Porsche 911 2.5 S/T von 1972 und moderner Porsche 911 S/T, beide in Hellgelb und Startnummer 41, stehen nebeneinander in einer Halle.
Der originale Le-Mans-Porsche 911 2.5 S/T von 1972 neben dem aktuellen 911 S/T, beide in historischem Hellgelb mit Startnummer 41. (Foto: Hersteller)

Porsche 911 S/T in Hellgelb: Hommage mit Rennsport-DNA

Seitenansicht eines gelben Porsche 911 2.5 S/T mit Startnummer 41 und Rennbeklebung, stehend in einer Halle
Historischer Porsche 911 2.5 S/T, Le-Mans-Klassensieger 1972, originalgetreu restauriert in Hellgelb mit Startnummer 41 (Foto: Hersteller)

Es gibt Autos, die verschwinden im Nebel der Motorsportgeschichte – und es gibt jene, die partout nicht in Vergessenheit geraten wollen. Der Porsche 911 2.5 S/T von 1972 gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Dieses Auto gewann seine Klasse bei den 24 Stunden von Le Mans 1972, verschwand danach in der Szene, wechselte Besitzer, wurde hart rangenommen und schließlich dem Verfall überlassen. Die letzte nachverfolgbare Rennteilnahme datiert auf Mai 1975 in Riverdale, damals pilotiert vom zweiten Eigentümer Don Lindley. Erst Jahrzehnte später tauchte der Wagen als verwitterter Scheunenfund nahe San Francisco wieder auf – weit entfernt vom Glanz der Sarthe.

Für viele Enthusiasten wäre das die traurige Schlussnote einer großen Geschichte gewesen. Doch ein Schweizer Sammler nahm die ersten Fährten 2008 auf, verfolgte akribisch die Spur dieses Le-Mans-Helden und konnte den Wagen schließlich 2013 erwerben. Damit war der Startschuss für eine Restaurierung gesetzt, die mehr ist als eine bloße Aufbereitung: Es handelt sich um eine Rückführung zu einem ganz bestimmten Moment der Zeit – Le Mans 1972, Startnummer 41, Lackfarbe Hellgelb.

Aufwendige Restaurierung: Zurück zu Hellgelb und Startnummer 41

Porsche 911 S/T und klassischer 911 2.5 S/T in Hellgelb mit Startnummer 41 nebeneinander in einer Halle.
Der restaurierte Porsche 911 2.5 S/T von 1972 und der moderne 911 S/T in Hellgelb vereint – Vergangenheit und Gegenwart der Rennsportikone. (Foto: Hersteller)

Der historische 911 2.5 S/T wanderte nach dem Ankauf direkt zu Porsche Classic. Dort stand eine vollständige Wiederbelebung an. Die Karosseriearbeiten nahmen über 1.000 Stunden in Anspruch – ein Wert, der zeigt, wie gründlich hier zu Werke gegangen wurde. Die Rohkarosserie wurde im KTL-Verfahren, also mittels kathodischer Tauchlackierung, versiegelt. Für Liebhaber klassischer Fahrzeuge ist das ein wichtiges Detail: Die Methode verbindet modernen Korrosionsschutz mit höchster Originaltreue.

Am Ende dieses Prozesses stand der Wagen da, als hätte er gerade eben die Kontrollwaage in Le Mans verlassen. Lackiert im originalen Hellgelb mit Farbcode 117 und allen typischen Details des frühen 70er-Jahre-Renn-911. Die zeitgenössische Sponsoren-Beklebung samt Startnummer 41 wurde nach der Auslieferung originalgetreu umgesetzt. Genau diese Konsequenz macht den Reiz des Projekts aus. Es handelt sich nicht um eine freie Interpretation, sondern um eine sorgfältige Rekonstruktion eines sehr konkreten, motorsportlichen Augenblicks. Für Puristen ist ein solcher Ansatz Gold wert: Das Auto erzählt seine Geschichte ohne Hinzufügungen, ohne Effekthascherei.

