Maserati MCPURA als Carabinieri-Einsatzfahrzeug mit Polizei-Beklebung und Blaulicht, aufgenommen vor dunklem Hintergrund mit italienischer Flagge aus Lichtstreifen.
Der neue Maserati MCPURA in Carabinieri-Lackierung, präsentiert im Generalkommando in Rom als spezielles Einsatzfahrzeug für den Transport von Organen und Blut. (Foto: Hersteller)

Maserati MCPURA und Giulia QV für Organtransporte im Einsatz

Frontansicht eines Maserati MCPURA in Carabinieri-Lackierung mit geöffneten Flügeltüren, eingeschaltetem Blaulicht und italienischer Flagge im Hintergrund.
Der neue Maserati MCPURA in Sonderausführung für die Carabinieri, ausgestattet für Organ- und Bluttransporte. (Foto: Hersteller)

Wenn ein Organ unterwegs ist, zählt jede Minute. Genau hier setzt ein ungewöhnliches Duo an, das in Rom offiziell in Dienst gestellt wurde: ein Maserati MCPURA und eine Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio, beide in Carabinieri-Lackierung und speziell für den eiligen Transport von Organen und Blut ausgerüstet. Präsentiert wurden die Fahrzeuge am 27. Oktober 2025 im Generalkommando der Carabinieri in Rom – ein symbolischer Ort für eine ebenso symbolträchtige Aufgabe.

Hinter der nüchternen Formulierung „dringender Transport von Organen und Blut“ verbirgt sich ein Einsatzprofil, das die Grenzen klassischer Polizeifahrzeuge sprengt. Höchste Geschwindigkeit, maximale Stabilität, überdurchschnittliche Zuverlässigkeit und spezielle medizinische Ausrüstung müssen eine Einheit bilden. Dass ausgerechnet ein Hochleistungs-Coupé aus Modena und eine sportliche Limousine aus Cassino diese Rolle übernehmen, zeigt, wie sich automobile Leistung und funktionale Notfalllogistik überschneiden.

Die offizielle Übergabe war auch ein Treffen prominenter Namen: Anwesend waren unter anderem der Generalkommando der Carabinieri, Gen. C.A. Salvatore Luongo, der Stabschef Gen. C.A. Andrea Taurelli Salimbeni sowie Gen. D. Antonio Di Stasio vom Logistikressort. Auf Herstellerseite markierten der CEO von Stellantis, Antonio Filosa, sowie mehrere Spitzenmanager von Maserati und Alfa Romeo die Bedeutung dieser Kooperation. Für Sportwagenfans und Technikbegeisterte ist klar: Hier wird Performance in den Dienst der Medizin gestellt.

Maserati MCPURA: Kohlefaser-Monocoque für die Minute Null

Maserati MCPURA der Carabinieri mit eingeschaltetem Blaulicht, fotografiert von hinten vor dunklem Hintergrund und beleuchteter italienischer Flagge
Heckansicht des Maserati MCPURA in Carabinieri-Ausführung mit Blaulicht und italienischer Flagge im Studio (Foto: Hersteller)

Der Maserati MCPURA ist das emotionalste Fahrzeug in diesem besonderen Fuhrpark – ein Hochleistungs-Coupé mit Kohlefaser-Monocoque, entwickelt im Maserati Centro Stile und gefertigt in Modena. Schon die Grundarchitektur verrät, dass hier Rennsport-DNA im Spiel ist. Ein Monocoque aus Carbon bietet nicht nur ein extrem niedriges Gewicht, sondern auch eine beeindruckende Torsionssteifigkeit. Für den Alltag bedeutet das: präzises Einlenken, stabiler Geradeauslauf bei sehr hohen Geschwindigkeiten und ein Sicherheitsniveau, das in dieser Klasse Maßstäbe setzt.

Maserati MCPURA in Carabinieri-Lackierung mit Blaulicht, seitliche Ansicht in dunkler Halle neben italienischer Flagge.
Der neue Maserati MCPURA im Dienst der Carabinieri, ausgestattet für den schnellen Transport von Organen und Blut in Italien. (Foto: Hersteller)

Unter der Haube arbeitet ein 3,0-Liter-V6-Biturbo Nettuno mit 630 PS, was etwa 463 kW entspricht. Die Ingenieure setzen dabei auf eine patentierte Vorkammer-Verbrennungstechnologie, die ihren Ursprung im Motorsport hat. Vereinfacht gesagt, wird der Kraftstoff in einer zusätzlichen kleinen Kammer gezündet, bevor die Hauptverbrennung im Zylinder stattfindet. Das sorgt für eine effiziente und saubere Verbrennung, hohe Leistungsausbeute und spontane Gasannahme – Eigenschaften, die bei einem Einsatzfahrzeug entscheidend sind, wenn aus dem Stand oder aus mittleren Geschwindigkeiten heraus sofort maximale Beschleunigung gefragt ist.

