahrstil abstimmen.
Gerade mit dem 300/35 R18 hinten wird die Luftfederung zum prägenden Merkmal. Sie unterstreicht den futuristischen Anspruch und liefert echten praktischen Mehrwert. Hier wird klar, dass Benda nicht nur ein spektakuläres Äußeres auf Räder gestellt hat, sondern ein stimmiges Gesamtkonzept.
Breit, lang, bewusst anders
Der 300er Hinterreifen definiert das Bike auf den ersten Blick. Vorne rollt ein 130/70 R19, was den extrem gestreckten Eindruck noch verstärkt. Dazu kommen Aluminiumräder, ein neu entwickelter Aluminium-Gussrahmen mit Querstrebe für mehr Steifigkeit und eine Aluminiumschwinge. Alles Bauteile, die den großen Auftritt technisch unterfüttern.
Große Geste, sauber kontrolliert
Damit die Inszenierung nicht in Unbeherrschbarkeit endet, hat Benda ordentlich investiert. KYB-Upside-down-Gabel vorne, radial angeschraubte Brembo-Sättel mit 320er Doppelscheibe vorn und 260er Scheibe hinten. Bosch-ABS und Traktionskontrolle gehören dazu. Bei 2.440 mm Länge ein wichtiges Signal: Die LFC 700 Pro soll beeindrucken, aber sie soll es kontrolliert tun.
Der 60 Prozent größere Kühler, das 5-Zoll-TFT, beleuchtete Lenkerschalter und die eigenständige 4-in-4-Abgasanlage passen ins Gesamtbild. Das ist ein Cruiser für Fahrer, die das Genre mögen, aber nichts Retro-Sehnsüchtiges wollen. Sie zitiert die klassische Formensprache, ohne sich ihr zu unterwerfen.
Optisch setzt sie klare Akzente. Ram-Air-Front, die kompakte Linienführung trotz des langen Radstands und die stimmige Gesamtproportion – das Bike erzählt seine Geschichte über Präsenz und Haltung. Ein Cruiser muss nicht nostalgisch sein, um zu wirken.
Ein Motorrad für Liebhaber des Besonderen
Die Benda LFC 700 Pro ist kein stiller Begleiter. Sie ist für Fahrer gemacht, die ungewöhnliche Technik, starke Form und souveränen Auftritt schätzen. Reihenvierzylinder, Luftfederung, die ausladenden Proportionen und die solide Fahrwerkskomponenten ergeben ein Paket, das im Cruiser-Segment einen eigenen Ton anschlägt.
Der Preis liegt bei 12.999 Euro.
Bilder: Hersteller
FAQ
1) Für wen ist die Benda LFC 700 Pro besonders geeignet – und für wen eher nicht?
Sie passt zu Fahrern, die im Cruiser-Segment bewusst auffallen wollen und Technik schätzen, die man dort selten sieht. Langer Radstand, niedrige Sitzhöhe und futuristisches Design liefern Präsenz und Komfort bei moderner Anmutung. Mit 295 kg fahrfertig verlangt sie aber sicheres Handling und Routine beim Rangieren. Für enge Innenstädte oder sehr kurvige Landstraßen, wo Agilität wichtiger ist als Auftritt, gibt es bessere Werkzeuge.
2) Warum ist der Reihenvierzylinder bei einem Cruiser so ungewöhnlich, und was bedeutet das beim Fahren?
Die meisten Cruiser leben vom Hubraumgefühl und dem entspannten Punch eines V2. Die LFC 700 Pro erzählt eine andere Geschichte. Ihr 676,9-cm³-Reihenvierzylinder dreht willig hoch, liefert 86 PS bei 10.300 U/min und wirkt bei Drehzahl deutlich lebendiger und sportlicher, als man es in dieser Klasse erwartet. Ergonomie bleibt entspannt, der Charakter aber technischer und drehfreudiger. Mit Sechsganggetriebe, Anti-Hopping-Kupplung und Kette entsteht ein modernes, eher präzises Fahrerlebnis statt klassischem V2-Brummer.
3) Was bringt die elektronisch gesteuerte Dual-Chamber-Luftfederung konkret im Alltag?
Sie ist mehr als Effekt. Man kann die Höhe zwischen Standard und Hoch sowie die Dämpfung zwischen Comfort und Sport wählen. Praktisch, wenn man mal mehr Bodenfreiheit oder einfacheres Auf- und Absteigen braucht. Bei einem langen, schweren Cruiser mit 300er Hinterreifen verändert diese Anpassbarkeit das Fahrgefühl spürbar – je nach Strecke, Tempo und Laune. Das ist einer der Punkte, an denen die LFC 700 Pro über reines Showbike-Niveau hinauswächst.



