
Mit dem Opel Corsa GSE Vision Gran Turismo zeigt die Marke, wie radikal eine elektrische Fahrmaschine gedacht werden kann, wenn alle Alltagszwänge ausgeblendet werden. Das Konzeptfahrzeug, 2025 präsentiert, versteht sich als Inbegriff der neuen Submarke Grand Sport Electric (GSE) und verbindet reale Ingenieurskunst mit der digitalen Welt der Rennsimulationen. Der Corsa GSE Vision Gran Turismo ist als sogenanntes phygitales Konzept entwickelt worden: ein Auto, das sowohl auf einer Messebühne als auch im Rennspiel vollständig erlebbar ist.
Für Enthusiasten, die in klassischen Corsa-Baureihen eher den kompakten Alltagshelden sehen, öffnet sich hier ein völlig anderes Kapitel. Dieses Showcar ist kompromisslos auf Performance und Fahrdynamik ausgelegt, mit einer technischen Datenkarte, die sonst eher aus der Liga von Hypercars bekannt ist – nur eben vollelektrisch. Dass Opel diesen Schritt in einer Mischung aus realer Studie und virtueller Rennmaschine wagt, unterstreicht den Anspruch, GSE nicht als Logo, sondern als Leistungsversprechen zu verstehen.
800 PS elektrisch: Leistungswerte aus der Hypercar-Welt

Kern des Opel Corsa GSE Vision Gran Turismo ist ein vollelektrischer Allradantrieb mit zwei E-Motoren, jeweils an Vorder- und Hinterachse angeordnet. Jeder Motor leistet 350 kW, zusammen ergibt das beeindruckende 588 kW – umgerechnet 800 PS. Dazu kommen 800 Nm Drehmoment, das ohne Turboloch oder Schaltunterbrechung zur Verfügung steht. Für Fans brachialer Beschleunigung ist entscheidend, was das auf der Straße bedeutet: Der Sprint von 0 auf 100 km/h dauert nur 2,0 Sekunden. In dieser Disziplin fährt der Corsa GSE Vision Gran Turismo in einer Liga mit den schnellsten Elektroautos der Welt.
Auch die Höchstgeschwindigkeit gehört nicht in die Kategorie „Spielzeug“: Mit 320 km/h ist das Konzeptfahrzeug deutlich schneller als die meisten serientauglichen Sportwagen. Möglich macht das nicht nur der Antrieb selbst, sondern auch die konsequente Auslegung des Fahrzeugs als Leichtbauprojekt. Mit nur 1.170 kg Leergewicht ist der Corsa GSE Vision Gran Turismo für ein Elektrofahrzeug außergewöhnlich leicht, was Handling, Beschleunigung und Bremsleistung gleichermaßen zugutekommt. Für Fahrerinnen und Fahrer, die das Limit in der Kurve suchen, ist dieses geringe Gewicht mindestens so reizvoll wie die reine PS-Zahl.
Leichtbau, 82-kWh-Batterie und Boost-Funktion

Das Antriebskonzept des Corsa GSE Vision Gran Turismo kombiniert zwei starke E-Motoren mit einer 82-kWh-Hochvoltbatterie. Im Fokus steht hier weniger Reichweitenrekord, sondern eine Energieversorgung, die wiederholbare, hochdynamische Fahrten ermöglicht – ganz im Sinne eines virtuellen Langstreckenrennens. Die Batterie speist ein permanent arbeitendes Allrad-System, das für maximale Traktion beim Herausbeschleunigen aus engen Kurven sorgt. Unterstützt wird das Ganze von einem Ein-Gang-Getriebe, das für linearen Schub ohne Schaltunterbrechungen sorgt.
Besonders interessant für Fahrdynamik-Fans ist die integrierte Boost-Funktion. Für bis zu vier Sekunden stellt das System zusätzliche 59 kW, also rund 80 PS, zur Verfügung. Das kann auf einer virtuellen oder realen Geraden den Unterschied zwischen Angriff und Verteidigung ausmachen, etwa beim Überholmanöver kurz vor der Bremszone. Nach dem Einsatz benötigt das System etwa 80 Sekunden, um wieder vollständig bereit zu sein – ein taktisches Element, das perfekt zur Rennspiel-DNA des Fahrzeugs passt. In der Praxis entsteht so ein zusätzlicher Layer an Strategie, der Fahrern erlaubt, den Leistungseinsatz bewusst zu planen.
Aerodynamik: Funktionelle Formen statt Showeffekte

