Der Ferrari 208 GTB ist ein eigenes Kapitel in der Geschichte von Maranello: ein V8 mit weniger als zwei Litern Hubraum, gezeichnet im Keil-Stil von Pininfarina und gebaut, um italienische Steuerregeln zu umgehen. 1980 vorgestellt, übernahm er Karosserie und Auftritt des 308 GTB, blieb außen wie innen fast identisch – und wirkte doch wie ein Geheimnis für Kenner. Das hier beschriebene Coupé, erstmals im Juli 1981 zugelassen, verkörpert diese Aura: ein roter, links gelenkter Berlinetta mit manueller Fünfgang-Schaltung, zwei Türen und sportlicher Eleganz. Es steht derzeit zum Verkauf und zeigt, wie Enthusiasten solche Automobile bewahren.
Historischer Kontext des Ferrari 208 GTB

Hinter dem 208 GTB stand eine klare Idee: Unter zwei Litern Hubraum blieben in Italien hohe Steuern erspart. Ferrari reagierte 1980 mit dem 208 GTB (und dem offenen 208 GTS) und baute die frei saugende Variante bis 1982. Nur 160 Exemplare entstanden – alle links gelenkt. Technisch blieb die Verwandtschaft zum 308 erkennbar, visuell war das Modell fast identisch: dieselbe Berlinetta-Linie, dieselbe Targa-Interpretation beim GTS. Doch der 208 GTB setzte auf einen 90-Grad-V8 mit 1.991 cm³, der seine Leistung über Drehzahl entfaltete. Ab 1982 kam der 208 GTB Turbo hinzu, dessen rund 220 PS den Emissionsvorgaben Rechnung trugen – der frei saugende 208 GTB blieb jedoch das pure Original der kurzen Bauzeit.
Design und Interieur: Pininfarina-Klarheit
Die Formensprache ist ein klassischer Ferrari: ein straffer Keil, eine niedrige Nase mit Aluminium-Gitter und seitliche Lufteinlässe, die die Mittelmotor-Architektur betonen. Mit 4.230 mm Länge, 1.720 mm Breite und 2.340 mm Radstand bietet er Proportionen für Agilität und Stabilität. Innen gibt es Sportsitze in Leder und ein Dreispeichen-Lenkrad. Das Instrumentarium ist fahrerorientiert; Uhr und Öltemperatur sind leicht erreichbar. Auf der Mittelkonsole liegt der Schalthebel mit offenem Schema neben Handbremse und Schaltern – eine einfache, mechanische Inszenierung. Rot außen, klassisch innen: Hier zählt die Essenz.
Technik und Fahrwerk: Präzision aus Maranello


Im Zentrum steht der 90-Grad-V8 mit 1.991 cm³, der 155 PS bei 7.700 U/min leistet und 170 Nm bietet. Gekoppelt an ein manuelles Fünfgang-Getriebe treibt er die Hinterräder an. Mit 1.302 Kilogramm Leergewicht und 213 km/h Spitze zeigt der 208 GTB Faszination jenseits reiner Zahlen. Doppelquerlenker, Schraubenfedern und Stabilisatoren sorgen für feine Rückmeldung. Belüftete Scheibenbremsen ringsum liefern saubere Verzögerung. Das Ergebnis ist ein präziser, leichtfüßiger Mittelmotor-Sportwagen.
Der Reiz des Zwei-Liter-V8
Das faszinierende Detail ist der unter zwei Liter große V8. Er fordert den Fahrer und belohnt mit Leistung über Drehzahl und spürbarer Mechanik. Der Gangwechsel wird zur Choreografie, bei der jeder Schaltvorgang einrastet. 155 PS mögen bescheiden wirken, doch mit dem geringen Gewicht und der straffen Abstimmung entsteht eine eigene Fahrkultur. Der 208 GTB übersetzt Effizienz in Charakter – reduziert und direkt, wie Sportwagenfreunde es schätzen.
Seltenheit, Pflege und die Rolle der Sammlung
Seltenheit prägt die Wahrnehmung: 160 gebaute frei saugende 208 GTB, allesamt Linkslenker, machen jedes Exemplar besonders. Dieses Fahrzeug, erstmals 07/1981 zugelassen und mit 78.252 Kilometern, erzählt von bewusster Nutzung. Ein Besitzer, Schaltgetriebe, zwei Türen, der Auftritt in Rot: Das lässt Kenner aufhorchen. Solche Automobile werden in Sammlungen bewahrt, was ein Glücksfall für die Automobilkultur ist. Dieser Ferrari 208 GTB steht aktuell zum Verkauf.
Preis: 109.000 Euro
Bilder: Anbieter des Fahrzeuges







