Dunkelgrünes 1948 Lincoln Continental Coupé mit V12-Motor, geparkt auf einer herbstlichen Straße.
Das seltene 1948 Lincoln Continental Coupé repräsentiert amerikanische Automobilgeschichte mit V12-Motor und klassischem Design. (Foto: Hersteller)

1948 Lincoln Continental Coupé: Eleganz mit V12

Die Faszination dieses 1948 Lincoln Continental Coupés liegt in seinem Zusammenspiel aus kraftvoller Technik und zurückhaltender Formensprache. Dunkelgrün lackiert, als letztes Modell der ersten Baureihe gebaut, verkörpert es die Nachkriegszeit, in der amerikanische Karosseriekunst noch klassisch war. Die Karosserie ruht auf einem 3.175 mm langen Radstand; das Fahrzeug wiegt rund 1.950 kg und wird von einem 4,8-Liter-V12 angetrieben, der etwa 120 PS leistete. Wer sich für Automobilgeschichte interessiert, spürt hier die Aura eines Objekts, das mobil und museal zugleich ist: Ein Lincoln dieser Generation wurde 1951 in der Ausstellung „Eight Automobiles“ des Museum of Modern Art in New York gezeigt.

Design und Herkunft

Dunkelgrünes Lincoln Continental Coupé von 1948, aufgenommen von vorne, mit Chromstoßstange und klassischem Kühlergrill.
Frontalansicht eines dunkelgrünen Lincoln Continental Coupés von 1948 im Freien, Herbstlaub am Boden. (Foto: Hersteller)
Das Continental Coupé ist die finale Ausformung der ersten Generation, deren Serienproduktion vor dem Krieg begann und 1946 fortgesetzt wurde. Optisch erinnert es an die klaren Linien früher Lincoln-Zephyre, ohne überflüssigen Schnickschnack — ein Ausdruck von Ruhe und Zweckmäßigkeit. Das dunkelgrüne Finish dieses Exemplars zeigt Patina und altersgemäße Spuren, wie leichtes Lackaufquellen am Scheibenrahmen und Durchrostungen an den unteren Blechpartien. Chromteile tragen Korrosionsstellen. Solche Merkmale dokumentieren Authentizität: Ein weitgehend originales Auto wirkt wie ein gelebtes Kapitel Automobilgeschichte.
Heckansicht eines dunkelgrünen Lincoln Continental Coupé aus dem Jahr 1948, geparkt auf einem asphaltierten Platz vor Garagen und herbstlichen Bäumen.
Das seltene Lincoln Continental Coupé von 1948 mit authentischer Patina auf einem herbstlichen Garagenhof. (Foto: Hersteller)
Dunkelgrünes Lincoln Continental Coupé von 1948, geparkt vor Garagen, Seitenansicht.
Seitenansicht eines original erhaltenen Lincoln Continental Coupés von 1948 mit Patina. (Foto: Hersteller)

Mechanik und Fahrtgefühl

Nahaufnahme des Tachometers in einem Lincoln Continental Coupé von 1948 mit goldgelben Ziffern und Gebrauchsspuren.
Der originale Tachometer des Lincoln Continental Coupé von 1948 mit charakteristischer Skalierung und Patina. (Foto: Hersteller)
Herz des Fahrzeugs ist der 4,8-Liter-V12 mit manuellem Dreiganggetriebe — eine seltene Konstellation. Der Motor startet und läuft zuverlässig, zeigt bei kräftigem Beschleunigen gelegentlich blauen Rauch, was auf ölverbrauchende Kolbenringe hindeuten kann. Überholmanöver und entspanntes Cruisen sind möglich; die Höchstgeschwindigkeit liegt bei etwa 138 km/h, mit hydraulischen Trommelbremsen und ohne Servolenkung. Ein Ölleck an der Verbindung von Motor und Getriebe ist vorhanden; gleichzeitig wurden Anlasser, Lichtmaschine, Kühler und Bremsanlage restauriert, Kühlerleitungen erneuert sowie ein neuer elektrischer Kraftstoffförderer und zwei Zündspulen installiert.

Innenraum und Zustand

Armaturenbrett und Lenkrad eines 1948 Lincoln Continental Coupé mit sichtbarer Patina
Blick auf das originale Lenkrad und die Instrumententafel des Lincoln Continental Coupé von 1948 (Foto: Hersteller)
Innenaufnahme der geöffneten Fahrertür eines dunkelgrünen Lincoln Continental Coupé von 1948, die Patina und Gebrauchsspuren zeigt.
Die geöffnete Fahrertür zeigt den originalen Zustand des Lincoln Continental Coupé von 1948 mit patiniertem Interieur. (Foto: Hersteller)
Die Innenausstattung ist gediegen und zweckmäßig: Sitze, Türverkleidungen und Instrumententafel zeigen Patina, der Fahrersitz weist eine Rissstelle auf, aber insgesamt ist der Innenraum in ordentlichem Zustand für sein Alter. Die hydraulischen Fensterheber arbeiten nicht; solche Details bieten Möglichkeiten für Restaurierung. Die Reifen sind neueren Datums und in gutem Zustand, was dem historischen Fahrverhalten entgegenkommt. Chromleisten und Zierstreben tragen Gebrauchsspuren, bleiben aber präsentabel.

Originalität und Dokumentation

Ein Qualitätsmerkmal ist die Originalität: Laut Angabe übereinstimmende Seriennummern, registriert als Sammlungsfahrzeug in Frankreich (Carte Grise de Collection). Der Eigentümer hält es seit einem Jahrzehnt in einer Garage und führt regelmäßige Wartungen durch, zuletzt Ölwechsel an Motor, Getriebe und Differential sowie eine Vollschmierung.

Die besondere Faszination des V12

Das faszinierendste Detail ist der V12 — in einer Zeit, in der Acht- oder Sechszylinder üblich waren, repräsentiert er eine besondere Stellung. Die ruhige Laufkultur, sonore Tonlage und Gleichmäßigkeit der Kraftabgabe machen das Fahren zu einer sinnlichen Erfahrung.

Historischer Kontext und kulturelle Bedeutung

Der Lincoln Continental der ersten Generation entstand vor dem Krieg und wurde nach 1946 minimal verändert fortgeführt. Vor dem Krieg entstanden weniger als 2.000 Coupés, was die Seltenheit erklärt. Die Ausstellung im Museum of Modern Art unterstreicht die kulturelle Relevanz: Als Objekt gestalterischer Bedeutung steht es an der Schnittstelle von Mobilität, Industriegeschichte und Designkultur.

Ein Traum in Divonne-les-Bains und finaler Wert

Für Liebhaber ist die Vorstellung, ein solches Coupé zu besitzen, ansprechend: die lange Motorhaube, der V12, der Duft von Leder und altem Metall. Das Fahrzeug befindet sich in Divonne-les-Bains in der Region Auvergne-Rhône-Alpes und wird von einem privaten Besitzer gehütet, der es vor zehn Jahren übernahm. Als Orientierung wurde es zuvor mit 65.000 € bewertet. Man erwirbt nicht nur ein Fahrzeug, sondern eine Geschichte.

Bilder: Anbieter des Fahrzeuges