Foto: Michael Scheler

Der Dacia Duster: günstiger 4×4 fürs kleine Abenteuer

Wer in Europa ein bezahlbares Fahrzeug mit 4×4-Antrieb sucht und daraus einen Minicamper machen möchte, hat es seit Mitte 2025 deutlich schwerer. Seit der Suzuki Jimny hierzulande nicht mehr regulär angeboten wird – darüber wurde bereits berichtet – ist die Auswahl an kompakten Allrad-Klassikern spürbar geschrumpft. Wer nicht permanent ins harte Gelände will, findet bei Dacia eine naheliegende Alternative: Der neue Dacia Duster lässt sich zum preiswerten Jagdwagen oder – mit Dachzelt – sogar zum Minicamper umbauen – und bleibt je nach Ausstattung und Umbau in der Regel um die 30.000 Euro.

Der Dacia Duster – günstige Allrad-Alternative

Im April 2010 brachte Renault den Duster unter dem Label Dacia auf den Markt. Ein Detail am Rande: Außerhalb der EU läuft das Modell in vielen Märkten als Renault Duster. Von Beginn an war klar, worum es geht: ein SUV (auf Wunsch mit Allrad), das preislich deutlich unter dem Segment-Durchschnitt liegt. Genau diese Mischung machte den Duster schnell zum Erfolgsmodell.

Der Duster eignet sich auch hervorragend als günstiges 4×4-Fahrzeug für Jäger. (Foto: Michael Scheler)

Natürlich gilt damals wie heute: Wer günstig kauft, muss bei der Ausstattung Prioritäten setzen. Im aktuellen Modell fehlen je nach Variante zum Beispiel Komfortdetails wie Sitzheizung, Scheinwerfer-Reinigungsdüsen oder beheizbare Außenspiegel. Auf der anderen Seite steht ein Preis, der in dieser Klasse selten geworden ist: Für die günstigste 4×4-Ausführung werden 25.690 Euro aufgerufen. Ohne Allrad startet der Duster bereits bei knapp 19.000 Euro. So viel Auto fürs Geld – das ist inzwischen eine echte Ausnahme.

Dacia Duster
Wir konnten den neuen Dacia Duster rund 14 Tage lang ausführlich Probe fahren – auf und abseits der Straße. (Foto: Michael Scheler)

Der neue Duster TCe 130 4×4 Extreme stand bei uns für 14 Tage ausführlich auf dem Prüfstand – auf der Straße, auf der Autobahn und abseits befestigter Wege. Zusätzlich gab es die Gelegenheit, eine Runde im von Taubenreuther aus Kulmbach umgebauten Duster zu drehen und zu sehen, wie sich das Setup mit Dachzelt auf dem nachgerüsteten Dachträger im Alltag anfühlt.

Der neue Dacia Duster als Minicamper mit Dachzelt

Minicamper sind längst mehr als ein Trend: Ein Auto, das werktags ganz normal genutzt wird und am Wochenende oder im Urlaub als Schlafplatz dient, trifft den Nerv vieler Fahrerinnen und Fahrer. Besonders dann, wenn das Budget nicht grenzenlos ist. Der Duster passt in dieses Konzept: Mit Dachzelt – und optional ergänzt durch Dacias Camping-Innenraum-Schlafpaket (3-in-1-Box mit ausklappbarer Matratze) – entsteht ein kompakter Camper, der je nach Nutzung sogar für bis zu fünf Personen taugt. Das ist interessant für Familien, ebenso wie für junge Leute, die mit dem eigenen Auto in den ersten Roadtrip starten möchten.

Der neue Dacia Duster als Minicamper mit Dachzelt
Mit einem Dachzelt – hier das Hartschalen-Dachzelt von Rhino Rack – wird der Duster zum günstigen Minicamper. (Foto: Taubenreuther)

Taubenreuther setzte beim Umbau auf das Rhino-Rack-Hartschalen-Dachzelt für zwei Personen. Mit rund 2.700 Euro ist das kein Schnäppchen, dafür robust und schnell auf- sowie zugeklappt. Wer günstiger einsteigen will, kann das Konzept auch mit dem Soft-Shell-Dachzelt des Herstellers umsetzen (rund 1.850 Euro). Montiert ist das Dachzelt auf einer Rhino-Rack Pioneer Plattform 6, kombiniert mit dem neuen Taubenreuther-Dachträger-Halteset für den aktuellen Duster.

