Die City Bobber von Thornton Hundred gehört zu jenen Motorrädern, die selbst im hektischen Stadtverkehr nicht einfach vorbeifahren, sondern Spuren im Gedächtnis hinterlassen. Als konsequent auf urbanes Fahren zugeschnittene Bobber interpretiert sie das klassische Konzept radikal modern: kompakt, kraftvoll und mit einer Optik, die zwischen Industrieobjekt und Custom-Kunstwerk pendelt. Wer eine Maschine sucht, die in engen Gassen ebenso beeindruckt wie an lauen Sommerabenden vor dem Café, findet hier einen sehr speziellen Charakter.
Fokus auf die City Bobber als urbanen Charakterkopf

Herz der City Bobber ist ein 1,2-Liter-Parallel-Twin, wie gemacht für kurze, dichte Stadtetappen mit häufigem Beschleunigen und Verzögern. Das Drehmoment steht früh und satt bereit, die Leistungsentfaltung ist bewusst kraftbetont und bietet dieses typische Bobber-Gefühl: ein druckvoller Punch aus dem Drehzahlkeller, der Ampelstarts mühelos wirken lässt. Die spezielle Bobber-Abstimmung des Motors sorgt dafür, dass die Maschine eher mit Schub als mit Drehzahl glänzt – ein klarer Vorteil im urbanen Alltag, in dem es mehr auf Biss aus der Mitte als auf hohe Endgeschwindigkeiten ankommt.
Dazu kommen Pirelli Supercorsa Reifen, die normalerweise auf ambitionierten Sportbikes zuhause sind. Auf der City Bobber übertragen sie dieses sehr präzise, direkte Fahrgefühl in die Stadt. Schnelle Spurwechsel, ein beherztes Einlenken in die nächste Seitenstraße oder die schnelle Korrektur einer Linie auf unebenem Asphalt: Die Kombination aus sportlicher Gummimischung und der spezifischen Geometrie des Motorrads macht die Bobber zu einem handlichen Werkzeug im Verkehrsdickicht.
V4 Carbon Wide Räder: Technik als Designaussage

Ein technisches Highlight und zugleich ihr markantestes Merkmal sind die V4 Carbon Wide Räder. Diese von Thornton Hundred entwickelten Carbonfelgen sind deutlich breiter ausgelegt und bringen zusammen nur rund 18 Kilogramm auf die Waage. Die Gewichtsersparnis an rotierenden Massen ist gerade im Stop-and-go-Betrieb ein spürbarer Vorteil: Das Motorrad reagiert schneller auf Lenkimpulse, das Einlenken fühlt sich leichter an, und Richtungswechsel gelingen mit einer Selbstverständlichkeit, die man einem bulligen Bobber nicht ohne Weiteres zutrauen würde.
Gleichzeitig sind die Carbonräder eine optische Ansage. In Verbindung mit der individuellen Lackierung – jede City Bobber trägt ein eigenes Farbkleid – entsteht ein Auftritt, der gewollt nicht dezent ist. Die Räder fügen sich nicht nur funktional ins Fahrkonzept, sondern wirken wie ein zentrales Designelement, das den Blick magisch anzieht.
Einzelstück: Jede City Bobber ist „One of One“

Bemerkenswert ist der Ansatz, jede Bobber als Unikat zu bauen. Unter dem Dach von Thornton Hundred verlässt kein City-Bobber-Exemplar die Werkstatt wie ein anderes. „One of one“ ist hier nicht bloß ein Spruch, sondern Konzept: Jedes Motorrad wird von Hand in Großbritannien gefertigt, mit eigenständiger Ausführung und eigenem Stil. Für Sammlerinnen und Sammler, aber auch für all jene, die sich nicht mit Standardlösungen zufriedengeben, ist das ein starkes Argument. Im Zeitalter der Großserie vermittelt die City Bobber das selten gewordene Gefühl, tatsächlich ein Einzelstück zu fahren.

Zur handwerklichen Seite gehören zahlreiche Details, die man beim ersten flüchtigen Blick fast übersehen könnte. Die handgenähten Sitze beispielsweise wirken nicht nur hochwertig, sie prägen auch die Linie des Motorrads. Die Sitzbank fügt sich so in die Silhouette, dass eine sehr klare, aufgeräumte Optik entsteht – genau richtig für eine Bobber, die im urbanen Umfeld eher als stylisches Objekt wahrgenommen wird, ohne den Nutzwert zu vernachlässigen.
Handwerk, Sound und Komponenten für Enthusiasten