Moderner 911 S/T: Hommage auf der Basis eines Ausnahme-Elfers

Seitenansicht eines gelben Porsche 911 S/T mit Startnummer 41 und Sponsorenaufklebern, inspiriert vom Le-Mans-Rennwagen von 1972.
Der modern interpretierte Porsche 911 S/T in originalem Hellgelb mit historischer Startnummer 41 als Hommage an die Le-Mans-Ikone. (Foto: Hersteller)

Auf dieser restaurierten Ikone baut der moderne 911 S/T als Hommage auf. Das aktuelle Modell nutzt die Möglichkeiten des Sonderwunsch-Programms, um den Geist des Le-Mans-Wagens in die Gegenwart zu übertragen. Optisch tritt der 911 S/T als klares Zitat der Rennlegende auf: Die Karosserie ist in exakt demselben Hellgelb (Farbcode 117) lackiert, eine Farbe, die seit Jahrzehnten nicht mehr offiziell in der Palette geführt wurde. Allein die Wiederbelebung dieses Tons ist ein Statement. Die Anwendung auf Bauteilen aus Carbon erforderte besondere Sorgfalt, denn moderne Verbundwerkstoffe reagieren anders als das Blech der 70er Jahre. Für Kenner zeigt sich hier, wie weit Leidenschaft für Originalität gehen kann.

Das Sonderwunsch-Fahrzeug ist von Hand veredelt. Außen fallen vor allem die geschmiedeten Magnesiumräder in Darksilver ins Auge, die das Auto deutlich als Leichtbau-orientierten Sportler positionieren. Dahinter sitzen schwarze Bremssättel, die optisch dezent bleiben und doch klarmachen, dass Bremsperformance eine Schlüsselrolle spielt. Der Innenraum ist konsequent dunkel gehalten. Diese Kombination – leuchtendes Hellgelb außen, schwarze Zurückhaltung innen – erzeugt genau jene Spannung, die viele begeisterte Fahrer an einem puristischen Elfer suchen: Die Bühne gehört dem Fahren, nicht dem Dekor.

Rennsport-Herz: Hochdrehender Boxer als zentrales Erlebnis

Während die Optik an die 70er erinnert, ist der technische Unterbau typisch moderne Hochleistung. Der 911 S/T setzt auf einen 4,0-Liter-Sechszylinder-Boxermotor ohne Aufladung, der bis 9.000 U/min dreht und 525 PS leistet. Diese Zahlen sprechen gerade für Puristen eine eindeutige Sprache. Hier geht es nicht um kurzatmige Turbo-Schübe, sondern um eine breite, hochdrehende Leistungsentfaltung, die den Fahrer aktiv einbindet. Die Wahl eines 6-Gang-Schaltgetriebes unterstreicht diesen Ansatz. Die Gänge werden bewusst sortiert, die Drehzahlkurve wird erlebt, nicht nur abgerufen.

Das Fahrzeuggewicht von 1.380 kg ist im Kontext der heutigen Sportwagenwelt bemerkenswert. Wer Fahrzeuge liebt, bei denen Agilität vor purer Masse steht, findet hier eine ausgesprochen attraktive Kombination: kräftiger, drehfreudiger Saugmotor, handgeschaltetes Getriebe, vergleichsweise niedriges Gewicht. Genau diese Trias sorgt auf verwinkelten Landstraßen und kurvigen Passstraßen für jenes lebendige Fahrgefühl, das viele moderne Fahrzeuge trotz hoher Leistung vermissen lassen. Der 911 S/T richtet sich damit direkt an Enthusiasten, die mehr Wert auf Interaktion legen als auf Bestzeiten auf dem Datenblatt.

Faszination Hellgelb: Mehr als nur ein Lackton

Unter all den Details sticht ein Merkmal besonders hervor: die Rückkehr der Farbe Hellgelb mit dem Code 117. Jahrzehntelang war dieser Ton aus dem offiziellen Programm verschwunden. Gerade deshalb wirkt sein Wiederauftauchen auf einem derart fokussierten Fahrzeug so intensiv. Hellgelb erzeugt einen eigenwilligen Kontrast. Es ist heller und freundlicher als typische Rennfarben wie Signalgelb oder Rennrot und dennoch absolut motorsporttauglich. Auf Fotos des originalen Le-Mans-Wagens wirkt die Farbe wie ein Marker in der Startaufstellung: unübersehbar, aber nicht schrill.

