Chrysler Series G-70 Phaeton von 1926 mit gelber und schwarzer Lackierung, Holzspeichenrädern und offenem Verdeck, frontal seitlich fotografiert.
Originaler Chrysler Series G-70 Phaeton von 1926 mit Patina, erkennbar am historischen Design, Holzspeichenrädern und schwarzem Faltdach. (Foto: Hersteller)

Chrysler G70 Phaeton 1926: Ein amerikanischer Traum

Der offene Viersitzer aus dem Jahr 1926 vereint amerikanische Robustheit mit einer Eleganz, die heute noch fasziniert. Als Phaeton — die offene Convertible-Variante der Chrysler Series G-70 — steht dieses Fahrzeug für den Anspruch einer neuen Automobilklasse in den mittleren 1920er Jahren. Die Phaeton-Ausführung wurde nur in begrenzter Stückzahl gefertigt und gehört heute zu den gesuchteren Varianten der Serie. Ihr Charme zeigt sich in Details wie dem schwarzen, faltbaren Verdeck mit Seitenscheiben und den traditionellen Holzspeichenrädern, Elemente, die Ästhetik und technische Einfachheit verbinden. Unter der Haube arbeitet ein 3,6-Liter Sechszylinder im L-Head-Design, gekoppelt an ein handgeschaltetes Drei-Gang-Getriebe und Hinterradantrieb — eine Konstellation, die für Verlässlichkeit und Laufruhe stand. Karosserie und Lack zeigen altersbedingte Patina.

Historie und Technik

Frontansicht eines gelb-schwarzen Chrysler Series G-70 Phaeton von 1926 mit offenen Verdeck und Holzspeichenrädern.
Historischer Chrysler G-70 Phaeton von 1926 mit typischer Patina und Holzspeichenrädern, fotografiert in einer klassischen Umgebung. (Foto: Hersteller)

Die Chrysler Serie 70 schrieb von 1924 bis 1931 eine Geschichte amerikanischer Mittelklassefahrzeuge; der G‑70 steht dabei für das Modelljahr 1926. Im Jahr 1926 entstanden 72.039 Exemplare des Modells, doch die Phaeton-Version blieb rar. Der 219 Kubikzoll (3,582 Liter) große L-Head-Sechszylinder lieferte rund 68 PS (ca. 50 kW) und sorgte für eine Mischung aus Drehmoment und zivilisiertem Laufverhalten. Kombiniert mit einem dreistufigen Schaltgetriebe und Kardanantrieb ergab sich ein solides Gesamtpaket, das in seiner Zeit fortschrittlich galt. Hydraulische Trommelbremsen an allen vier Rädern erhöhten die Sicherheit, bei einem Leergewicht von etwa 1.270 kg blieb das Fahrzeug handhabbar. Die Bandbreite an Karosserieformen reichte vom Roadster über Coupé bis hin zum Phaeton, wodurch Chrysler unterschiedliche Kundenwünsche ansprach.

Zustand und Charme

Chrysler G-70 Phaeton von 1926 in gelb-schwarz mit Holzspeichenrad und offenem Verdeck, Seitenansicht
Detailaufnahme eines Chrysler G-70 Phaeton von 1926 mit typischem Holzspeichenrad und zweifarbiger Karosserie (Foto: Hersteller)

Das vorliegende Exemplar zeigt Spuren der Jahrzehnte in Form von Patina, zweifarbiger Lackierung mit sichtbarem Verschleiß und kleinen Dellen oder Kratzern. Bei der Bewertung erhielt die Karosserie die Note 4 (sehr gut), das Interieur ebenfalls 4; es wirkt getragen, strahlt aber den Stil der 1920er-Jahre aus und bewahrt Authentizität. Technisch wird das Fahrzeug mit der Note 3 (gut) beschrieben, was auf zuverlässige Funktionen hinweist, aber kleinere Wartungsarbeiten sinnvoll erscheinen lässt. Insgesamt erhält der Chrysler eine Gesamtnote 4 (sehr gut), was seine Fahrbereitschaft trotz altersbedingter Mängel unterstreicht. Details wie das schwarze Faltdach mit Seitenscheiben und die Holzspeichenräder betonen handwerkliche Qualitätsmerkmale und verleihen dem Wagen ein historisches Flair. Die Innenausstattung benötigt nur kleinere Ersatzteile oder Reparaturen.