Technisch wie emotional prägend ist die Auspuffanlage. Der handgefertigte, auffällig gestaltete Auspuff verzichtet auf Baffles und setzt damit konsequent auf einen rohen, ungefilterten Klang. Gerade im Stadtverkehr, wo akustische Präsenz oft zur Wahrnehmungssicherheit beiträgt, wirkt dieses Klangbild wie eine akustische Signatur. Der Sound passt zur optischen Erscheinung: ungezähmt, leicht provokant, dabei aber stets kontrollierbar über das rechte Handgelenk.
Ein weiteres Element, das zur Alltagstauglichkeit beiträgt, ist die aufwendig gefertigte Hecklicht-Sitzhalterung. Sie ist aus einem Aluminiumblock fünfachsig gefräst und bietet eine Verstellmöglichkeit von rund 1,5 Zentimetern. Was nach einer kleinen Zahl klingt, macht beim individuellen Anpassen des Fahrerplatzes viel aus. Je nach Statur lässt sich die Sitzposition so feiner justieren, damit die Bobber nicht nur gut aussieht, sondern auch über längere Strecken in und um die Stadt bequem bleibt.
City Bobber Kit für Triumph Bonneville Bobber

Spannend ist, dass das City-Bobber-Konzept nicht nur als fertiges Motorrad, sondern auch als umfassendes Umrüstkit für die Triumph Bonneville Bobber (ab Baujahr 2018 mit Doppelscheibenbremse vorn) gedacht ist. Das City Bobber Kit bündelt zentrale Elemente der Komplettmaschine: den markant gestalteten Twisted-Auspuff, das V4 Carbon Wide Wheel Kit samt Carbonrädern, 310-Millimeter-Scheibenbremsen, kurzen gefrästen Vorderradkotflügeln sowie neuen Gabelbrücken und Achsen. Ergänzt wird das Ganze um seitlichen Kennzeichenhalter, Hecklicht-Sitzhalterung, Kühlerschutz, flachen Tankdeckel, verschiedene Schutz- und Zierbauteile sowie einen Kit für Lenkenden-Blinker.

Aus einer bereits beliebten Basis wie der Bonneville Bobber wird mit gezielten Komponenten ein eigenständiges Stadtmotorrad, das sowohl technisch als auch optisch einen Schritt weitergeht. Für Liebhaberinnen und Liebhaber klassischer Bobber-Linien, die dennoch auf moderne Materialien und einen betont urbanen Auftritt setzen möchten, ist das Paket eine reizvolle Option. Der Preis für die komplette City Bobber liegt bei 34.414 Pfund, das City Bobber Kit bei 18.473 Pfund.
FAQ
1) Für wen ist die Thornton Hundred City Bobber in der Großstadt besonders sinnvoll?
Die City Bobber richtet sich an Fahrerinnen und Fahrer, die im urbanen Alltag nicht einfach „irgendein“ Motorrad bewegen wollen, sondern ein starkes Statement. Durch den drehmomentbetonten 1,2‑Liter‑Parallel‑Twin wirkt sie beim Anfahren an Ampeln und beim Durchbeschleunigen aus niedrigen Drehzahlen sehr souverän – genau dort, wo Stadtverkehr entscheidet. Gleichzeitig bleibt sie durch ihre auf Agilität ausgelegte Idee (Stop-and-go, schnelle Richtungswechsel) alltagstauglich. Wer Wert auf Design, handwerkliche Individualität und eine sehr präsente Erscheinung legt, findet hier den passenden Charakterkopf.
2) Was bringen die V4 Carbon Wide Räder im Alltag – außer der Optik?
Die Carbonräder sind nicht nur „Show“, sondern beeinflussen das Fahrgefühl spürbar, weil sie rotierende Masse reduzieren. Gerade in der Stadt, wo permanent gebremst, eingelenkt und wieder beschleunigt wird, kann ein leichteres Rad-Setup das Motorrad williger machen: Lenkimpulse fühlen sich direkter an, das Einlenken gelingt leichter, und schnelle Korrekturen auf schlechtem Asphalt wirken weniger „träge“. Dadurch passt die Technik genau zum urbanen Einsatzprofil. Zusätzlich sind die breiten Carbonfelgen ein zentrales Designelement, das den Custom-Anspruch sichtbar macht und die Maschine sofort wiedererkennbar wirken lässt.
3) City Bobber komplett kaufen oder lieber das City Bobber Kit für die Triumph Bonneville Bobber?
Die Entscheidung hängt davon ab, ob du ein fertig abgestimmtes Unikat oder eine eigene Umbaugeschichte willst. Die komplette City Bobber ist als „One of one“ gedacht: handgefertigt, individuell lackiert, als Gesamtpaket inszeniert und damit eher Sammlerstück und Statement in einem. Das Kit ist spannend, wenn bereits eine Triumph Bonneville Bobber (ab 2018 mit Doppelscheibenbremse vorn) vorhanden ist oder wenn du bewusst auf einer bekannten Basis aufbauen möchtest. Es bündelt viele markante Komponenten (Auspuff, Carbonräder, Bremsen, Details), lässt dir aber mehr Raum für persönliche Prioritäten und Budgetplanung.