Spannend ist beim MCPURA genau dieses Nettuno-Triebwerk. In Verbindung mit der leichten Kohlefaser-Struktur entsteht ein Fahrgefühl, das normalerweise eher auf Rennstrecken zuhause ist. Für Organtransporte bedeutet das: konstant hohe Reisegeschwindigkeiten, auch auf langen Distanzen, ohne dass die Stabilität leidet. Im Grenzbereich vermittelt der Antrieb in Kombination mit dem Fahrwerk jene Souveränität, die die Besatzung benötigt, um sich auf den Auftrag zu konzentrieren.

Spezialausrüstung im Maserati: Highspeed trifft Highcare

Innenraum eines Maserati MCPURA mit Sportsitzen und modernen Bedienelementen, aufgenommen aus der Fahrerseite
Cockpit und Sportsitze des spezialisierten Maserati MCPURA für Organtransporte im Dienst der Carabinieri (Foto: Hersteller)

Damit der Maserati nicht nur schnell, sondern auch medizinisch sinnvoll unterwegs ist, wurde er mit spezieller Ausrüstung für den raschen und sicheren Transport von Organen und Blut bestückt. Die Details der Einrichtung bleiben zwar im Hintergrund, doch klar ist: Es geht um geregelte Temperaturen, stoßsichere Befestigungen und eine Infrastruktur, die es erlaubt, hochsensible Fracht auch bei extrem dynamischer Fahrweise unversehrt ans Ziel zu bringen.

Detailaufnahme eines Steuerpanels im Dachhimmel eines Carabinieri-Einsatzfahrzeugs zur Bedienung von Signalanlage und Spezialausstattung
Spezielle Steuerungseinheit für Signalanlagen und Notfallausstattung im Einsatzwagen der Carabinieri (Foto: Hersteller)

Gerade hier zeigt sich die Stärke des technischen Gesamtkonzepts. Die Kombination aus Kohlefaser-Monocoque und fein abgestimmtem Fahrwerk minimiert Karosseriebewegungen. Das schont nicht nur das Material, sondern sorgt auch dafür, dass empfindliche medizinische Behälter möglichst wenig Vibrationen und Stößen ausgesetzt sind. Wer Sportwagen üblicherweise mit harter Federung und Nervosität verbindet, erlebt hier eine andere Interpretation: Die Technik wird gebändigt, um Stabilität und Präzision in den Vordergrund zu rücken.

Leuchtendes Blaulicht auf dem Dach eines Einsatzfahrzeugs bei Nacht
Modernes Blaulicht auf einem Fahrzeugdach im Einsatz (Foto: Hersteller)

Hinzu kommen die typischen Anforderungen an ein Einsatzfahrzeug: Signalanlagen, Kommunikationssysteme und eine klare, funktionale Innenraumgestaltung, die auf schnelle Bedienbarkeit ausgelegt ist. Die Carabinieri erhalten damit ein Werkzeug, das weit mehr ist als ein Prestigeobjekt. Es ist das erste Mal überhaupt, dass ein Maserati in den Fuhrpark der Carabinieri aufgenommen wird – ein Meilenstein für die Marke, der sich im täglichen Ernstfall bewähren muss.

Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio: Die Rückkehr der Gazzella

Neben dem Coupé steht mit der Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio eine sportliche Limousine in den Farben der Carabinieri bereit. Gebaut im Werk Cassino, schließt sie an eine Tradition an, die bis in die frühen 1950er Jahre zurückreicht. Schon 1951 wurde mit der 1900 M „Matta“ das erste Alfa-Modell an die Carabinieri ausgeliefert, gefolgt von der 1900 Limousine, die 1952 als erste offizielle „Gazzella“ in Dienst ging. Später prägten Modelle wie Giulia der 1960er, Alfetta, 90, 75, 155, 156, 159 und die moderne Giulia Quadrifoglio das Straßenbild der italienischen Ordnungskräfte.

Die aktuelle Giulia Quadrifoglio knüpft optisch und technisch an diese Linie an, trägt aber eine klar definierte Zusatzaufgabe: Sie ist für Not- und Organtransporte gerüstet. Unter der Haube arbeitet ein V6-Biturbo mit 520 PS, also rund 383 kW. Die Leistung liegt damit leicht unter der des Maserati, doch die Charakteristik ist ähnlich: hohes Drehmoment, spontane Leistungsentfaltung und ausreichend Reserven für hohe Dauergeschwindigkeiten, wenn Blaulicht und Martinshorn freie Bahn schaffen.