Ein Blick unter die Haube

Gelber Chrysler Series G-70 Phaeton von 1926, Viersitzer, mit schwarzem, gefaltetem Verdeck und originalen Holzspeichenrädern.
Detailansicht des Chrysler G-70 Phaeton (1926) mit Faltdach und Holzspeichenrädern (Foto: Hersteller)

Das Fahrzeug ist bereit, auf der Straße bewegt zu werden, sofern grundlegende Überprüfungen erfolgt sind. Der 3,6-Liter Reihen-Sechszylinder zeigt die Technik einer Epoche, in der Motoren auf Zuverlässigkeit und Laufruhe ausgelegt waren. Mit etwa 68 PS bietet er ein Fahrerlebnis, das auf entspannte Reisegeschwindigkeit abzielt. Die Kombination aus Holzelementen, klassischer Linienführung und dem faltbaren Verdeck erinnert an eine Zeit, in der Mobilität als Lebensstil verstanden wurde. Solche Fahrzeuge zeigen, wie technische Einfachheit und handwerk школа Ästhetik Faszination erzeugen können. Der Klang des Sechszylinders weckt Erinnerungen an den Aufbruch der 1920er-Jahre und unterstreicht die Verantwortung für Erhalt und Pflege.

Das Faltdach als Sinnbild

Heckansicht eines gelb-schwarzen Chrysler Series G-70 Phaeton von 1926 mit Reserverad und Faltverdeck im Originalzustand
Das Foto zeigt das markante Heck eines offenen Chrysler Series G-70 Phaeton aus dem Jahr 1926 mit Reserverad und schwarzem Faltverdeck. (Foto: Hersteller)

Das schwarze Verdeck mit Seitenscheiben war nicht nur praktischer Schutz gegen Wetter, sondern ein Ausdruck urbaner Mobilität. Die Technik erforderte präzise Verarbeitung, robuste Stoffe und stabile Mechanik. In Kombination mit den Holzspeichenrädern offenbart der Wagen eine Baukunst, die als Zeugnis handwerklicher Präzision gilt. Holzspeichen sorgen für Nachgiebigkeit und Dämpfung und symbolisieren eine Ästhetik, die Metallräder damals nicht erreichten. Solche Details machen das Fahren zu einem sinnlichen Erlebnis: das Klappern der Speichen, das Atmen des Motors und das Spiel von Licht auf dem Lack erzählen von Reisen und Menschen.

Fahrgefühl und Kontext

Innenansicht eines Chrysler G-70 Phaeton mit Holzlenkrad und Ledersitzbank, Baujahr 1926.
Blick auf das originale Cockpit, das Holzlenkrad und die Sitzbank des Chrysler G-70 Phaeton, Baujahr 1926. (Foto: Hersteller)

Für Liebhaber historischer Mobilität ist die Kombination aus Hinterradantrieb, Kardanwelle und hydraulischen Trommelbremsen bemerkenswert: Sie spiegelt den Sprung zu moderneren Sicherheits- und Komfortmerkmalen wider. Mit einem Leergewicht von rund 1.270 Kilogramm bietet der Chrysler ruhigen Geradeauslauf, ohne die Agilität zu beschweren. Der historische Kontext zeigt, dass Chrysler auf solide Ingenieurskunst setzte und mit attraktiver Gestaltung den aufstrebenden Mittelstand ansprach. Die zwei-tonige Lackierung unterstreicht Eleganz und Zurückhaltung. Innenraumdetails wie knarzende Holzteile und abgenutzte Polster erzeugen Authentizität, die musealen Charme und Nutzbarkeit verknüpft. Wer sich darauf einlässt, erlebt Mobilität als historische Erfahrung.

Kulturelle Bedeutung

Es ist ein soziales Gefährt, das Mobilität als Ausdruck von Lebensstil und Aufstieg transportierte. Die Chrysler Corporation, 1925 gegründet, etablierte mit Modellen wie dem G-70 einen Ruf für verlässliche Konstruktion und fortschrittliche Ausstattung. Die Modellpalette reichte vom Roadster bis zum 4-türigen Phaeton. Originalpreise lagen 1926 bei circa 1.400 bis 2.100 US-Dollar. Die Phaeton-Ausführung verbindet offene Reisefreude mit Präsenz und wurde oft von wohlhabenderen Besitzern bevorzugt. Im Zusammenspiel von Technik, Form und Materialität entsteht ein Bild historischer Mobilität. Restaurierungsmaßnahmen können diesen Wert erhalten und die Integrität bewahren.

Ein Traum auf Rädern

Wer sich diesem Fahrzeug nähert, sieht ein Zeugnis einer Epoche, in der Autos soziale und ästhetische Bedeutung hatten. Als Phaeton verbindet es Reisekomfort mit offenem Erleben; das Zurückfalten des Verdecks machte jede Ausfahrt zu einem Abenteuer. Als Teil einer Auktion wirkt der Wagen wie eine Einladung zum Träumen: Man kann sich vorstellen, wie er durch ländliche Alleen rollt, die Sonne auf dem Lack. Solch ein Fahrzeug ist Kultur, Handwerk und Erinnerung. Aktuelles Gebot: € 1.000 (Reserve erfüllt).

Bilder: Auktion