Der Opel Corsa GSE Vision Gran Turismo folgt außen einer klaren Devise: Jede Linie soll eine Aufgabe erfüllen. Die Karosserie wurde mit aero-optimisierter Motorhaube, sogenannten Aero-Blade-Kotflügelverbreiterungen, einem aktiven Heckdiffusor und einem aktiven Heckspoiler konsequent auf Abtrieb und Effizienz getrimmt. Für Fahrer, die ihre Rundenzeiten ernst nehmen, bedeutet das mehr Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten, präziseres Einlenken und bessere Traktion am Kurvenausgang.
Optisch trägt das Fahrzeug die aktuelle Designsprache der Marke in eine extreme Zukunftsvariante. Die Front wird vom neuen Opel Vizor geprägt, in den die charakteristische Compass-Signatur eingebettet ist. Ein zentrales Licht-„Rückgrat“ zieht sich über das Fahrzeug und verbindet die Elemente visuell. Am Heck verschmilzt ein breites Rücklichtband mit der Heckscheibe, in das der Opel-Schriftzug auf dem zentralen Lichtspine integriert ist. Eine Besonderheit ist die hintere Bremslicht-Signatur im Compass-Stil, realisiert über Edge-Lighting-Technologie. Diese unverwechselbare Lichtgrafik verleiht dem Auto einen hohen Wiedererkennungswert – sowohl auf der Messefläche als auch in der virtuellen Boxengasse.
Innenraum als Rennfahrerkapsel

Der Innenraum des Corsa GSE Vision Gran Turismo folgt bewusst einer radikalen Reduktion. Statt eines klassischen Cockpits mit mehreren Sitzen gibt es eine auf den Fahrer fokussierte Umgebung. Eine ultraleichte, schwebend wirkende Rennschale bildet den Dreh- und Angelpunkt. Sie sorgt für die notwendige Seitenführung und vermittelt unmittelbaren Kontakt zum Fahrzeug – genau das, was ambitionierte Fahrer auf der Rennstrecke suchen. Unterstützt wird dieses Konzept von einem schlanken, dünnrandigen Lenkrad, das auf überflüssige Bedienelemente verzichtet.
Die Materialwahl im Innenraum spiegelt den Technikfokus des Fahrzeugs wider. Illuminierte technische Stoffe, die in Türverkleidungen und Sitz integriert sind, bringen Lichtinseln in den sonst bewusst clean gehaltenen Innenraum. Diese leuchtenden Inlays unterstreichen den phygitalen Charakter des Konzeptes: ein Interieur, das gleichzeitig haptisch und visuell wie aus der Zukunft wirkt, ohne in reinen Showeffekt zu verfallen. Für Liebhaber konsequenter Rennfahrerkonzepte bietet der Corsa GSE Vision Gran Turismo damit eine Art Kapsel, die auf das Wesentliche reduziert ist – das Fahren.
Phygitaler Auftritt und Gran-Turismo-DNA
Der öffentliche Auftritt des Corsa GSE Vision Gran Turismo ist Teil des Gesamtkonzepts. Die Weltpremiere auf der IAA Mobility 2025 in München setzte ihn als phygitales Exponat in Szene: realer Showcar-Körper, eingebettet in eine digitale Erlebniswelt. Kurz darauf war das Fahrzeug bei einem Event der Gran Turismo World Series in Berlin live auf der Bühne zu sehen – eine Bühne, die für eingefleischte Sim-Racer fast schon heiliger Boden ist.
Konsequent führt Opel diesen Ansatz in die Wohnzimmer der Community weiter: Der Corsa GSE Vision Gran Turismo ist in Gran Turismo 7 für PlayStation 4 und 5 spielbar und markiert dort den ersten Auftritt der Marke in der Vision-Gran-Turismo-Reihe. Damit erschließt Opel eine Zielgruppe, in der Fahrdynamik, Rundenzeiten und Fahrzeuggefühl seit Jahren intensiv diskutiert werden. Das Projekt wurde zudem in einer sechsteiligen Social-Media-Videoserie unter dem Titel „OMG! GSE“ begleitet, die Entwicklung und Debüt des Fahrzeugs nachzeichnet. Aussagen von Opel-Management und Gran-Turismo-Schöpfer Kazunori Yamauchi betonen, dass der Corsa GSE Vision Gran Turismo einen Ausblick auf kommende GSE-Modelle geben soll – also mehr ist als ein einmaliger Showeffekt.
Bilder: Hersteller



