Lancia Fulvia Coupé Rallye 1.3S in Rot mit schwarzer Motorhaube und Zusatzscheinwerfern im Ausstellungsraum.
Das legendäre Lancia Fulvia Coupé Rallye 1.3S (Serie II) mit roten Lack, schwarzen Rallye-Details und markanten Zusatzscheinwerfern. (Foto: Hersteller)

Lancia Fulvia Coupé Rallye 1.3S (1974)

Die Lancia Fulvia Coupé Rallye 1.3S aus dem Jahr 1974 ist eines jener Fahrzeuge, die Technik und Ästhetik auf harmonische Weise verbinden. Klein, leicht und mit einem eigenständigen Design ausgestattet, erinnert diese Version an die Blütezeit italienischer Sportwagen, als Ingenieurskunst und Rallyeerfolg noch Hand in Hand gingen. Die Coupé‑Variante, hier in der zweiten Serie ausgeführt, trägt eine rote Karosserielackierung, die zusammen mit den goldfarbenen Leichtmetallrädern und mattschwarzen Details am Kühlergrill eine souveräne Präsenz auf der Straße erzeugt. Decals mit dem HF‑Logo und aufgesetzte Rallye‑Scheinwerfer unterstreichen die Herkunft dieses Modells aus dem Motorsport.

Design und Außenwirkung

Heckansicht eines roten Lancia Fulvia Coupé Rallye 1.3S von 1974 mit Startnummer 7, goldfarbenen Felgen und niederländischem Kennzeichen.
Das rote Lancia Fulvia Coupé Rallye 1.3S Series II, Baujahr 1974, in einem Fotostudio. Heckansicht mit Rallye-Aufklebern und goldfarbenen Leichtmetallrädern. (Foto: Hersteller)

Das äußerliche Erscheinungsbild der Fulvia Coupé Rallye 1.3S ist zugleich zurückhaltend und markant. Die matte schwarze Front mit den in Szene gesetzten Scheinwerferumrandungen sowie die aufgesetzten Rallyescheinwerfer auf den Kotflügeln erzählen von einem Auto, das Rennambitionen nicht versteckt. Der Rallye‑1.3S‑Schriftzug an den hinteren Kotflügeln ist ein dezenter Hinweis auf die Modellgeschichte, während die goldfarbenen Felgen dem Wagen einen eleganten Touch verleihen. In Kombination mit dem schlanken Coupé‑Profil wirkt die Fulvia wie ein präzise geschnitztes Werkzeug — kompakt, aerodynamisch und bereit, die Verbindung zwischen Fahrer und Straße intensiv erlebbar zu machen.

Rotes Lancia Fulvia Coupé Rallye 1.3S (Baujahr 1974) von hinten mit gelbem holländischen Kennzeichen in einer Indoor-Lokation.
Die charakteristische Rückseite der roten Lancia Fulvia Coupé Rallye 1.3S mit niederländischem Kennzeichen, fotografiert in einer Halle. (Foto: Hersteller)

Innenraum und Fahrgefühl

Geöffnete Fahrertür der Lancia Fulvia Coupé Rallye 1.3S mit beiger und schwarzer Türverkleidung, Fensterkurbel und Lautsprecher.
Detailaufnahme der beige-schwarzen Türverkleidung mit Fensterkurbel im Lancia Fulvia Coupé Rallye 1.3S von 1974. (Foto: Hersteller)

Im Innenraum setzt die hellbeige Polsterung einen freundlichen Kontrast zur äußeren Farbigkeit. Sportsitze mit integrierten Kopfstützen bieten Seitenhalt, ohne den Anspruch auf Komfort zu verleugnen. Die weiße Instrumententafel mit ihren klar ablesbaren Rundanzeigen vermittelt puristischen Renncharakter; das Momo Prototipo Holzlenkrad fügt eine haptische Wohlfühlkomponente hinzu, die bei klassischen Sportwagen so sehr geschätzt wird. Insgesamt erzeugt die Kabine jener Fulvia einen unmittelbaren Eindruck von Zweckmäßigkeit und Stil: Auf langen Strecken belohnend, auf kurvigen Landstraßen herausfordernd und auf jeden Fall ein Erlebnis, das Nähe zum Fahrzeug verlangt und fördert.

Innenraum eines Lancia Fulvia Coupé Rallye 1.3S von 1974 mit Holzlenkrad, klassischer Instrumententafel und hellen Sportsitzen
Cockpit mit Momo Prototipo Holzlenkrad, Instrumententafel und beigen Sportsitzen im Lancia Fulvia Coupé Rallye 1.3S (Foto: Hersteller)
Nahaufnahme der Armaturen mit Tacho, Drehzahlmesser und Holzleiste im Lancia Fulvia Coupé Rallye 1.3S
Detailansicht der Instrumententafel mit klassischen Rundanzeigen und Holzverkleidung im Lancia Fulvia Coupé Rallye 1.3S (Foto: Hersteller)

