Die 1980er-Jahre atmen durch dieses Fahrzeug. Der 1980 Opel Ascona 400R zeigt, wie sich Historie und moderne Renntechnik zu einem Hommage-Projekt verbinden lassen. Dieses Ascona‑Exemplar wurde von Gerard O’Connell initiiert und von Stephen Nevin von SKN Rally Services aufgebaut; eine detaillierte Bau‑ und Fotodokumentation belegt jeden Schritt der Rekonstruktion. Mit einer Wettbewerbsdokumentation, periodengerechten Details und einer Signatur auf der Kofferraumklappe von Jimmy McRae, dem fünfmaligen britischen Rallye‑Champion, wirkt das Auto wie ein Stück Rallyegeschichte. Als linkslenkiges, rostfreies Exemplar mit verschweißten Nähten und verstärktem Chassis nähert sich der Wagen dem Ideal einer Werksmaschine — und weckt die Vorstellung, wie es wäre, ein solches Stück Motorsport‑Geschichte selbst zu besitzen.
Historische Wurzeln und Legendenstatus

Der Name Ascona 400 ist untrennbar mit den späten 1970er‑ und frühen 1980er‑Jahren verknüpft: 1979 debütierte das Modell als homologierte Group‑4‑Variante und wurde durch Walter Röhrl und den Gewinn der Fahrer‑WM 1982 unsterblich. Die Baureihe Ascona B lief von 1975 bis 1981 und brachte über 1,2 Millionen Einheiten hervor; die 400er‑Variante aber ist die Legende — mit leichterem Chassis, ausgeprägtem Vorderwagen und einem Rennkonzept, das in Rallyes Erfolge sammelte. Jimmy McRae trug mit fünf britischen Titeln in den 1980ern zur Mythologie bei, und genau diese Aura wurde bei der Rekonstruktion eingefangen: technisch, optisch und atmosphärisch.
Provenienz, Wiederaufbau und Dokumentation

Dieses Exemplar wurde ursprünglich 1980 erstmals zugelassen und erhielt 2010 eine vollständige Neuaufbereitung durch Gerard O’Connell; der Großteil der Arbeit wurde von Stephen Nevin ausgeführt. Die umfassende Bau‑ und Fotodokumentation schafft Transparenz — ein wichtiger Aspekt bei rekonstruierten Wettbewerbsfahrzeugen. Seit Fertigstellung wurde der Wagen nur in einem Bergrennen eingesetzt, was ihn zu einer quasi‑neuen Einheit macht. Ein Beitrag in der März‑Ausgabe der Retro Cars sorgte für mediale Resonanz; die irische Zulassung unterstreicht die Rallye‑Tradition des Fahrzeugs.
Karosserie, Sicherheit und periodengerechte Ausstattung

Die Karosserie ist linksgelenkt, ohne Roststellen, mit verschweißten Nähten und Verstärkungen am Fahrwerksträger — Eigenschaften, die aus einem restaurierten Ascona eine belastbare Rennplattform machen. Die Einbauten folgen dem Geist der Zeit: ein Safety Devices bolt‑in Überrollkäfig mit Türbügeln, Sparco Pro 2000 Plus Schalensitze und ein integriertes Lifeline Fire‑Eater Löschsystem gehören zur Sicherheitsausstattung, ergänzt durch eine professionelle Motorsport‑Verkabelung mit auslösenden Pop‑Out‑Schutzschaltern. Das Armaturenbrett ist ein Ascona‑400‑Instrumentarium mit VDO‑Anzeigen, dazu passt ein 14‑Zoll Motolita‑Lenkrad — Details, die Authentizität und Renncharakter unterstreichen.

Motor, Elektronik und Getriebe im Fokus

Im Herzen des Fahrzeugs arbeitet ein 2,0‑Liter‑16V C20XE‑Vierzylinder mit 255 PS – ergänzt durch eine trockene Ölversorgung per Dry‑Sump-System. Die Kraft wird über ein 6‑Gang Sadev‑Sequenzialgetriebe übertragen; Jenvey Drosselklappen steuern die Einspritzung, während eine Omex Motorsteuerung die Abstimmung über 99 RON‑Kraftstoff vorgibt. Aeroquip‑Fittings, eine Fünf‑Lenker‑Hinterachse mit Fünfloch‑Nabe und ein 5,1:1 Endantrieb sind auf Sprint‑ und Schotter‑Performance ausgelegt. Bilstein‑Fahrwerkskomponenten, eine Quaife Quick‑Rack‑Lenkung und AP Radial Pro 5000 Vorderbremsen vervollständigen die technischen Grundlagen.
Die Faszination der Trocken‑Ölung
Ein technisches Highlight ist das Dry‑Sump‑System, das die Langlebigkeit des Hochdrehzahlmotors sicherstellt. Anders als bei konventioneller Ölversorgung verhindert es Kavitation bei extremen Querbeschleunigungen; die Ölpumpe speist einen externen Tank, sodass konstant Druck und Schmierraum vorhanden sind. Für einen Motor mit Rennabstimmung bringt dies sichere Schmierung unter Rennbedingungen und niedrigere Öltemperaturen — Faktoren, die die Standfestigkeit erhöhen. Zusammen mit der Omex‑Steuerung liefert das Aggregat Leistung und Zuverlässigkeit.
Räder, Beleuchtung und fahrdynamische Kleinigkeiten
Die Spur‑ und Reifenkonfiguration passt zum Wettbewerbskonzept: vorn 8×15‑Zoll Ronal‑Felgen mit 23/59 TB15 Michelin Reifen, hinten 10×15‑Zoll mit 26/61 TB15. Hella 2000 Zusatzscheinwerfer und Engelman‑Außenspiegel runden die äußere Darstellung ab. Elektrische Servolenkung sorgt für beherrschbare Lenkkräfte, während die Installation von Schalt‑ und Sicherungs‑Schaltern den Service erleichtert. All diese Komponenten machen das Fahrzeug zu einer konkurrenzfähigen Rallye‑Maschine, die Originalität und moderne Zuverlässigkeit verbindet.
Schlussgedanken: Traumwagen, Auktionsflair und Erbe
Der 1980 Opel Ascona 400R ist ein Denkmal für eine Rallyeepoche. Die Kombination aus originalen Elementen, moderner Technik und lückenloser Dokumentation schafft eine besondere Atmosphäre. Dass dieses Fahrzeug nur einmal in einem Bergrennen eingesetzt wurde, verleiht ihm den Charakter einer neuwertigen Maschine mit minimaler Laufleistung. Wer vom Besitz einer solchen Ikone träumt, wird beim Blick auf Fahrwerk, Motor und die Unterschrift von Jimmy McRae ins Schwärmen geraten — gerade in einem Auktionskontext erscheint die Vorstellung verlockend, diesen Rallye‑Traum selbst Wirklichkeit werden zu lassen.
Bilder: Anbieter des Fahrzeuges