Im Hartschalen-Dachzelt finden zwei Personen bequem Platz. Die Matratze ist ausreichend dick und für die meisten Einsätze angenehm. Wer den Komfort weiter steigern möchte, kann auf Mesh-Unterlage, Topper und/oder eine selbstaufblasende Zusatzmatratze zurückgreifen, die Rhino-Rack passend für dieses Zelt anbietet. In einem eigens produzierten Video stellt Bernd Taubenreuther die neuen Produkte und Optionen vor.

Die übrigen Taubenreuther-Umbauten am neuen Dacia Duster

Bei Taubenreuther – ganz klar – blieb es jedoch nicht beim Dachzelt: Der Duster bekam weitere Offroad-taugliche Zutaten. Zentral ist das rund 30 Millimeter höhere Fahrwerk mit Federn von Old Man Emu und Koni-Stoßdämpfern. Zusammen mit den gröberen Reifen wächst nicht nur die Bodenfreiheit – auch das Abrollen wirkt spürbar satter. Montiert sind Goodyear Wrangler Duratrac RT in 275/70 R16 auf 16-Zoll-Borbet-Felgen. Gegenüber der Serie ist das ein Zoll weniger Felgendurchmesser – im Gelände oft die sinnvollere Wahl.

Der neue Dacia Duster als Minicamper mit Dachzelt
Natürlich haben die Profis aus Kulmbach dem Duster noch ein paar weitere Upgrades, wie ein höheres Fahrwerk und größere Räder, spendiert. (Foto: Michael Scheler)

Für den Unterboden gibt es zusätzlich das komplette Set an Taubenreuther-Unterfahrschutzplatten. Damit sind wichtige Komponenten dort geschützt, wo es auf ruppigen Pisten schnell teuer werden kann. Ob der Abstecher über Waschbrettpisten zum einsamen See oder der steinige Weg hinauf in Richtung Berge: Das Konzept zielt darauf, sorgenfreier unterwegs zu sein. Am Ziel genügt dann ein Griff – Dachzelt aufklappen, fertig ist das Nachtlager.

Der neue Dacia Duster als Minicamper mit Dachzelt
Mit dem Taubenreuther-Fahrwerksumbau ist der Duster bestens für unebene Pisten geeignet. (Foto: Michael Scheler)

Unser Fazit zum neuen Dacia Duster als Minicamper mit Dachzelt

Nach rund 14 Tagen auf Straßen, Autobahnen und im leichten Gelände zeigt sich: Der neue Duster bleibt ein angenehm ehrliches Auto zum moderaten Preis – und damit eine echte Option für alle, die kein Vermögen in ein Fahrzeug stecken wollen oder können. Mit Dachzelt wird daraus ein Minicamper, der auch abseits klassischer Campingplätze ein Nachtquartier ermöglicht – selbstverständlich unter Beachtung der jeweils geltenden Regeln und Vorschriften.

Der neue Dacia Duster als Minicamper mit Dachzelt
Zwei Personen haben im Rhino-Rack-Dachzelt bequem Platz. (Foto: Taubenreuther)

Wer das Maximum aus dem Duster herausholen möchte, sollte sich den Fahrwerksumbau samt größerer Räder ansehen. Der Unterschied zur Serie ist bereits nach wenigen Kilometern deutlich spürbar: Das Setup wirkt souveräner, komfortabler und stimmiger – gerade dann, wenn regelmäßig Schotter, Waldwege oder schlechte Pisten auf dem Plan stehen. Für Interessierte dürfte Kulmbach damit eine der ersten Adressen sein.

Der neue Dacia Duster als Minicamper mit Dachzelt
Unser Tipp für alle, die sich einen neuen Dacia Duster kaufen: auf das Taubenreuther-Fahrwerk umrüsten. Der Wagen fährt sich damit deutlich besser und komfortabler. (Foto: Michael Scheler)

Doch auch ohne Fahrwerksupgrade bleibt der Allrad-Duster ein nachvollziehbar günstiger Einstieg ins 4×4-Thema. Wer auf Allrad verzichtet und zum Soft-Shell-Dachzelt von Rhino-Rack greift, landet bei einem Setup, das für gute 20.000 Euro ein geräumiges Alltagsauto mit Urlaubs-Qualitäten verspricht. Viel günstiger lässt sich das „Ein Auto – zwei Welten“-Prinzip derzeit kaum umsetzen.

Bilder: Michael Scheler, Taubenreuther