Technik, die begeistert

Das technische Herzstück dieser Fulvia ist der charakteristische schmale V4‑Motor mit 1.298 cm³ Hubraum. Der Motor kombiniert einen Graugussblock mit einem Aluminium‑Zylinderkopf und besitzt doppelte obenliegende Nockenwellen — eine Konstruktion, die in ihrer Kompaktheit und Effizienz typisch für Lancia ist. Mit einer Leistung von 93 PS (ca. 69 kW) bei einem Kerbgewicht von nur rund 900 kg ergibt sich ein sehr direktes Leistungsgewicht, das die Agilität des Fahrzeugs erklärt. Die zweite Serie profitierte vielfach von einem Fünfganggetriebe; dieses Exemplar ist jedoch mit einem Automatikgetriebe ausgestattet, das in Verbindung mit dem Frontantrieb ein außergewöhnlich ausgewogenes Fahrverhalten ermöglicht.

Das faszinierende Detail: der schmale V4

Der schmale V4 ist das vielleicht reizvollste Detail an der Fulvia. In Zeiten, in denen Reihen‑ und V‑6/8‑Motoren die Szene dominierten, entschied sich Lancia für eine kompakte V4‑Lösung, die niedriges Gewicht, kurze Bauform und gute Gewichtsverteilung vereinte. Diese Bauweise erlaubt eine knappere Motorraum‑Architektur und beeinflusst damit das Handling positiv. Der Twin‑Cam‑Aufbau sorgt für ein lebhaftes Ansprechverhalten in höheren Drehzahlbereichen, während das insgesamt geringe Fahrzeuggewicht die zur Verfügung stehende Leistung optimal nutzbar macht. Für Enthusiasten ist dieses Aggregate ein Stück Automobilgeschichte, das Technikbegeisterung und Fahrsinn vereint.

Fahreigenschaften und Alltagstauglichkeit

Die Kombination aus Frontantrieb, kompaktem V4 und Automatikgetriebe macht die Fulvia Coupé Rallye 1.3S zu einem äußerst agilen Begleiter. Trotz sportlicher Gene bleibt die Fahrbarkeit im Alltag erhalten: Die Lenkung ist präzise, das Fahrwerk bietet direkten Kontakt zur Straße, und die relativ kleine Außenmaße erleichtern das Einparken und Manövrieren. Die angegebenen Werte — ein Leergewicht von rund 900 kg und eine erreichbare Höchstgeschwindigkeit von über 160 km/h — zeigen, dass dieses Coupé nicht nur optisch, sondern auch fahrdynamisch zu überzeugen weiß. Gleichzeitig sorgen verstärkte Bremsen und die bei der 1.3S ergänzten Helfer wie Ölkühler für Zuverlässigkeit bei intensiver Nutzung.

Historische Einordnung

Die Fulvia‑Familie hat ihren Ursprung in den frühen 1960er Jahren und debütierte 1963 auf dem Genfer Salon. Die Coupé‑Variante folgte 1965 auf dem Turiner Salon und etablierte sich rasch als sportliche 2+2‑Ausführung. Renn‑ und Rallyeerfolge begründeten den Ruf von Lancia als Marke mit technologischem Anspruch. Die Rallye‑1.3‑Versionen, eingeführt 1967 und mit der stärkeren 1.3S‑Ausführung ab 1968, waren gezielt auf Motorsport abgestimmt: mehr Leistung, verbesserte Kühlung und eine feinere Bremsanlage. Die zweite Serie, zu der dieses Coupé gehört, brachte 1970 wichtige Verbesserungen wie das verbreiterte, gesenkte Kühlergrilldesign und das neue Fünfganggetriebe — Details, die den Charakter der Fulvia bis zum Produktionsende 1976 prägten.

Warum diese Fulvia noch heute fasziniert

Es ist die Kombination aus klarer Formensprache, intelligenter Technik und spürbarer Rallye‑DNA, die die Fulvia Coupé Rallye 1.3S so faszinierend macht. Sie ist kein protziger Klassiker, sondern ein ehrlicher, fahrbarer Sportwagen, der mit kleinen, durchdachten Details Großes leistet. Der solide Zustand von Karosse und Fahrwerk sowie der laufbereite Motor belegen, dass dieses Exemplar nicht nur als Standobjekt funktioniert, sondern zum Fahren gedacht ist. Für Liebhaber historischer Mobilität bietet die Fulvia eine unmittelbare, sinnliche Verbindung zum Fahrgeschehen — eine Einladung, die Faszination klassischer Leichtbau‑Sportwagen zu erleben.

Schlussbetrachtung

Die Lancia Fulvia Coupé Rallye 1.3S (Series II) bleibt ein überzeugender Beleg dafür, wie sorgfältiges Ingenieurwesen und Rennsportaffinität ein kompaktes Coupé in ein begehrenswertes Kultobjekt verwandeln können. Sie ist elegant, technisch interessant und fahraktiv — eine Kombination, die das Herz von Kennern und Fahrern gleichermaßen schneller schlagen lässt. Für dieses Exemplar nennt der Anbieter einen Schätzpreis von 13.000–16.000 €.

Bilder: Anbieter des Fahrzeuges