Historischer Porsche 911 in Rennausführung, Baujahr 1965, weiß mit blauen Rennstreifen und Startnummer 116, vor einer rostigen Wand.
Ein seltener Porsche 911 (Baujahr 1965) im Renntrimm, fotografiert vor einer rostigen Industriewand. (Fotos: Anbieter, siehe unten)

1965 Porsche 911 2.0L SWB

Ein frühes, kompakt proportioniertes Meisterwerk der Ingenieurskunst: der 1965 Porsche 911 mit 2,0‑Liter‑Boxermotor zeigt, wie sorgfältige Konstruktion und späterer Rennsportumbau zu einer automobilen Legende verschmelzen. Die Karosserie im ursprünglichen Gulf Blue und die kurze Radbasis verleihen dem Wagen eine Präsenz, die sowohl auf der Straße als auch auf der Rennstrecke wirkt. Als Baujahr ist der Wagen mit Fertigstellungsdatum 11. Oktober 1965 datiert, und seine Identität trägt die Fahrgestellnummer 302864. Unter der Heckklappe arbeitet der der Originalkonstruktion entsprechende luftgekühlte Sechszylinder mit 1.991 cm³ Hubraum und 130 PS; verbunden ist er mit einem fein abgestuften Fünfgang‑Schaltgetriebe. Diese Kombination erlaubte einst eine Höchstgeschwindigkeit von rund 210 km/h und machte den 911 zum dynamischen Nachfolger der 356er‑Ära. Das Fahrwerk wirkt agil und direkt, mit kurzer Radbasis typisch für die frühen SWB‑Modelle.

Von Straße zu Rennstrecke

Seitenansicht eines weißen Porsche 911 SWB von 1965 mit Startnummer 116 und Rennsportumbau, geparkt vor einer rostigen Metallwand
Historischer Porsche 911 mit kurzer Radbasis und Startnummer 116 vor verwitterter Industriemauer (Fotos: Anbieter, siehe unten)

Besonders reizvoll an diesem 911 ist seine Verwandlung: Ursprünglich als straßentaugliches Sportcoupé ausgeliefert, wurde das Fahrzeug später von spezialisierten Fachleuten für den historischen Motorsport vorbereitet. 2012 gelangte die Karosse in die Hände einer auf klassische Porsche spezialisierten Werkstatt, die ihre Grundlagen bewahrte und zugleich für Rallyes und Klassiker‑Einsätze adaptierte. Auf Wunsch des damaligen Besitzers folgte eine umfassende Umrüstung zu einem FIA‑konformen Rennwagen, ein Schritt, der das Potential der Technik freilegte. Ab 2016 wurde der Wagen erneut nach der aktuellen 2.0‑Liter‑Cup‑Spezifikation aufgebaut — eine Einstellung, die ihn konkurrenzfähig machte und ihm zahlreiche Einsätze in einer spezialisierten Rennserie ermöglichte. Zwischen 2022 und 2024 trat dieses Auto in der höchsten Cup‑Spezifikation an und fand so den Weg aus der reinen Restaurierung hinein in die lebendige Rennhistorie.

Erfolge auf der Rennstrecke

Seitenansicht eines weißen Porsche 911 SWB, Baujahr 1965, als historischer Rennwagen mit Startnummer 116 vor einer rostigen Wand.
Der 1965 Porsche 911 mit kurzer Radbasis im Renntrimm vor rostiger Industriewand. (Fotos: Anbieter, siehe unten)

Die Rennkarriere dieser Karosse ist beachtlich: In der 2.0‑Liter‑Cup‑Serie sicherte sich der Wagen 2022 eine Pole‑Position in Mugello und fuhr 2023 dort sogar einen Rennsieg ein. In jener Saison wurde das Auto zudem zum Gentleman‑Class‑Champion gekrönt — ein Zeichen dafür, dass Wettbewerbsfähigkeit und die feinsinnige Kultur des historischen Motorsports Hand in Hand gehen. Beim Goodwood Revival 2023 trat der Wagen im Feld der rein 1965er 2.0‑Liter‑Fahrzeuge an und erreichte unter anderem einen respektablen fünften Gesamtplatz, gesteuert von einem prominenten Piloten. Getragen von Einsätzen in der 2.0L‑Cup‑Klasse und bei weiteren Motor Racing Legends‑Veranstaltungen, dokumentiert die Bilanz von 2022 bis 2024 eine intensive und erfolgreiche Wettkampfphase.