Technisch setzt die Giulia Quadrifoglio auf klassische Sportgene: Hinterradantrieb, ein mechanisches selbstsperrendes Differenzial an der Hinterachse und ein Sportfahrwerk, das auf maximale Präzision ausgelegt ist. Für Fahrerinnen und Fahrer bedeutet das ein lebendiges Heck, hohe Agilität und jene Transparenz in der Rückmeldung, die Alfa-Fans seit Jahrzehnten schätzen. Im Einsatzkontext übersetzt sich das in schnelle Richtungswechsel, stabiles Bremsverhalten und gute Beherrschbarkeit auch auf wechselnden Fahrbahnbelägen.

Quadrifoglio Verde: Emblem mit Geschichte und Verantwortung

Auf den vorderen Kotflügeln trägt die Giulia das legendäre Quadrifoglio Verde – das vierblättrige Kleeblatt, seit den 1920er Jahren Symbol für die besonders sportlichen Modelle der Marke. Ursprünglich als Glücksbringer auf Rennfahrzeugen positioniert, steht es heute für das obere Leistungssegment im Alfa-Programm. Im Fall der Carabinieri-Giulia bekommt dieses Symbol eine zusätzliche Bedeutung: Es steht nicht nur für Geschwindigkeit und Fahrspaß, sondern auch für die Verantwortung, mit dieser Leistung Leben zu retten.

Die Limousine erhält, wie der Maserati, spezielle Einrichtungen zum Transport von Organen und Blut. Dazu zählen gesicherte Bereiche für die medizinischen Behälter, technische Lösungen zur Aufrechterhaltung der erforderlichen Bedingungen sowie eine auf Notfalleinsätze zugeschnittene Sicherheitsausstattung. Die Giulia Quadrifoglio kombiniert damit den Auftritt einer Hochleistungs-Sportlimousine mit der Funktionalität eines spezialisierten Einsatzfahrzeugs.

In der Tradition der „Gazzelle“ der Carabinieri positioniert sich die Giulia damit als moderner Nachfolger einer langen Ahnenreihe. Die Verbindung aus historischer Kontinuität und aktueller Hochtechnologie sorgt dafür, dass sich das Fahrzeug nahtlos in das Selbstverständnis des Korps einfügt – nur eben mit deutlich höheren Leistungs- und Sicherheitsreserven als in den frühen Jahrzehnten dieser Partnerschaft.

Stellantis und Carabinieri: Strategie, Geschichte und Zukunft

Die Übergabe von Maserati MCPURA und Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio ist mehr als eine reine Fahrzeugbestellung. Sie ist Ausdruck einer strategischen Zusammenarbeit zwischen Stellantis und den Carabinieri. Ziel ist es, hochperformante, speziell ausgerüstete Fahrzeuge bereitzustellen, die in lebenswichtigen medizinischen Missionen maximale Geschwindigkeit, Sicherheit und Zuverlässigkeit garantieren. Die nun ausgelieferten Modelle sind ein weiterer Baustein in einer Partnerschaft, die längst historisch gewachsen ist.

Gerade die Historie von Alfa Romeo bei den Carabinieri unterstreicht diesen Punkt. Seit den 1950er Jahren stehen die Fahrzeuge der Marke für Schnelligkeit und Präsenz im Straßenbild, für technisches Niveau und eine gewisse emotionale Komponente, die in Italien untrennbar mit dem Thema Automobil verbunden ist. Mit der Einbindung von Maserati wird diese Geschichte fortgeschrieben – erstmals trägt nun auch ein Coupé aus Modena die Uniform der Carabinieri.

Für Fans leistungsstarker Fahrzeuge zeigt dieses Projekt, wie moderne Sportwagen in hochspezialisierte Einsatzmittel umgewandelt werden können. Kohlefaser-Monocoque, Biturbo-V6 mit Vorkammer-Technik, mechanisches Sperrdifferenzial und Sportfahrwerke dienen nicht mehr nur Rundenzeiten, sondern machen medizinische Transporte schneller und sicherer. Eine Preisinformation zu diesen maßgeschneiderten Einsatzfahrzeugen wird nicht genannt; die Fahrzeuge sind nicht für den freien Verkauf vorgesehen und entziehen sich klassischer Marktpreiseinschätzungen.

Bilder: Hersteller