Beim modernen 911 S/T wird Hellgelb zum emotionalen Bindeglied zwischen den Epochen. Die Anwendung auf Carbon-Bauteilen verlangt besondere Sorgfalt bei Vorbereitung und Schichtaufbau, um Farbgenauigkeit und Oberflächenqualität sicherzustellen. Dass dieser Aufwand betrieben wird, zeigt, welchen Stellenwert Authentizität in diesem Projekt einnimmt. Für Liebhaber klassischer Farbcodes ist das ein rares Vergnügen: ein aktueller Hochleistungselfer in einem Ton, der sonst nur auf sorgsam restaurierten Klassikern zu sehen ist. Gerade im heutigen Straßenbild voller Grautöne und dunkler Metallic-Lacke wirkt ein solcher 911 S/T wie ein bewusst gesetztes Ausrufezeichen.

Effizienz, Alltag und Zielgruppe: Für wen der 911 S/T gebaut ist

Die technischen Daten machen gleichzeitig klar, dass der 911 S/T kein Ökonomie-Wunder sein will. Der WLTP-Verbrauch liegt bei 13,8 l/100 km, der CO₂-Ausstoß bei 313 g/km. Werte, die im Alltag ihren Tribut an die gebotene Performance fordern. Doch dieser Elfer tritt nicht an, um Pendelrekorde zu brechen, sondern um besonderen Momenten auf der Landstraße oder gelegentlich auf der Rennstrecke ihren Rahmen zu geben. Wer ein Fahrzeug dieser Art wählt, tut dies meist sehr bewusst – im Wissen um die Kompromisse bei Effizienz und dennoch mit dem Anspruch, ein möglichst direktes Fahrerlebnis zu erhalten.

Damit positioniert sich der 911 S/T als Sportwagen für eine klare Zielgruppe: Enthusiasten, die Motorsportgeschichte zu schätzen wissen und diese Geschichte in einer modernen, fahraktiven Form erleben möchten. Das Sonderwunsch-Konzept erlaubt eine Nähe zur Ikone von 1972, ohne auf die Qualitäten eines aktuellen Sportwagens verzichten zu müssen. Bremsen, Fahrwerk, Antrieb und Sicherheit entsprechen der heutigen Zeit, die Optik und der Charakter nehmen bewusst Bezug auf die damalige Le-Mans-Legende.

Fazit zum Porsche 911 S/T in Hellgelb

Die Kombination aus restaurierter Renn-Ikone und moderner Hommage macht den Reiz dieses Projekts aus. Der historische 911 2.5 S/T bildet den emotionalen Kern. Der aktuelle 911 S/T greift genau diesen Moment auf und übersetzt ihn, mit Hellgelb 117, Darksilver-Magnesiumrädern, schwarzer Innenausstattung, 4,0-Liter-Saugboxer mit 525 PS, 6-Gang-Handschaltung und 1.380 kg Fahrzeuggewicht, in die Gegenwart.

Für Liebhaber reiner Fahrmechanik und klassischer Motorsport-Geschichten bietet der 911 S/T somit eine seltene Mischung. Er ist kein Kompromiss-Sportwagen, sondern ein bewusst scharf gezeichnetes Werkzeug für jene, die das Fahren als Erlebnis und nicht als Pflichtstrecke verstehen. Der Preis für ein solches Gesamtpaket liegt entsprechend hoch, bewegt sich jedoch auf dem Niveau exklusiver, individuell gefertigter Hochleistungssportwagen und reflektiert sowohl die aufwendige Restaurierung der historischen Ikone als auch die handwerklich geprägte Fertigung des modernen Sonderwunsch-Modells.

Bilder: Hersteller