Technik und Maße

Offener Motorraum eines blauen Porsche 911 von 1965 mit sichtbarem Sechszylinder-Boxermotor und Rennsportumbau
Detailaufnahme des luftgekühlten Sechszylinder-Boxermotors eines 1965er Porsche 911 im historischen Motorsport-Trim (Fotos: Anbieter, siehe unten)

Der Reiz dieses 911 liegt auch in seiner Technik: Das originaltypische Aggregat ist ein luftgekühlter Sechszylinder‑Boxer mit 1.991 cm³ Hubraum und 130 PS, gekoppelt an ein fein abgestuftes Fünfgang‑Getriebe. Besonders faszinierend ist die kurze Radbasis von 2.211 mm — jene komprimierte Achse, die dem Wagen eine unmittelbare Lenkcharakteristik verleiht und in Kombination mit Cup‑spezifischer Vorbereitung ein agiles Fahrverhalten erzeugt. Kleinere Radstände erfordern präzisen Einsatz am Lenkrad, belohnen aber durch Direktheit und Spurtreue in schnellen Kurven; gerade diese Eigenschaften machen die frühen SWB‑911 so lebendig und begehrenswert. Die historische Originalfarbe Gulf Blue (Farbcode 6603) bleibt ein markantes Erkennungszeichen und verbindet nostalgische Eleganz mit sportlichem Auftritt.

Einsatz und Chancen

Rennsportoptimierter Innenraum eines blauen Porsche 911 von 1965 mit Recaro-Schalensitz, Überrollbügel und modifiziertem Cockpit.
Cockpit des 1965er Porsche 911 FIA-Rennwagens mit Schalensitz und Überrollbügel (Fotos: Anbieter, siehe unten)

Die Fertigstellung am 11. Oktober 1965 und die Tatsache, dass der Wagen ursprünglich an Mr Robert J. Row in Pacific Palisades, Kalifornien, ausgeliefert wurde, verleihen ihm eine transatlantische Geschichte, die US‑amerikanische Sportwagenkultur mit europäischem Racing‑Erbe verknüpft. Als Fahrgestellnummer 302864 ist das Auto klar identifizierbar und dokumentiert seine Herkunft innerhalb der frühen Produktionsjahre. Besitzerwechsel und technische Betreuung prägten seinen Weg: 2012 übernahm eine fachkundige Werkstatt das Fahrzeug, 2015 folgte ein Besitzerwechsel, und seither wurde es mehrfach für historische Wettbewerbe vorbereitet. Ab 2019 erschienen erste Starts in der 2.0L‑Cup‑Szene; zwischen 2022 und 2024 wurde das Auto in der Cup‑Spezifikation eingesetzt und entwickelte sich zu einem echten Wettbewerbsfahrzeug.

Charakter und Alltag

Blick ins Cockpit eines Porsche 911 SWB 2.0 von 1965 mit OMP-Sportlenkrad, klassischem Rundinstrumentenbrett und moderner Renntechnik
Rennsport-inspiriertes Interieur des 1965er Porsche 911 SWB mit OMP-Lenkrad und ergänzter Technik (Fotos: Anbieter, siehe unten)

Dieses 911 vermittelt die besondere Spannung zwischen Alltagstauglichkeit und Rennsportseele: Auf der Landstraße lässt sich seine ursprüngliche Gelassenheit ebenso spüren wie die latent vorhandene Leistungsbereitschaft, die durch die Rennvorbereitung hervorgehoben wird. Eine moderat dokumentierte Laufleistung verleiht dem Exemplar zusätzlichen Reiz, weil sie die Authentizität der Nutzung und die Pflege durch Enthusiasten andeutet. Gleichzeitig öffnet die konstruktive Substanz des Wagens die Tür zu Rallye‑Einsätzen, Mehrstunden‑Klassikrennen und prestigeträchtigen Serien wie der 2.0L‑Cup, Motor Racing Legends‑Treffen, Spa 6 Hours, Le Mans Classic oder periodengerechten Straßenrallyes.

Ein Traum auf Rädern

Wer sich der Faszination klassischer Porsche hingibt, begegnet in diesem Wagen all jenen Elementen, die Automobil‑Romantik und Fahrkunst verbinden: prägnantes Design, eine kompromisslose, luftgekühlte Mechanik und die lebendige Patina zahlreicher Wettbewerbe. Er steht für jene seltene Verbindung von Originalität und Rennsportseele — ein Fahrzeug, dessen Historie von Sorgfalt, Wettbewerb und Passion zeugt.

Bilder: Anbieter des Fahrzeuges